Steinbrunner Berg: Kritik an Sperrung

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Nichts geht mehr am Steinbrunner Weg. Die Straße ist für den Verkehr gesperrt, aus Sicherheitsgründen, wie die Stadt erklärt. "Nicht mal ein Fußgänger kann sich noch durchzwängen", schimpft Ernst Auer, der sich über die Entscheidung der Stadt ärgert.

Waldkraiburg - Seit Montag dieser Woche ist der Steinbrunner Berg im Süden Waldkraiburgs für den Verkehr gesperrt. "Unhaltbar" findet das nicht nur Ernst Auer.

Ernst Auer fährt auf dieser Straße regelmäßig mit dem Fahrrad nach Kraiburg. Und wie er sehen es auch einige Bürger aus St. Erasmus und Niederndorf. Die Stadt hält an ihrer Entscheidung fest. Aus Sicherheitsgründen bleibe es bei der Sperrung, so der Bürgermeister.

In der Stadtratssitzung Anfang November war die Sperrung zwar schon angekündigt worden. Doch Ernst Auer, der in der Johann-Sebastian-Bach-Straße wohnt, hatte bis zuletzt gehofft, dass es nicht so weit kommt. "Die Strecke befahre ich täglich furchtlos", sagt er. Die Entscheidung der Stadt hält er für überzogen.

Schon 1982 habe die Stadt den Berg sperren wollen, erinnert sich der ehemalige Stadtrat. "Ich war damals wie viele andere dagegen." Und er ist es noch heute. Der Zustand der Straße sei "besser denn je", meint Auer. Und wer eine Bedrohung durch den Hang fürchte, "sollte Straßen im Berchtesgadener Land, in Traunstein oder Rosenheim meiden". Dort komme man mit Straßen in schwierigem Gelände zurecht. "Unser städtisches Tiefbauamt könnte sich bei dortigen Kollegen beraten lassen." Um "Rollkies und Laub" zu entfernen, die sich im Maschendrahtzaun gefangen hätten, reiche es, den Berg einen Tag zu sperren.

Ernst Auer bemängelt auch, dass "kein Hinweis angebracht ist, wie man ausweichen soll". Den Sandweg, der wenige hundert Meter etfernt zum Innkanal hinunterführt hält er für eine gefährliche Alternative. Denn im Winter werde dieser Weg noch nicht mal gestreut, pflichtet ihm Anna Stadler bei. Auch die Seniorin aus Hart ist gegen die Sperrung. Wenigstens für Fußgänger und Radfahrer sollte man den Berg offen halten, sagt Elisabeth Manstetter aus Niederndorf.

Für die Anlieger sei die Sperrung ein großer Nachteil meint Anna Stadler. Sie seien jetzt zu einem "Riesenumweg" über Stockham oder Pürten gezwungen.

Auch Georg Bruckmaier glaubt nicht an eine aktuelle Gefährdung. Wenn eine solche aber vorliegt, "dann müsste die Stadt sofort was machen", vor allem im Hinblick auf den geplanten Kreisverkehr, für dessen Bau der Stockhamer Berg gesperrt werden müsse.

Bürgermeister Siegfried Klika hält an der Sperrung fest. Er verweist auf die geologische Untersuchung. Vor allem bei starken Niederschlägen und großer Trockenheit könnte der Hang instabil werden, so Klika. Deshalb habe die Stadt zur Winterzeit und Frostperiode den Berg aus Sicherheitsgründen gesperrt. Der Bürgermeister bestätigt, dass auch der zunehmende Verkehr am Steinbrunner Berg Anlieger ärgere. "Mal sehen, wie sich der Verkehr jetzt anders orientiert." Für Fußgänger und Radfahrer, die ihr Fahrrad schieben, sei der Sandweg als Alternative geeignet.

Jetzt gehe es darum, die Untersuchungen fortzusetzen und Sicherungsmaßnahmen festzulegen. Drei Vorschläge stehen laut Bürgermeister im Raum: Ein Netz, das über den Hang gespannt wird, eine Stützmauer, die allerdings fundamentiert werden müsste, und eine Spundwand, die in den Berg gerammt wird. Wann eine dieser Sicherungsmaßnahmen zum Tragen kommen könnte, darauf legt sich Klika nicht fest.

Auch er erinnert an die Diskussionen um den Steinbrunner Berg im Jahr 1982. Damals habe der Stadtrat eine Stützmauer, die der Grundstücksbesitzer forderte, abgelehnt.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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