"Bürger erwarten, dass etwas passiert"

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Bei der Übergabe der Unterschriften im Rathaus (von links): Willi Engelmann, Hubert Schmid, Bürgermeister Siegfried Klika und Ernst Auer.

Waldkraiburg - 778 Unterschriften gegen die Sperrung des Steinbrunner Berges überreichten gestern die Initiatoren einer Unterschriftenaktion Bürgermeister Siegfried Klika im Rathaus.

Dabei bekräftigten sie die Forderung, dass die Stadt zügig die Voraussetzung schafft, die Straße wieder zu öffnen. Der Bürgermeister legte sich nicht auf einen Termin fest. Er geht aber davon aus, dass "das Thema 2013 gelöst wird".

Seit Mitte Dezember hatten sich 778 Personen in den Listen eingetragen, die in mehreren Geschäften auslagen, unter ihnen vor allem Bürger aus Waldkraiburg-Süd, aus Niederndorf und St. Erasmus, aber auch aus Kraiburg. Ernst Auer, Willi Engelmann und Hubert Schmid übergaben diese Listen nun im Rathaus. Mit der Aktion protestieren die Unterzeichner gegen die Sperrung der Gemeindeverbindungsstraße, die die Stadt aus Sicherheitsgründen Ende November vorgenommen hatte (wir berichteten mehrfach).

Ob diese Sperrung nötig war? Diese Frage war erneut Thema bei dem Termin im Rathaus. Die Meinungen gingen auseinander. Ernst Auer und Hubert Schmid bezweifeln den Sinn dieser Aktion. Doch Bürgermeister Klika verwies einmal mehr auf gutachterliche Bewertungen, wonach eine Stabilität des Hangs aus Kies-Lehmgemisch nicht sichergestellt sei, Rutschungen bei ungünstigen Witterungsverhältnissen nicht ausgeschlossen werden können. Immer wieder seien in den vergangenen Jahren Abrieselungen festgestellt worden.

Kritisch schätzt Schmid das zwei Jahre alte Gutachten ein, das "aufgrund von Augenscheinnahme, aber nicht aufgrund von genauen technischen Messungen" entstanden sei. Auf Einwand von Willi Engelmann räumte der Bürgermeister ein, dass in diesem Gutachten nicht ausdrücklich empfohlen wird, die Straße zu sperren. Klika verwies aber zugleich auf die für ihn entscheidende haftungsrechtliche Bedeutung der Untersuchung. Die Verantwortung trage letztlich er als Bürgermeister.

Willi Engelmann appellierte an Klika, fast 800 Unterschriften ernst zu nehmen. Damit hätten die Bürger zum Ausdruck gebracht, "dass sie erwarten, dass etwas passiert". Enttäuscht äußerten sich die Initiatoren der Unterschriftenaktion darüber, dass in den acht Wochen seit der Sperrung "nichts passiert" sei.

Das wiesen der Bürgermeister und Gerhard Oswald von der Stadtentwicklungsabteilung zurück. Die Stadtwerke seien bereits an der technischen Planung von Sicherungsmaßnahmen. Im Wesentlichen geht es dabei um zwei mögliche Varianten: eine Stützmauer oder ein Stahlgitter, das wie im Gebirge mit Nägeln fixiert wird. Dafür müsste die Bepflanzung weichen.

Klika: Noch heuer eine Lösung

Überrascht zeigte sich der Bürgermeister, dass Kies und Geröll, die abgerieselt und vom Maschendrahtzaun aufgehalten wurden, bislang noch nicht geräumt wurden. Darauf machten die Initiatoren der Unterschriftenaktion aufmerksam. Ohne die Räumung, so ihr Einwand, sei gar nicht zu erkennen, ob weiter etwas nachkommt.

Eine Entscheidung, wie die Stadt verfährt, sei noch nicht gefallen, teilte Klika mit. Er geht aber davon aus, dass es noch in diesem Jahr eine Lösung gibt. Auf einen genaueren Termin wollte sich der Bürgermeister nicht festlegen. Er ließ aber durchblicken, dass für den Steinbrunner Berg Geld in den Haushalt eingestellt wird.

Er sagte zu, dass in der Stadtratssitzung am Dienstag, 5. Februar, um 17 Uhr über den aktuellen Sachstand berichtet wird.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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