Mit vier Fachräumen zusätzlich käme Realschule zurecht

Waldkraiburg - "Die Schule möchte endlich unter optimalen Bedingungen im Haus arbeiten", sagt Hans Hautz, Rektor der Realschule.

Aus seiner Sicht braucht es dafür vor allem eins: vier bis fünf Fachräume für Chemie, Physik, Biologie und IT. Ein erheblicher Teil des Fachunterrichts könne derzeit nicht in den dafür vorgesehenen Räumen stattfinden. "Uns wäre am liebsten die Aufstockung des Neubaus".

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Das habe die Schule "von Anfang an dem Landratsamt signalisiert", so Hautz auf Anfrage unserer Zeitung am Tag nach der Stadtratssitzung. Mit diesen zusätzlichen Fachräumen könnte die Realschule den geregelten Schul- und Unterrichtsbetrieb in den kommenden fünf Jahren bei gleich bleibenden Schülerzahlen sicherstellen, sagt der Rektor. Und damit, dass die Schülerzahlen weiter steigen, ist nach seinen Worten, unter unveränderten schulpolitischen Bedingungen, nicht zu rechnen. Hautz versteht nicht, warum die Forderung der Schule nicht zum Tragen kommt.

Ohne die zusätzlichen Fachräume bewertet der Schulleiter die Situation allerdings ganz anders. "Allerletzte" Raumkapazitäten im Keller und im Dachgeschoss werden im nächsten Schuljahr für den Unterricht umgewidmet. "Eine Notlösung", die er so über einen längeren Zeitraum nicht fortsetzen möchte. "Dann sind wir die nächsten fünf Jahre wieder am Anschlag."

Das Angebot von fünf oder sechs Klassenräumen in der Liszt-Mittelschule sei keine Lösung: Es verträgt sich aus seiner Sicht aus verschiedenen organisatorischen Gründen nicht mit dem Fachraumprinzip, auf das die Realschule schon vor geraumer Zeit wegen des Platzmangels umstellen musste. Deshalb habe die Schule das Angebot im Frühjahr abgelehnt.

In das Fachraumsystem sind alle verfügbaren Räume einbezogen. Es ordnet den Klassen keine festen Klassenzimmer zu, sondern sieht vor, dass sie zwischen den Stunden schnell rotieren. 37 Klassenzimmer gibt es an der Schule, 52 Klassen werden ab dem kommenden Herbst dort unterrichtet. Um wieder zum alten Klassenzimmer-Prinzip zurückzukehren, wären laut Hautz nicht fünf, sondern 15 Klassenräume notwendig.

Mit einer Auslagerung von 5. Klassen in die benachbarte Liszt-Mittelschule müsste die Schule, so Hautz, diese Klassen aus dem bestehenden System herausnehmen und zwei Stundenpläne erarbeiten. Bei der Größe der Schule sei das nicht mehr möglich. "Wir sind organisatorisch am Anschlag." Nicht geklärt sei die Frage der Aufsicht, wenn die Klassen von einem Schulgebäude zum anderen wechseln. Außerdem gehe bei jedem Wechsel Unterrichtszeit verloren. Im Sportunterricht, der auch in Hallen anderer Schulen stattfinden muss, sei das bereits jetzt der Fall. Irgendwann akzeptieren das die Eltern nicht mehr.

Auf Unverständnis bei mehreren Stadträten war die Tatsache gestoßen, dass die Realschule bislang außer Ergänzungs- und Förderunterricht sowie zum Teil Sportunterricht keinen Nachmittagsunterricht hat. Es könne nicht sein, dass die benachbarte Mittelschule abgewickelt werde, wenn gleichzeitig die Realschule noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft hat, um die Fachraumsituation zu entspannen, und Fachräume am Nachmittag leer stehen, meinte etwa Stadt- und Kreisrätin Susanne Engelmann bei einem Informationsgespräch mit Liszt-Schulleiter Klaus Neßler. Dazu hatte Neßler Bürermeiste und Stadträte am Montag eingeladen. Auch Neßler selbst und andere Stadträte können nicht verstehen, dass die Schule nachmittags nicht genutzt wird. Dazu Realschul-Rektor Hautz auf Anfrage unserer Zeitung: Nachmittagsunterricht führe zu Lücken am Vormittag. Für die Schule stelle sich damit "ein Riesen-Aufsichtsproblem". Dafür müssten der Schule "viel mehr Lehrerstunden zur Verfügung stehen".

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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