Für Zukunft von Wohnen und Gewerbe

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Offiziell dem Verkehr übergeben wurde gestern die neue Kreisstraße MÜ 25 zwischen Thann und Haigerloh. Unser Bild zeigt (von links) Frank Ruckdäschel vom Straßenbauamt Rosenheim, Aschaus Bürgermeister Alois Salzeder, Landrat Georg Huber und Waldkraiburgs Bürgermeister Siegfried Klika.

Waldkraiburg/Aschau - Rund 4,4 Millionen Euro teuer ist der neue Teilabschnitt der Kreisstraße MÜ 25 zwischen Haigerloh und Thann, der gestern offiziell dem Verkehr übergeben wurde.

Schon vor über zehn Jahren gab es erste Planungen. "Was lange währt, wird endlich gut", sagte Landrat Georg Huber.

Der Teilabschnitt der neuen MÜ 25 zwischen Thann und Haigerloh wurde gestern offiziell eingeweiht. Die Strecke ist 2881 Meter lang und kostete rund 4,4 Millionen Euro, wie Landrat Georg Huber bei seiner Ansprache sagte. Sein Dank galt allen an der Durchführung des Baus Beteiligten.

Die Straße sei ein "Zukunftsprojekt für Wohnen und Gewerbe" und verbinde nicht nur umliegende Gemeinden miteinander. Sie verbessere den Verkehrsfluss erheblich und fungiere als Zubringer zur B12 und zur A94. Waldkraiburg und Aschau profitierten gleichermaßen, so Huber.

Vor über zehn Jahren gab es erste Planungen zum Bau einer neuen Kreisstraße, doch erst 2009 kam die wegbereitende Lösung mit einer Trasse westlich von Wolfgrub, veranlasst durch Aschaus Bürgermeister Alois Salzeder, der es verstand, die Anlieger und Grundstückseigentümer zu überzeugen.

Spatenstich war im Juli vorigen Jahres, die Fertigstellung jetzt im September.

Um die Natur zu schützen seien notwendige Maßnahmen getroffen worden. Huber drückte auch sein Verständnis für die Landwirte aus, die nicht sofort ihr Land für den Straßenbau zur Verfügung stellen wollten, schließlich würden landwirtschaftliche Produktionsflächen zerschnitten. Auch sprach er die feindselige Stimmung an, die ihm bei Aschauer Diskussionen öfters entgegenschlug. Doch daran dürfe man den Erfolg eines Projektes nicht messen. Am Ende freute er sich über die interkommunale Zusammenarbeit zwischen Aschau, Waldkraiburg, Heldenstein und dem Landkreis und die finanzielle Kooperation.

Die 4,4 Millionen Euro beinhalten 500000 Euro Planungs- und Baudurchführungskosten, 600000 Euro für den Grundstückserwerb und 3,3 Millionen Euro reine Baukosten.

Der Freistaat Bayern stimmte einer Zuwendung von 1,4 Millionen Euro zu, 500000 Euro kamen von der Stadt Waldkraiburg, 450000 Euro Planungskosten vom Landkreis und rund zwei Millionen Euro trägt die Gemeinde Aschau.

Nun sei die Realisierung der notwendigen Vorwegweiser noch eine Herausforderung, sagte der Landrat und sprach dabei den Widerstand der Gemeinde Aschau an (wir berichteten). Aschau wehrte sich gegen drei von neun geplanten "Riesenschilder" - die am Kreisverkehr. Sie behindern die Landwirte bei der Feldarbeit und verursachen unnötige Mehrkosten, sagte Aschaus Bürgermeister Salzeder in einem Interview Ende August zu den Waldkraiburger Nachrichten.

Landrat Huber meinte in Richtung Salzeder, die Richtlinien aus der Verkehrssicherheitsinitiative des bayerischen Innenministeriums kämen nicht von ungefähr. Es gehe um die Unfallvermeidung und die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. "Wir alle werden älter", sagte er und bezog sich auf die größere Schriftgröße auf den Verkehrsschildern. Die Buchstaben auf sechs von neun Schildern werden statt 126 Millimeter nun 175 Millimeter groß sein, auf den drei am Kreisverkehr stehenden reichen 140 Millimeter.

So wurde laut Landrat ein Kompromiss gefunden. Wegen Aschaus Widerstand wird die Lieferung der Schilder erst Mitte Oktober erfolgen. Bezahlen will sie die Gemeinde jedenfalls nicht.

"Ich bin hier, um eine gelungene Straße zu feiern", sagte Salzeder in seinem Grußwort. Er verriet, wie er einige besonders verhaltene Grundstückseigentümer vom Verkaufen überzeugte: Er trank mit dem ein oder anderen ein Tragl Bier bis um 3in der Früh.

In Bezug auf die "überdimensionierten Schilder" rund um den Kreisverkehr sagte er: "Den Kreisel gibt es nun sechs Jahre, 18 Millionen Fahrzeuge passierten ihn und es gab keinen Unfall." Er bezweifle nach wie vor die Notwendigkeit, so große Schilder aufzustellen. Durch die großen Tabellenwegweiser sei die Sicht der Lkw- und Traktorfahrer stark eingeschränkt. Er wünsche sich eine Anpassung mit Augenmaß.

"Wir lehnen es ab, die Schilder zu bezahlen", sagte er auf Nachfrage der Zeitung, schließlich bestehe ein kostenrelevantes Mitspracherecht und die rund 100000 Euro Mehrkosten, die diese neun Schilder verursachen, waren nicht Gegenstand der ursprünglichen Finanzverhandlungen.

Den Vertretern der Stadt Waldkraiburg, die gekommen waren, dankte Salzeder für den Zuschuss, der sei gut in der Straße verbaut und Waldkraiburg bekomme eine "g'scheite Straß'" zur Entlastung.

Er betonte nochmal die Vorzüge der neuen MÜ 25: Industriegebiete der Zukunft werden erst dann zukunftsfähig, wenn sie eine barrierefreie Zufahrt zu einer Autobahn gewährleisten. In Sachen Autobahn sei die Regierung in der Bringschuld, schließlich habe Franz Josef Strauß 1978, als er bei einem Besuch vor Ort war, versprochen "in drei Jahren fahrt ihr auf der Autobahn nach München". Auch der Ausbau der maroden Staatsstraße 2352 dürfe nicht vergessen werden. Pfarrer Hans Altmann sprach seinen kirchlichen Segen und die Blaskapelle Aschau bildete den musikalischen Rahmen der Einweihungsfeier.

kla/Waldkraiburger Nachrichten

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