Nächtliche Großeinsätze der Polizei in Zusammenhang mit Anschlägen

Waldkraiburger schildert SEK-Evakuierung: "Hoffentlich haben sie ihn jetzt"

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Diese Mehrfamilienhäuser in Waldkraiburg wurden in der Nacht auf Samstag von einem Sondereinsatzkommando (SEK) evakuiert. Eine der Wohnungen steht in Zusammenhang mit dem zuvor in Mühldorf festgenommenen 25-Jährigen. Er ist dringend tatverdächtig, für die Anschlagsserie in Waldkraiburg verantwortlich zu sein. 

Waldkraiburg - SEK-Einsätze in Zusammenhang mit den Anschlägen in Waldkraiburg schreckten die Region in der Nacht auf Samstag auf - in Waldkraiburg wurden drei Wohnblocks evakuiert. innsalzach24.de hat mit einem Betroffenen gesprochen. *Neue Fotos*

Es war 3.30 Uhr, mitten in der Nacht, als sie bei ihm klingelten: "SEK! Verlassen Sie sofort die Wohnung!" Stefan Brandl* dachte zuerst, Spezln würden sich einen Scherz mit ihm erlauben. Gerade mal zwei Stunden Schlaf hatte er hinter sich, als die Spezialeinheit mit Sturmhauben und Helmen vor ihm stand. "So wie ich aufgewacht bin, musste ich los. Auch ohne Hausschuhe", so der Waldkraiburger im Gespräch mit innsalzach24.de.


Sprengstoff in einer der Wohnungen in Waldkraiburg?

Drei Mehrfamilienhäuser in Waldkraiburg, sowie eines in Garching an der Alz wurden in der Nacht auf Samstag evakuiert. Der Hintergrund: Der mutmaßliche Täter, der in Waldkraiburg zuletzt Anschläge auf Geschäfte mit türkischstämmigen Betreibern verübte, soll in dortigen Wohnungen "gefährliche Gegenstände" gelagert haben - mutmaßlich Sprengstoff. Denn ebenfalls mit Sprengstoff wurde der 25-Jährige am Freitagabend am Mühldorfer Bahnhof erwischt

Bewohner dürfen nach SEK-Einsatz in Waldkraiburg in Haus zurück

 © fib/Eß
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Für Stefan Brandl und die Bewohner der insgesamt 18 Wohnungen in Waldkraiburg war das im ersten Moment nicht klar: "Habt Ihr eine Fliegerbombe gefunden?", fragte er die Polizistin, die ihn mit weiteren Bewohnern ins Nachtlager zur Feuerwehr fuhr. "Nein. Schlimmer", kam die kurze, beunruhigende Antwort. Es bestehe "Gefahr im Verzug", deshalb die Evakuierung. Mehr erfuhren sie nicht. Im Gespräch mit den Nachbarn im Nachtlager bei der Feuerwehr habe sich dann aber schnell herumgesprochen, dass ein Zusammenhang zur Anschlagserie in der Stadt bestehen müsse. 

Wohnblock evakuiert - Großeinsatz in Waldkraiburg

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"Was passiert ist, ist menschenentwürdigend"

"Um Gefahren für die jeweils in unmittelbarer Nähe der Objekte wohnende Bevölkerung auszuschließen, werden diese vorsorglich evakuiert und betreut", so die Polizei später in einer Pressemitteilung. Auf eine der 18 Wohnungen hatten es die Polizisten abgesehen: "Für diese eine Wohnung hatte uns die Polizei ausdrücklich untersagt, dort hinzugehen. Die sei tabu", schildert Brandl die Situation, als sie gegen 9 Uhr wieder zurück in die eigenen vier Wände durften. Nachbarn berichteten von Wohnungsdurchsuchungen. Besagte Wohnung steht wohl mit dem mutmaßlichen Täter in Verbindung. Am 10. Mai gab die Polizei schließlich bekannt, dass der Täter ein Anhänger des Islamischen Staats (IS) ist und mit Bomben und Sprengstoff weitere Anschläge in Waldkraiburg plante.

Großeinsatz der Polizei am Bahnhof Mühldorf

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Auch wenn die nächtliche SEK-Aktion für ihn im ersten Moment noch so verstörend war, Stefan Brandl hat Verständnis: "Hoffentlich haben sie ihn jetzt erwischt. Was da bei uns in Waldkraiburg zuletzt passiert ist, ist menschenentwürdigend." Auch Brandl kann über die Hintergründe des Täters nur spekulieren. Aber auffällig sei es schon, dass es sich bei den Opfern allesamt um "Ausländer" gehandelt hätte. Am Sonntagvormittag gegen 11 Uhr wird die Polizei in einer Pressekonferenz mehr über ihre Ermittlungen verraten. Fest steht aber: Der verhaftete 25-Jährige sei in Zusammenhang mit der Anschlagserie in Waldkraiburg "dringend tatverdächtig". innsalzach24.de wird live berichten.

*Name von der Redaktion geändert.

xe

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