Frühstück mit Zeitung

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"Zeitstück" heißt das neue Ganzjahresprojekt für Ganztagsschüler der Diesel-Mittelschule. Wie hier die Klasse 8b so treffen sich insgesamt sechs Ganztagesklassen einmal in der Woche zum gemeinsamen Frühstücken. Kostenlos erhalten sie an diesem Tag die Heimatzeitung, mit der sie sich im Unterricht intensiv beschäftigen.

Waldkraiburg - Frühstück und Zeitung - das gehört zusammen. Seit Anfang November gilt das auch für 101 Ganztagesschülerinnen und -schüler an der Diesel-Mittelschule.

Im Projekt "Zeitstück" lernen sie ihre Tageszeitung kennen und arbeiten im Unterricht mit dem Medium. Bis zum Ende des Schuljahres stellen die Waldkraiburger Nachrichten dafür die Zeitungen kostenlos zur Verfügung.

Die Initiative ging von Rektorin Birgit Heinrich-Huber aus. Wie viele ihrer Kollegen beobachtet sie, dass ein geregeltes Frühstück am Morgen für einen großen Teil der Schüler nicht mehr selbstverständlich ist. Mit dem Projekt "Zeitstück" will sie den jungen Leuten den Wert eines gemeinsamen Frühstücks verdeutlichen und mit der regelmäßigen Zeitungslektüre ein Gefühl vermitteln, das Zeitungsleser kennen und schätzen. Beim OVB-Medienhaus rannte die Schulleiterin mit dieser Idee offene Türen ein. Bis zum Ende des Schuljahres unterstützt die Heimatzeitung die Schule dafür mit kostenlosen Freiexemplaren.

Jeden Schultag um 8 Uhr trifft sich eine andere der sechs Ganztagesklassen von der 5. bis zur 9. Jahrgangsstufe zum Frühstücken, meist im Schülercafé im dritten Stock, das dafür ideale Voraussetzungen bietet, manchmal im Klassenzimmer.

"Zeitstück" in der 8b: Schon vor dem Gong decken die ersten Schüler den großen Tisch, an dem sich langsam alle versammeln. Tee, Saft, Brot und Semmeln, Marmelade, Honig und Wurst, auch Obst, Gurken, Tomaten, Frischkäse gibt es zum Frühstück. Auch gesund soll es schließlich sein. An zwei Tagen in der Woche werden die Klassen kostenlos von der Bäckerei Hellberg mit Semmeln versorgt.

Und aus der Zeitung gibt es die neuesten Nachrichten, Berichte über Veranstaltungen in und um Waldkraiburg, Bundesliga-Fußball, kleine und große Politik... Mit der hat Ali nichts am Hut, das sagt er gleich zu Beginn des Gesprächs mit dem Waldkraiburger Lokalredakteur Hans Grundner. Mitschülerin Seyma wünscht sich mehr und größere Bilder. Obwohl sie den Eindruck hat, aus der Zeitung mehr zu erfahren als aus dem Internet, sind ihr die Berichte zu lang. "Das ist zu viel zu lesen."

"Am Anfang gab es Widerstände", sagt Klassenleiterin Alexandra Söhnlein. Zeitunglesen - viele Schüler sind daran nicht gewöhnt. Auf längere Texte hatten sie keine Lust. Zu anstrengend.

"Nur wenige nehmen noch ein Buch in die Hand", bedauert die Rektorin. Ein Zwischenfazit nach den ersten Wochen fällt dennoch recht positiv aus. Mit den Lehrkräften ist sich Huber-Heinrich einig. Das Projekt sei ein Gewinn für die Schüler, die langsam an das Medium herangeführt werden. "Sie genießen es, einmal nicht mit Pauken in Mathe und anderen Fächern anfangen zu müssen, sondern beieinander zu sitzen und familiäre Gespräche zu führen", so die Schulleiterin.

Beim Besuch des Lokalredakteurs entwickelt sich ein munteres Gespräch mit den Schülern. Da kommen jede Menge Fragen: Wie die Zeitung denn überhaupt von den Ereignissen erfährt? Wie sie die Nachrichten auswählt? Warum am Ende immer alle Seiten voll werden? Und vieles mehr...

Die Waldkraiburger Nachrichten begleiten die Klassen nun durch ein ganzes Schuljahr. Nicht nur an Tagen, an denen sie die Zeitung kostenlos erhalten, auch an den anderen wählen die Schüler der 8b in Gruppenarbeit Artikel aus, die sie besonders interessieren, fassen sie zusammen und stellen sie der Klasse vor. Auch ein Langzeitprojekt, an dem sie bis zum Mai arbeitet, haben die 19 Schüler der 8b schon ausgesucht. Sie werden sich die Berichterstattung über Unfälle genauer anschauen, untersuchen, was passiert ist, welche Folgen die Unfälle haben und vor allem, warum sie passiert sind. Die 6. Klasse beschäftigt sich mit Todesanzeigen, eine 5. Klasse wertet die Wettervorhersagen aus und geht der Frage nach, ob sie mit der Wirklichkeit übereinstimmen. Im Mai werden die Ergebnisse präsentiert und bis dahin wird die eine oder andere Schülergruppe auch einen Blick in die Redaktion werfen können.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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