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Segelschiffe sind sein Metier

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Johannes Steindl ist seit dem Jahr 1988 Geschäftsführer der Firma Sun Charter, die Segelyachten an vier Stützpunkten am Mittelmeer vermietet.

Waldkraiburg - Segelschiffe sind seine Leidenschaft und sein Metier: Der Waldkraiburger Johannes Steindl ist Geschäftsführer des größten deutschen Anbieters von Charteryachten im Mittelmeer.

Die Freude am Segeln war es, die das Berufsleben von Johannes Steindl nachhaltig beeinflusst hat. Der 53-Jährige ist Geschäftsführer der Firma Sun Charter, die die größte Charterflotte an Segelyachten im Mittelfeld betreibt. Ein Geschäftsfeld, das man nicht unbedingt in Waldkraiburg erwartet. Dabei hat die Firma ihren Sitz bereits seit dem Jahr 1988 in der Stadt.

Seit 1980 lebt Steindl hier. Sein Vater war als Steuerberater tätig. Sohn Johannes sollte in dessen Fußstapfen treten. Doch es kam ganz anders: Bereits im Alter von zwölf Jahren machte Johannes Steindl auf dem Simssee den Segelschein. Zusammen mit den Eltern, ebenfalls begeisterte Segler, verbrachten sie ihre Urlaube häufig am Mittelmeer. Mit gecharterten Segelyachten schipperten sie dort an der Küste entlang.

Im Laufe der Jahre machten sie aber die Erfahrung, dass es bei den Booten große Qualitätsunterschiede gab. 1982 hatten Vater Hubert Steindl und sein Freund Jochen Schulz aus Wolfratshausen die Idee, ihre eigenen Schiffe zu vermieten, wenn sie von ihnen nicht genutzt werden können. "Irgendwann reifte dann der Entschluss, das man das professionell organisieren könnte", erinnert sich Steindl. Das war dann 1988 die Geburtsstunde der Firma Sun Charter. Fünf Leute taten sich zusammen, jeder ein Spezialist auf seinem Gebiet und alle bereit, einen bestimmten Teil ihrer Freizeit zu opfern. So fing alles an. Nach dem plötzlichen Tod seines Vaters im Jahr 1990 stand Johannes Steindl vor der Frage, wie und ob es weitergehen soll. Er entschied sich für das Chartergeschäft: Heute managt die Sun Charter 90 Yachten und ist damit am Mittelmeer der größte deutsche Anbieter von Charteryachten. 30 Boote gehören der Firma selbst, die restlichen 60 verschiedenen Eignern, die ihre Boote nicht ungenutzt im Hafen liegen lassen, sondern damit Geld verdienen möchten. Die Schiffe liegen an vier Stützpunkten - auf Elba, in Korfu, auf Mallorca und in der Türkei - wo sie von jeweils rund 30 Mitarbeitern versorgt werden. Sie kümmern sich auch darum, dass die Urlauber, die eine Yacht chartern, alles haben, was sie für ihren Segeltörn brauchen.

Selber geht Steindl natürlich auch noch segeln. Aber nur noch ab und zu, wie er einräumen muss. Zum einen fehlt die Zeit, zum anderen teilen seine Ehefrau und Tochter Julia die Leidenschaft fürs Segeln nicht. Dazu kommt, dass er nicht richtig abschalten kann, wenn immer wieder das Handy läutet. Deshalb hat er sich in den letzten Jahren immer wieder für Urlaub in den Bergen entschieden.

Die Firma ist auf zwei Standorte aufgeteilt. In Wolfratshausen kümmert sich Marc Rosendahl mit seinem Team um die Betreuung der Schiffe, deren Verkauf sowie das Reisebüro, bei dem Urlauber eine Yacht chartern können.

Johannes Steindl ist in Waldkraiburg für den Einkauf, die Ausrüstung der neuen Schiffe, die Abrechnung und das gesamte Rechnungswesen verantwortlich.

Erst im Mai hat er wieder zehn neue Yachten bei der französischen Werft Jeanneau bestellt. Zwischen zehn und 17 Meter sind die Yachten. Sie werden segelfertig bestellt und dann von Sun Charter mit allem Notwendigen ausgestattet, so dass die Freizeit-Skipper keine Schwerstarbeit leisten müssen, sondern ihren Urlaub genießen können.

Sein Wochenende genießen kann Steindl nur, wenn nicht am Freitag oder Samstag das Handy läutet und er irgendwelche Probleme lösen muss. Wie beim Verleih von Wohnmobilen oder dem Mieten von Ferienwohnungen müssen die Yachten immer samstags zurückgegeben werden. Und da hat Steindl schon so manches erlebt. Beispielsweise ein Berliner Rentnerpärchen, das eine Yacht charterte und sich dann aber absetzte: "Wir haben die beiden an der afrikanischen Küste bei Gambia geortet und mit Hilfe der Polizei und Interpol wieder nach Deutschland gebracht". Da blieb das Boot heil.

In einem anderen Fall wäre ein Mitarbeiter beinahe ins Gefängnis gewandert. "Zwei Russen haben eine Yacht gekauft, sie bar bezahlt und sich aus dem Staub gemacht, ohne den Kauf notariell beglaubigen zu lassen. Einen Monat später wurde das Wrack der Yacht auf einer Insel entdeckt. Dort fand die Polizei aber auch 95 Flüchtlinge und unser Mitarbeiter vor Ort wurde wegen Menschenschmuggel verhaftet, weil die Behörden glaubten, das Schiff gehört noch uns."

Da mutet der Fall dann schon beinahe harmlos an, als ein Hobby-Skipper das Sun Charter Boot ungewollt auf einen italienischen Strand setzte. Doch hier musste sich Steindl mit diversen Behörden auseinandersetzen, die das Boot als Strandgut sahen und die Firma zu einer Strafe verdonnern wollten. Nicht ohne Grund pflegt der 53-Jährige intensiven Kontakt zu seinen Versicherungen.

Doch trotz aller Widrigkeiten würde er sich immer wieder für das Chartergeschäft und gegen die trockene Steuerberatertätigkeit entscheiden. "Damals hat mich die Vielfältigkeit gereizt; daran hat sich nichts geändert."

hsc/Waldkraiburger Nachrichten

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