Neue Heimat gesucht

Waldkraiburg - Der Tierschutzverein ist weiterhin auf der Suche nach einem Grundstück für ein neues Tierheim. Die bisherige Unterkunft ist in schlechtem Zustand.

Einen Überschuss von mehr als 34.000 Euro weist der Kassenbericht des Tierschutzvereins Waldkraiburg für das Jahr 2011 aus. Das war die gute Nachricht in der Mitgliederversammlung. Schlechte Nachrichten gab es auch. Bei der Suche nach einem Grundstück oder Bauernhof für ein neues Tierheim ist man nicht weiter gekommen. Dabei ist der Zustand der bestehenden Anlage in Pürten bedenklich.

Über den schlechten Zustand der Tierherberge berichtete Manuela Gyimes, die Vorsitzende des derzeit rund 435 Mitglieder starken Vereins. Die Baulichkeiten seien "total marode", die Wohnung für die Tierheimleitung eigentlich nicht mehr bewohnbar. Dabei müsse immer jemand da sein. Die schlechte Isolierung führe zu sehr hohen Heizkosten. Die Freilauffläche für die Hunde verwandle sich im Winter regelmäßig in eine Eisfläche. Als "katastrophal" bezeichnete Gyimes die unbefestigte Zufahrt. Manche Veranstaltungen, die die engagierte Vorstandschaft gerne auf die Beine stellen würde, scheitern schon am Wetter. Bei Regen gibt es keine Parkmöglichkeiten.

Nicht zuletzt fehlt es an Platz. Doch Erweiterungsmöglichkeiten sind am bestehenden Standort nicht vorhanden. Händeringend suche der Verein ein Grundstück oder einen Bauernhof, der nicht zu abgelegen ist, wo aber gleichzeitig keine Anwohner gestört werden. Kurzfristig fehlt ein Lagerraum oder eine Garage, die dem Tierschutzverein zur Verfügung gestellt werden.

Präsentation der Finanzen

Kassierin Nadja Frankl berichtete über die Finanzen im Jahr 2011. Demnach schlugen Einnahmen von fast 137000 Euro zu Buche. Die größten Posten waren die Zuwendungen und Zuschüsse mit über 51000 Euro, die Erträge aus den Gemeinden mit mehr als 22000 Euro, Einnahmen aus Tiervermittlung mit ebenfalls über 22000 Euro, Spenden (mit Quittungen) in Höhe von gut 12000 Euro und fast 7000 Euro Mitgliedsbeiträge. Auf der Ausgabenseite standen demgegenüber insgesamt gut 102000 Euro. Mit fast 54000 Euro schlugen die Löhne zu Buche. Über 9000 Euro an Energiekosten fielen an, insbesondere für Heizung. Auf mehr als 17000 Euro beliefen sich die Tierarztkosten.

Die Erhöhung der Fundtierpauschale der Gemeinden auf ein Euro pro Einwohner hatte zu Beginn des Jahres für erhebliche Diskussionen gesorgt. Die meisten Gemeinden, Waldkraiburg, Kraiburg, Aschau, Gars, Reichertsheim, Taufkirchen und Jettenbach verlängerten die Verträge mit dem Tierheim Pürten. Zwei Gemeinden, Ampfing und Mettenheim, haben Verträge mit dem Tierheim Kronberg abgeschlossen, das vorläufig noch bei einer Pauschale von 70 Cent bleibt. Leute, die aus diesen beiden Kommunen Fundtiere abgeben wollten, habe man deshalb abweisen und nach Kronberg verweisen müssen, berichtete die stellvertretende Vorsitzende Felicitas von Roennebeck. Sie versicherte, dass auch nach der Erhöhung der Pauschale die Kosten, die dem Tierheim für die Aufnahme und Versorgung der Tiere entstehen, die Einnahmen aus den Gemeinden übersteigen. Das Tierheim sei nun aber in der Lage, alle Tiere aufzunehmen und angemessen zu versorgen. 420 Fundtiere wurden im vergangenen Jahr abgegeben, davon 171 Katzen und 139 Hunde. 260 Tiere habe die Tierherberge an gute Plätze weitervermitteln können.

Der Tierschutzverein engagiert sich auch gegen das Tragen von Echtpelzen, Pelztierfarmen, die in Deutschland im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern noch immer nicht verboten sind, und gegen das lebend Rupfen von Gänsen für Daunenmäntel und -kissen. Von Roennebeck appellierte an die Mitglieder, dieses Anliegen zu unterstützen. Gleiches gilt für das Wildtierverbot in Zirkussen. Artgerechte Haltung und Transport von Wildtieren im Zirkus seien nicht möglich, sagte Manuela Gyimes. Aus diesem Grund haben sich auch einige Mitglieder des Vereins im Herbst an einer friedlichen Demonstration beteiligt, als der Circus Voyage ein Gastspiel in Waldkraiburg gab.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

Rubriklistenbild: © dpa

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