Wasser: Ebing ist jetzt am Netz

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Bürgermeister Siegfried Klika (links) drehte den Hahn auf, Norbert Weigl, Leiter der Stadtwerke Waldkraiburg (rechts) freute sich und die Ebinger bekommen ab diesem Zeitpunkt Waldkraiburger Wasser.

Ebing - Es gab eine meterhohe Fontäne, als Bürgermeister Siegfried Klika die Leitung aufdrehte und damit offiziell den Ortsteil Ebing an die Waldkraiburger Wasserversorgung anschloss.

Bevor er in die Arbeit zu den Waldkraiburger Stadtwerken fuhr, hat Peter Leinfelder gestern in der Früh noch einmal ein Glas Wasser getrunken. Leinfelder lebt in Ebing und es war der letzte Schluck, der aus dem Ebinger Brunnen kam, denn am Vormittag wurde der Ortsteil an die Waldkraiburger Wasserversorgung angeschlossen. "Das gallische Dorf Ebing ist jetzt an die Großstadtversorgung angeschlossen", meinte Bürgermeister Siegfried Klika beim offiziellen Anschluss scherzhaft. Damit werden jetzt alle Ortsteile mit Waldkraiburger Trinkwasser versorgt.

Etwa drei Wochen haben die Stadtwerke gebraucht, um die Leitung von der Innkanalbrücke bis zum Ortsanfang zu bauen. Rund 860 Meter war die Strecke, in der das 15 Zentimeter dicke PVC-Rohr verlegt wurde. In diesen Schacht wurden auch gleich ein Niederspannungskabel und Leerrohre für die Kommunikation hineingelegt.

Ein Bau wieder einmal in Rekordzeit, wie Norbert Weigl, der Leiter der Stadtwerke, berichtete. Was derzeit noch fehlt, ist die fachgerechte Verbindung über die Brücke. Derzeit liegt dort noch ein Wasserrohr am Straßenrand. Wenn die Arbeit abgeschlossen ist, werden die Kosten bei rund 270000 Euro liegen. Kosten, die aber nicht die rund 160 Ebinger Bewohner bezahlen müssen, sondern die auf alle Waldkraiburger Wassernutzer umgelegt werden.

Allerdings haben die Ebinger Bürger jetzt den gleichen Wasserpreis wie alle Waldkraiburger und der ist ein bisschen höher als das, was sie bisher für ihr Wasser berappen mussten.

Michael von Berg, der zuständige Abteilungsleiter im Wasserwirtschaftsamt, war die Freude über den Anschluss Ebings anzusehen. "Das steht für uns bereits seit vielen Jahren auf der Wunschliste". Er bezeichnet die bisherige Ebinger Wasserversorgung als nicht mehr zeitgemäß. Dabei ist es in diesem Fall nicht die Wasserqualität, die zu bemängeln wäre. Allerdings hat der Ebinger Brunnen, der mitten im Ort liegt, kein vernünftiges Wasserschutzgebiet und ist damit auch nicht schützbar. Michael von Berg erzählt von Rosenheim, wo das Wasser schon seit Wochen gechlort werden muss, weil im Wasser nach einem Stark-regen Kolibakterien festgestellt wurden.

Ein weiteres Manko des Ebinger Brunnens ist, dass der Wasserspeicher zu klein ist und damit die Trinkwasserversorgung nicht immer gesichert ist, so Michael von Berg weiter. Deshalb sind Baugenehmigungen auch stets unter Vorbehalt ausgesprochen worden.

Positiv sei einzig, dass das Leitungsnetz vor rund zehn Jahren erneuert worden sei. Auch Angela Hartinger-Hirn vom Waldkraiburger Bauamt und Georg Mühlbauer vom Gesundheitsamt begrüßen den Anschluss, da sich dadurch ihre Arbeit zum einen erleichtere und zum anderen die Wasserversorgung für Ebing jetzt auf dem aktuellen Stand sei.

Vor drei Wochen hat sich der Ebinger Wasserzweckverband zum letzten Mal getroffen. Dabei wurde seine Auflösung beschlossen, da er ja jetzt keine Funktion mehr hat. Sein Inventar wird an die Stadt Waldkraiburg und von dort an die Stadtwerke übertragen. Norbert Weigl schaut, was die Stadtwerke mit diesem dann anfangen können. Klar ist, dass die Leitungen in den nächsten Wochen zurückgebaut werden. hsc

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