Polizeichef: „Nichts Besonderes mehr“

Waldkraiburg – Eine Tochter zeigte letzte Woche ihre eigene Mutter wegen Onlinehandel-Betrugs an. Für die Polizei gab es schon mehrere solcher Fälle in jüngster Vergangenheit:

Ohne ihr Wissen bestellte eine 40-Jährige seit 2011 Waren über das Internet auf den Namen ihrer Tochter. Nun kam die 18-Jährige dahinter und zeigte sie an. Für die Polizei sei ein Fall wie dieser nichts Besonderes mehr. „Wir hatten bereits mehrere Fälle dieser Art in unserem Dienststellenbereich“, erklärt der Polizeichef in Waldkraiburg, Georg Marchner.

Es habe in Waldkraiburg schon einmal eine ganze Serie von Online-Betrug gegeben. „Ein Mitbürger mietete sich in einen Wohnblock ein und bestellte bei Kaufhäusern auf den Namen eines Nachbarn. Dort fing er vor der Türe die Pakete immer ab. Nach einiger Zeit verschwand der Mann, ohne Miete gezahlt und ohne die Pakete bezahlt zu haben“, erzählt Marchner weiter.

Der Fall konnte allerdings relativ schnell geklärt werden. „Eine Identifikation durch den zuständigen Paketboten zeigte, dass es sich bei dem Nachbarn nicht um den Mann handelte, der die Pakete immer entgegen genommen hatte“, erklärt Marchner. Außerdem sei das auch an den unterschiedlichen Unterschriften festzumachen gewesen.

Wer zahlt die 700 Euro?

Im aktuellen Fall der 40-jährigen Mutter ist jetzt zu klären, wer die Kosten für die Bestellungen im Wert von rund 700 Euro übernimmt. „Da eine Anzeige wegen Betruges gegen die Frau vorliegt, wird das Geld nicht bei der Tochter eingefordert. Mit der Anzeige hat die Tochter etwas in der Hand, dass sie die Waren nicht selbst bestellt hat. Der Gerichtsvollzieher wird bei einer Verurteilung auf die Mutter zukommen, um den entstanden Schaden für die Kaufhäuser einzufordern“, schließt Marchner ab.

kmr

Rubriklistenbild: © dpa

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