Sprungbrett für die große Politik

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Die JU-Landesvorsitzende Katrin Albsteiger forderte, dass auch in überregionalen Parlamenten Junge mitreden sollen. Foto hsc

Waldkraiburg - Der Ortsverband der Jungen Union Waldkraiburg ist der älteste im Landkreis. Er feierte am Sonntag sein 50-jähriges Bestehen.

"Die JU ist ein Kraftwerk der CSU, das uns immer wieder neue Energie bringt". Das sagte einmal Edmund Stoiber in seiner Zeit als bayerischer Ministerpräsident. Eines dieser Kraftwerke feierte am Sonntag Jubiläum: Seit 50 Jahren gibt es in Waldkraiburg einen Ortsverband. Er ist damit der älteste im Landkreis, wie der aktuelle Vorsitzende Andreas Pawel bei seiner Begrüßung im kleinen Saal des Hauses der Kultur sagte. Dabei ist der Ortsverband "eine feste Größe in Waldkraiburg", so Pawel, der zudem das Sprungbrett für zahlreiche Kommunalpolitiker sei. Anton Sterr, Dietmar Heller, Harald Jungbauer oder Andreas Pawel sitzen beispielsweise alle im Waldkraiburger Stadtrat oder sind auch im Kreistag aktiv.

Die JU-Kreisvorsitzende Katrin Grundner meinte: "50 Jahre Junge Union Waldkraiburg; das beeindruckt. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Stadt Waldkraiburg erst 60 Jahre alt ist". Für sie ist die JU der Gegenentwurf zur so genannten "Null-Bock-Generation", aber auch immer wieder Mal der Gegenentwurf zur Mutterpartei. "Bei der JU lernt man das Handwerkszeug für die politische Arbeit", sagte die JU-Landesvorsitzende Katrin Albsteiger. Sie war für den Festvortrag zuständig und lieferte selbst ein gutes Beispiel dafür ab, als sie ausführlich die Verdienste der CSU lobte - schließlich möchte sie im September in den Landtag gewählt werden. Dabei fiel das eigentliche Thema ihres Vortrages "Generationengerechtigkeit" hinten ein bisschen herunter. So bemängelte sie die vorherrschende "Verschuldungskultur" und forderte eine Politik, die jungen Menschen Chancen gibt und ihnen nicht nur Lasten aufbürdet. Zudem brauche man eine vernünftige Familienpolitik, um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erreichen. Nicht neu war ihre Erkenntnis, dass die demografische Entwicklung eine große Herausforderung sei.

Als Katastrophe bezeichnete sie die Zuschussrente, die von CDU-Familienministerien Ursula von der Leyen derzeit propagiert wird, weil hier die Kosten "wieder nur auf die junge Generation verschoben werden". Applaus erntete die 29-jährige Landesvorsitzende, die im vergangenen Jahr vom Fachmagazin "Politik & Kommunikation" zur "Nachwuchspolitikerin des Jahres" gewählt wurde, mit ihrer Forderung, bei "jeder politischen Entscheidung den Nachhaltigkeits-TÜV einzuschalten". Katrin Albsteiger, die sich als überzeugte CSUlerin bezeichnete lobte die Partei, die die Weichen für Bayern richtig gestellt habe. Sie meinte aber auch, dass nur der weiß-blaue Himmel über Bayern von selber schön sei. "Alles andere ist das Ergebnis harter politischer Arbeit". Und hier sieht die erste Landesvorsitzende der JU durchaus, dass die Junge Union "Input an die Mutterpartei" geben kann und muss.

Harald Jungbauer war von 1982 bis 1994 Vorsitzender der JU und mit zwölf Jahren der am längsten amtierende Vorsitzende. Er erinnerte sich an so manche Begebenheit aus seiner JU-Zeit. So zum Beispiel an die Bezirksversammlung der JU Oberbayern, als der Hauptredner der damalige Innenminister Edmund Stoiber war und der Ortsverband sein 30-jähriges Bestehen feierte. "Da haben wir das Kunststück fertig gebracht, 220 Personen im kleinen Saal unterzubringen. Man habe auch keine Berührungsängste gehabt und sich beispielsweise mit dem Bund Naturschutz zusammengetan und einen Antrag an den Kreistag gestellt, um die Kopfweiden bei Hausing zu erhalten und die Innkurve unter Naturschutz zu stellen. "Der Antrag wurde nicht nur behandelt, er wurde sogar befürwortet; was waren wir stolz." Er wünschte sich "weiterhin viele Ideen aus euren Reihen". Dietmar Heller nutzte die Gelegenheit, einen alten Tacker, der ihnen bei den Wahlkämpfen gute Dienste geleistet hatte, an Andreas Pawel zurückzugeben. Heller war von 1970 bis 1973 Ortsvorsitzender. Der Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer meinte: "Wer einmal in der JU aktiv war, der bleibt im Herzen immer ein JUler". Wie seine Vorredner betonte er die Eigenständigkeit der Jungen Union, die aber zur CSU-Familie gehöre. Aus seiner Sicht ist die JU das Sprachrohr in die Jugend hinein. Sie habe auch das Anrecht unangenehme Themen anzusprechen.

Nach dem offiziellen Teil ließ man sich bei Gesprächen ein Büfett schmecken und sich von dem Waldkraiburger Zitherensemble "ZitherRausch" unterhalten.

hsc/Waldkraiburger Nachrichten

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