Neues Gemeindezentrum geplant

Waldkraiburg - Die türkisch-islamische Gemeinde möchte an der Reichenberger Straße ein neues Gemeindezentrum errichten.

Über die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das "Gebiet an der Reichenberger Straße/Haldenwanger-Gelände" berät der Stadtentwicklungsausschuss in öffentlicher Sitzung am Mittwoch, 9. Mai. Hintergrund ist die Anfrage der türkisch-islamische Gemeinde, die auf dem ehemaligen Betriebsgelände ein neues Gemeindezentrum errichten möchte.

Die Waldkraiburger Muslime sind schon seit Langem auf der Suche nach einer Alternative für ihre Moschee in der Reichenberger Straße gegenüber dem Gelände der Firma Renolit. Eine Erweiterung sei dringend notwendig, sagt der Vorsitzende Gökay Tastan.

Bislang scheiterten jedoch alle Bemühungen aus unterschiedlichen Gründen. Konkretes Interesse gab es etwa am ehemaligen Moser&Göttlicher-Grundstück in der Daimlerstraße, das dann aber von der Firma Netzsch erworben wurde. Im Gespräch war zwischenzeitlich auch das Sozialgebäude der SGF hinter dem Penny-Markt an der Graslitzer Straße.

Weit gediehen sind nun die Pläne für ein Gemeindezentrum einige hundert Meter von der bestehenden Moschee entfernt auf dem alten Haldenwanger-Gelände. Kernstück ist ein Gebetsraum, der auf zwei Geschossen (Männer im Erdgeschoss/Frauen im ersten Stock) laut Tastan Platz für rund 600 Gläubige bietet.

Die Architektur ist klassisch-traditionell. Mit einer Kuppel und vier Minaretten, die laut Tastan etwa einen halben Meter darüber hinausragen, soll der Bau nach dem Wunsch der Gemeinde versehen sein. Zu Kosten und Finanzierung will die Gemeinde zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben machen.

Neben dem Gebetsraum sind in dem Gemeindezentrum Räume für verschiedene Zwecke geplant. Integrations- und Deutschkurse sollen laut Tastan dort ebenso abgehalten werden wie Nachhilfeuntericht für Schüler, auch kulturelle Schulungen am Wochenende sind für die Nachwuchs dort vorgesehen. Im bestehenden Gemeindezentrum stehen dafür nicht genug Räume in ausreichender Größe zur Verfügung. Die Räume in dem neuen religiösen Zentrum sollen nach Informationen unserer Zeitung eine Gesamtfläche von 1600 Quadratmetern haben.

Die Waldkraiburger Gemeinde, die zum Dachverband Ditib gehört, pflegt seit vielen Jahren gute und regelmäßige Kontakte zu den politischen Vertretern in der Stadt und im Landkreis sowie zu den beiden großen Konfessionen in Waldkraiburg.

Auch bei der Stadt sehe man einen Bedarf nach größeren Räumen, sagt Bürgermeister Siegfried Klika. Gleichwohl lässt er Bedenken erkennen, was die konkret geplante Dimension angeht.

Tastan tritt dagegen Befürchtungen entgegen, in der Reichenberger Straße entstehe ein überregionales Zentrum. Schon jetzt besuchen nach seinen Worten 300 bis 500 Muslime das Freitagsgebet. Neben Waldkraiburg kommen sie aus den umliegenden Orten, in denen es keine eigene Moschee gibt, wie Ampfing, Aschau, Kraiburg oder Mettenheim. Daran wird sich nach den Worten des Vorsitzenden nichts ändern.

Um fest zu legen, was die Stadt auf dem Areal zulassen will, soll ein Bebauungsplan aufgestellt werden, kündigt der Bürgermeister an.

In der öffentlichen Sitzung am Mittwoch, 9. Mai, um 17 Uhr ist neben zahlreichen weiteren Tagesordnungspunkten zur Bauleitplanung erneut der Krippenanbau am Kindergarten St. Franziskus in der Birkenstraße Thema. Es geht erneut um die Kosten. Zur Vorberatung liegt dem Gremium zudem die Entwurfsplanung für den Umbau der Kirchenstraße vom Stadtplatz bis zur Iglauer Straße vor. Ein weiteres Thema ist das Anbringen von Straßennamen und Hausnummern im Ortsteil Pürten.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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