Oster: "Wir fixieren die Senioren nicht"

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Sie ist die neue Einrichtungsleiterin des AWO-Seniorenzentrums: Nanni Oster. Den Pflegebetrieb hat die Unterreiterin "von der Pieke auf gelernt", wie sie selbst sagt.

Waldkraiburg - Seit dem 1. Juli hat das AWO-Seniorenzentrum eine neue Einrichtungsleiterin: Nanni Oster. Die Unterreiterin hat den Pflegebetrieb "von der Pieke auf gelernt".

Ganz wichtig sei ihr, dass im Heim keine Senioren ans Bett fixiert werden. Sie ist stolz, dass ihre Mitarbeiter den Pflegealltag ohne freiheitsentziehende Maßnahmen meistern.

 Wenn es nach Nanni Oster ginge, sollten Bewohner im Altenheim nicht ans Bett fixiert werden müssen. Dass das Pflegepersonal im AWO-Seniorenzentrum ohne freiheitsentziehende Maßnahmen auskommt, macht die neue Einrichtungsleiterin stolz.

"Wir versuchen alles, die Bewohner ihren Bewegungsdrang während des Tages ausleben zu lassen", so Oster, daher verzichte man auf körpernahe Fixierung. Die Betten seien sehr niedrig - für den Fall, dass ein Bewohner wirklich mal herausfalle. Außerdem seien die Zimmer mit Sturzmatten ausgerüstet. Wenn der Bewohner drauftrete, klingle es und das Pflegepersonal könne sofort herkommen und gegebenenfalls einen Sturz verhindern.

Nanni Oster hat den Pflegebetrieb "von der Pieke auf gelernt". Ursprünglich war die aus Nordrhein-Westfalen stammende 45-jährige Herrenschneiderin. 1992 sah sie in ihrem Job keine berufliche Zukunft mehr und ging in die Pflege, wie sie erzählt. Nach einer Umorientierungsphase begann sie 1995 mit einer Ausbildung zur Altenpflegerin und qualifizierte sich weiter. Sie arbeitete in der Tagespflege, im ambulanten Dienst, in einer psychotherapeutischen Einrichtung und in einem Pflegeheim.

Pflege "von der Pieke auf gelernt"

Sechs Jahre war sie bei einem privaten Träger Wohnbereichsleiterin. 2005 kam sie zur AWO und übernahm in Miesbach den Posten der Pflegedienstleitung. Seit 2009 ist sie im AWO-Heim Waldkraiburg als Pflegedienstleiterin tätig und war Stellvertreterin der ehemaligen Einrichtungsleiterin Tanja Hipp, die zum 1. März wegging. Zum 1. Juli übernahm Nanni Oster nun diese Stellung.

Im Bewusstsein, wie wichtig es für die Angehörigen sei, dass die Leitung wisse, "was es heißt zu pflegen", leitet sie nun das AWO-Seniorenzentrum.

Ihre Aufgaben sind vielseitig. Die Bettenbelegung müsse stimmen, sie habe den wirtschaftlichen Bereich zu verantworten sowie die Mitarbeiterführung und das gesamte Personalwesen. Mit einem Acht-Stunden-Job sei das nicht getan, das Engagement gehe weit darüber hinaus. "Und es macht mir Spaß, ich bin gerne hier in Waldkraiburg", sagt Oster. Stolz ist sie vor allem auf ihre Mitarbeiter. Rund 60 Voll- und Teilzeitbeschäftigte - darunter vier neue Azubis - sind für 107 Senioren aller Pflegestufen zuständig.

Das Haus bietet Tages- und Kurzzeitpflege sowie vollstationäre Pflege an. Es gibt einen gerontopsychiatrischen Bereich - einen "beschützten Bereich" - für an Demenz Erkrankte. Und eine engmaschige Betreuung durch Sozialpädagogen, Gerontofachkräften und Betreuungsassistenten, die mit den Senioren die Tage strukturieren sowie Ausflüge und Feste organisieren. Laut Oster werden auch die Angehörigen mit einbezogen.

Oster hat Pläne. Sie will das HSK-Konzept, das derzeit umgesetzt wird, voranbringen. Hauswirtschaftliche Servicekräfte sind eingeteilt für die Mahlzeiten, um Bewohnerwünsche noch besser zu berücksichtigen. Bisher machten das die Pflegekräfte mit. Auch ist ein spätes Frühstück oder Mittagessen möglich.

Außerdem wolle sie die Einrichtung modern halten und erforderliche Umbau- und Sanierungsmaßnahmen vorantreiben. So steht die Erneuerung der Außenfassade und des Sonnenschutzes an. Und der Gerontobereich soll neu gestaltet werden. Die offizielle Einführung von Nanni Oster findet am Freitag, 27. Juli, ab 14 Uhr beim Sommerfest des AWO-Heims in der Riesengebirgsstraße statt.

kla/Mühldorfer Anzeiger

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