Jetzt hat man Abi - und die Welt geht unter

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Waldkraiburg - "2012 geht die Welt unter. Na toll, jetzt wo wir unser Abitur in der Tasche haben“, meinten Sabrina Hoff und Lucia Senftl bei ihrer Abiturrede scherzhaft.

Groß war die Aufregung, die gestern Mittag im Haus der Kultur herrschte. Eine Mischung aus gespannter Erwartung und Hektik war bei den 94 Schülern zu spüren, die auf ihr Abiturzeugnis warteten. Schließlich wollten sie nach acht Jahren Schulbank drücken am Abend erst einmal ausgelassen feiern und dann in die Welt hinausziehen.

"Wir haben Prüfungen geschafft, Menschen für uns gewonnen und Krisen gemeistert", meinten die beiden Sprecherinnen der Abiturienten und riefen ihre Mitschüler dazu auf, sich ihre Erfolge bewusst zu machen. In einem unterhaltsamen Rückblick auf ihre Schulzeit dankten sie aber auch Eltern und Lehrern, die durch alle Höhen und Tiefen mitbegleiten durften oder mussten.

Die Elternbeiratsvorsitzende Gabriele Röpke nahm alle auf eine Reise ins Wunderland mit. Mit dem Zauberwort "Sesam öffne dich" könnten die Abiturienten dort eine Schatzkammer öffnen und so den Etat des Kultusministeriums aufstocken, genügend Lehrerstellen schaffen und mehr Schulsozialarbeiter einstellen, so Röpkes Seitenhieb auf die bayerische Bildungspolitik.

Feierliche Verleihung der Abi-Zeugnisse

Allerdings bescheinigte sie den Schülern auch, dass sie viel Fachwissen und soziale Kompetenz erworben haben. Dieses Wissen sei ein krisensicheres Kapital, das sie für sich und die Gesellschaft nützen sollen.

Die stellvertretende Landrätin Eva Köhr erinnerte die Schüler daran, dass sie ihr Leben lang lernen müssten, auch wenn sie sich das gerade gar nicht vorstellen könnten. Sie informierte zudem über das Projekt "Ortsnahes Studium", das gerade im Landkreis ausgearbeitet werde. "Wir wollen sie alle gerne wieder im Landkreis sehen."

Ins gleiche Horn stieß Bürgermeister Siegfried Klika, der daran erinnerte, dass die Firmen vor Ort gut ausgebildete Facharbeiter mit sozialer Kompetenz immer brauchen können.

Schulleiter Joachim Hellwig stellte die Zeit in den Mittelpunkt seiner Abschiedsworte für die Abiturienten. "Sie haben bei der Prüfungsvorbereitung gemerkt, dass Zeit immer mehr zur Mangelware wird." Er erinnerte daran, wie das Leben noch beschaulich war, als sich der Mensch an den Jahreszeiten orientierte. Doch auch Physiker, Psychologen und Philosophen haben sich bereits ausgiebig Gedanken um die Zeit gemacht.

Hellwig meinte, für "sie hat das G8 nichts dramatisches mehr". Er hob zudem hervor, dass er sich aus der Beobachtung der Abiturienten nicht der Meinung anschließen kann, dass den Schülern mit dem G8 die Kindheit geraubt werde.

Wieder auf die Zeit zurückkommend, riet er den Abiturienten, sich ihre Zeit richtig zu organisieren und sich vielleicht sogar dem Zeitgeist anzuschließen, da Werte wieder eine Renaissance erfahren. "Engagieren sie sich für Familie, Berufe und die Gesellschaft; aber alles zu seiner Zeit."

Insgesamt bekamen 94 Schüler ihre Abiturzeugnisse, vier unternehmen im nächsten Jahr einen neuen Anlauf. 19 Abiturienten haben eine eins vor dem Komma. Der Gesamtschnitt der Waldkraiburger Abiturienten liegt in diesem Jahr bei 2,39. Damit liege man so nahe am Landesdurchschnitt (2,33) wie schon lange nicht mehr, freute sich Hellwig. Gestaltet wurde die Abiturfeier musikalisch von den Abiturienten selbst. Den Abschluss bildete ein Sektempfang und am Abend wurde dann beim Abiturball ausgelassen gefeiert. Vor der Verabschiedung fand ein ökumenischer Gottesdienst in der Kirche Maria Schutz statt.

hsc/Waldkraiburger Nachrichten

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