Über 40 Alleebäume müssen weichen

Waldkraiburg - Die Stadt will die Alleebäume im Finkenweg und im Meisenweg entfernen. Deren Wurzeln haben den Gehweg beschädigt, Borde gehoben und die Fahrbahn verschoben.

In diesem und im nächsten Jahr sollen diese Schäden beseitigt, Gehwege und Straßen wieder hergerichtet werden. Alles in allem kostet das über 350000 Euro.

Im Stadtentwicklungsausschuss berichtete Bernd Schott von den Stadtwerken über die Schäden in den beiden Straßen und erläuterte, was an den Gehwegen und Fahrbahnen zu tun ist.

1967 wurde der ostseitige Gehweg im Finkenweg hergestellt und acht Linden gepflanzt. Für die Bäume sei damals zu wenig Pflanzraum geschaffen worden. Der Abstand der zwei mal eineinhalb Meter großen Baumscheiben zum Bordstein des Gehweges, beziehungsweise zur Fahrbahn war zu gering. Sieben Großbäume haben durch starke Wurzelentwicklung erhebliche Schäden am Gehweg angerichtet, die Borde und Rinnenplatten gehoben und verschoben und die Fahrbahn angehoben. Die Entwässerung der Fahrbahn sei zum größten Teil nicht mehr gewährleistet.

Durch Einzelmaßnahmen habe man die Schäden im Bereich des Gehwegs, der eine Deckschicht von nur zwei bis drei Zentimetern aufweist, zwar gemindert, nicht aber verhindert. Eine langfristige Lösung sei das nicht.

Die Fahrbahn des Finkenweges ist zudem durch Ausmagerungen der Deckschicht, Risse und Aufbrüche geprägt. Die Tragschicht sei mit einer Stärke von neun bis 15 Zentimetern aber noch verwendbar. Die Entwässerung aus dem Jahr 1967 erfolgt nur über Sickerschächte.

Schott empfiehlt, die sieben Bäume zu fällen und die Wurzelstöcke zu roden sowie die Gehweg-, Rinnen- und Bordsteinschäden im Bereich der Baumscheiben zu sanieren. Die Deckenschicht der Fahrbahn soll erneuert und Schäden der Tragschicht teilweise ausgebessert werden. Die Kosten für die Maßnahme im Finkenweg, die noch in diesem Jahr vorgesehen ist, werden auf rund 115000 Euro geschätzt.

Teuer kommt die Sanierung des Meisenwegs. Auch dort haben die Großbäume aus den 60er-Jahren Schäden an den Gehwegen, Bordsteinen und Rinnenplatten hervorgerufen. Auch dort beeinträchtigt laut Schott die starke Wurzelentwicklung die Fahrbahn. Als weitere Herausforderung kommt im Meisenweg hinzu, dass sich im südlichen Gehweg eine 20-kV-Mittelspannungsleitung und die Niederspannungsleitungen zum Teil unter den Bäumen befinden. Die Stadtwerke beabsichtigen, 2014 Mittel- und Niederspannungsleitungen zu erneuern und die alte Mittelspannungsleitung zu entfernen sowie eine LWL-Steuerleitung zu verlegen. In einem Teilabschnitt des Gehweges befindet sich zudem der Schmutzwasserkanal, der sanierungsbedürftig ist.

In einem ersten Schritt sollen noch in diesem Jahr 35 von insgesamt 37 Alleebäumen geschlagen werden, die Wurzelstöcke bodeneben abgefräst sowie Gehweg-, Rinnen- und Bordsteinschäden im Bereich der Baumscheiben verkehrssicher und provisorisch mit Kies verschlossen werden. 35000 Euro sind dafür veranschlagt. Nur die beiden Bäume im Bereich des Falkenrings können stehen bleiben.

2014 - nach dem Verlegen der Leitungen - sollen dann die Rinnen und Borde an die Fahrbahn angepasst werden. Die Gehwegoberfläche soll auf Kosten der Stadtwerke wiederhergestellt werden.

Um die Substanz der Fahrbahn zu erhalten, empfiehlt Schott, die Deckschicht zu erneuern und Schäden der Tragschicht auszubessern. Voraussichtlich rund 207000 Euro kosten die Maßnahmen im kommenden Jahr.

Eine grundhafte Erneuerung der beiden Straßen wird nicht als notwendig erachtet. Das bedeutet, dass bei diesen Maßnahmen die vor wenigen Jahren beschlossene Straßenausbaubeitragssatzung nicht zum Tragen kommt, die Anlieger müssen sich also nicht an den Kosten beteiligen.

Um die erforderlichen Abstände zu den Stromleitungen einzuhalten, ist es nicht möglich, in den Gehwegen im Meisenweg neue Bäume zu pflanzen.

Umweltreferent Gerd Ruchlinski sprach sich dennoch dafür aus, eine Ersatzpflanzung mit schwachwüchsigen Züchtungen und Pfahlwurzlern auf der Fahrbahn in die Planung mit aufzunehmen. Diese Forderung war im Ausschuss aber nicht mehrheitsfähig. Über eine Neubepflanzung soll erst in Zukunft entschieden werden, wenn eine Erneuerung oder Verbesserung der Straße notwendig wird.

Der Ausschuss leitete das von Schott vorgetragene Konzept befürwortend an den Stadtrat weiter, der endgültig über die Maßnahmen entscheiden muss.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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