Jupa hat's nicht leicht mit der Jugend

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Wie Christopher Martin, der zuletzt an der Spitze des Jugendparlaments stand, möchten auch einige andere Mitglieder im neuen Jupa wieder mitarbeiten.

Waldkraiburg - Ende November soll die Waldkraiburger Jugend ein neues Jugendparlament wählen. Dessen Zukunft ist jedoch erneut ungewiss.

Wie immer, wenn die zweijährige Amtszeit eines Jupa endet und Neuwahlen anstehen, stellt sich die Frage, wie es mit dem "Parlament" überhaupt weitergeht. Als Interessenvertretung der Waldkraiburger Jugend, die das Jupa satzungsgemäß eigentlich sein soll, wird es nämlich auch von jungen Leuten nur selten wahr- und angenommen.

Die Interessenvertretung der Waldkraiburger Jugendlichen gegenüber Stadt, Stadtrat und Stadtverwaltung - diese Funktion, die sich Politiker vorgestellt hatten, habe das Jupa wohl "noch nie erfüllt", glaubt Christopher Martin. Der 21-jährige Student, der aus der katholischen Jugend- und Ministrantenarbeit kommt, stand zuletzt an der Spitze des Jugendparlaments. Trotz mancher frustrierender Erfahrung ist er fest entschlossen, erneut für die Vorstandschaft zu kandidieren.

In den vergangenen zwei Jahren ist bestimmt nicht alles optimal gelaufen. Auch diese Amtszeit war von großer Fluktuation geprägt. Manche mussten wegen schulischer Belastung oder wegen ihres Studiums kürzer treten oder ausscheiden, "manche hatten einfach keine Lust mehr". Andere Jugendliche rückten für sie nach, übernahmen Ämter und Aufgaben.

Und davon gab es auch in der abgelaufenen Amtszeit nicht wenige. Das Jupa beteiligte sich an Veranstaltungen wie dem Faschingszug, "Kunst und Kommerz" oder dem Ferienprogramm, lud Kinder zum Ostereiersuchen ein, reinigte das Beachvolleyball-Feld im Waldbad, das vor Jahren auf seine Initiative hin eingerichtet wurde, organisierte Sportturniere und war erneut Co-Veranstalter des Breakdance-Events.

"Sie versuchen, etwas zu bewegen", sagt Jugendreferentin Inge Schnabl. Schon seit der Gründung des Jugendparlaments im Jahr 1997 durch ihren Vorgänger Michael Seidel ist die Stadträtin nah dran am Jupa und hat als Jugend- und Familienreferentin praktisch keine Sitzung seit 2002 ausgelassen. Junge Leute machen Fehler, "Jugendliche dürfen Fehler machen", so Schnabl, die glaubt, "einen ganz guten Draht" zu den Jugendlichen zu haben.

Überzogene Kritik am Jupa mag sie gar nicht. Viele, die mitmachen, seien in der Schule voll gefordert, jobben nebenher "und setzen sich dann auch noch im Jupa ein", sagt Schnabl anerkennend. Und gerade die Engagierten tanzen auf vielen Hochzeiten, nicht nur im Jupa, sondern auch im Sport, bei der Feuerwehr oder anderen Vereinen.

Ohne die Begleitung der Jugendreferentin gäbe es das Jugendparlament wahrscheinlich gar nicht mehr. So sieht das Christopher Martin. "Es braucht jemanden, der mal auf den Tisch haut, der den Überblick hat und das Jupa unterstützt."

Vor allem aber braucht das Jugendparlament die Unterstützung der Waldkraiburger Jugendlichen. Als Interessenvertretung der Jugend wird das Jupa "leider nicht angenommen" und von den meisten Jugendlichen kritisch oder gleichgültig wahrgenommen, bedauert der Student.

Eine Interessengemeinschaft wie zum Beispiel die Gruppe IzAseju oder andere Jugendinitiativen konnten und können machen, worauf sie Lust haben. Bei einem Jugendparlament ist das nicht ganz so einfach. Da gibt es "Pflichtaufgaben". Martin: "Das ist ein offizielles Gremium." Das habe natürlich jeder im Kopf. Und manchmal bremst das Jugendliche vielleicht sogar.

Damit sich das Jupa als Interessenvertreter profilieren kann, sollte es aber weniger "Pflichtaufgaben" in den Vordergund der Arbeit stellen. Statt dessen könnte es zum Beispiel verstärkt bestehende Gruppen bei Projekten und Veranstaltungen unterstützen, Jugendlichen, die etwas machen wollen, zum Beispiel bei der Suche nach einem Raum helfen, meint er.

Das Jupa habe schon viel versucht, um die Waldkraiburger Jugend zu erreichen. So wurden etwa in einer groß angelegten Umfrage die Anliegen abgefragt. Das Ergebnis war ernüchternd. "Außer einer Disco kam nicht viel heraus", so Schnabl. Auch die Initiative, sich mit allen Waldkraiburger Jugendgruppen und Verantwortlichen in der Jugendarbeit an einen Tisch zu setzen, blieb letztlich erfolglos.

"Wir kommen nicht an die breite Masse der Jugendlichen heran", räumt die Jugendreferentin ein. Ein Königsweg ist nicht in Sicht, neue Hoffnung setzt sie in eine verstärkte Nutzung der neuen sozialen Netzwerke.

Für die neue Jupa-Amtszeit ist sie recht zuversichtlich. Denn neben Christopher Martin will eine ganze Reihe von Mitgliedern weitermachen. Auch einige neue haben ihr Interesse an einer Mitarbeit signalisiert.

Die Stadt stellt Raum, Zuaschuss und Unterstützung zur Verfügung. Letztlich liege es aber allein an den Jugendlichen in Waldkraiburg, ob und wie es mit dem Jugendparlament weitergeht (Siehe auch Umfrage oben).

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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