Die Stadt wächst

Wohnungsbau treibt Einwohnerzahl in Waldkraiburg hoch: Senioren- und Ausländeranteil steigt

Fast jeder vierte Einwohner Waldkraiburgs – genau 23,2 Prozent – ist im Rentenalter. Das geht aus dieser Grafik aus dem Einwohnermeldeamt im Rathaus hervor. 5964 Bürger sind 65 Jahre oder älter. Klinger
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Fast jeder vierte Einwohner Waldkraiburgs – genau 23,2 Prozent – ist im Rentenalter. Das geht aus dieser Grafik aus dem Einwohnermeldeamt im Rathaus hervor. 5964 Bürger sind 65 Jahre oder älter.

Der leichte Bevölkerungsrückgang im Jahr 2019 war wohl nur ein Ausreißer nach unten. 2020 setzt sich der Trend nach oben wieder fort. 25.699 Einwohner zählte die Stadt Waldkraiburg zum Jahreswechsel. Zuwächse gibt es vor allem bei den Senioren und bei den Ausländern.

Waldkraiburg – 25.699 Einwohner hatte die Stadt am 31. Dezember 2020. Das sind um 238 oder 0,9 Prozent mehr als im Jahr davor. Das geht aus der aktuellen Statistik des Einwohnermeldeamtes im Rathaus hervor.


Seit 2017 wieder über 25.000 Einwohner

Schon 2017 war die Bevölkerungszahl wieder über 25.000 gestiegen. Jetzt ist ein neuer Höchstwert erreicht. Auch Peter Heinfeldner, der Leiter des Einwohnermeldeamtes, ist überzeugt, dass sich in diesem Anstieg die rege Bautätigkeit niederschlägt. „Viele Wohnungen, die 2019 geplant wurden, wurden erst 2020 fertiggestellt.“ Deshalb wirke sich der Zuzug, der auch aus dem Umkreis von München komme, mit Verzögerung auf die Einwohnerstatistik aus.


Geschosswohnungsbau bringt Zuzug von außen

Ähnlich sieht es Hans Pieke, Vorsitzender des Heimwerk e. V. Der Träger des Adalbert Stifter Seniorenwohnens baut im Umfeld des geplanten neuen Seniorenzentrums über 160 Eigentumswohnungen. Es ist derzeit eines der größten Wohnungsbauprojekte in der Stadt. 48 Einheiten sind bereits bezogen, weitere 42 bezugsbereit. Die Bautätigkeit bringe Zuzug von außen, so Pieke. Etwa 60 Prozent der Wohnungskäufer am Münchner Platz kommen aus Waldkraiburg und Umgebung, rund 40 Prozent kommen von außerhalb.

Vieles spricht dafür, dass das Bevölkerungswachstum anhält. Anfang 2022 werden am Münchner Platz weitere 72 Wohnungen fertig. 2021 steht zudem die Fertigstellung weiterer Wohnanlagen, etwa der WSGW sowie einiger Bauträger an.

232 Geburten – 334 Sterbefälle

Die Zahl der Geburten bleibt mit 232 (110 Mädchen, 122 Buben) auf einem hohen Niveau, liegt über dem Vorjahr (219), erreicht aber nicht die Werte von 2018 (243) und 2017 ((240).

Die Zahl der Sterbefälle ist wie seit Jahren deutlich höher, auch heuer um etwa 100. 334 Bürger sind 2020 verstorben, 313 waren es 2019, 336 im Jahr 2018. Überraschend sei für ihn diese Zahl, meint Heinfeldner. Die Corona-Pandemie und ihre Folgen ließen sich daran kaum ablesen.

Jeder Vierte hat keinen deutschen Pass

Der Anteil der Waldkraiburger im Rentenalter ist erneut gestiegen – auf 23,2 Prozent. 5964 Bürger und Bürgerinnen sind 65 Jahre oder älter. Dabei kommen erst jetzt die geburtenstärksten Jahrgänge ins Rentenalter. Die demografische Schieflage wäre deutlich größer ohne den hohen Ausländeranteil, der erneut gestiegen ist. 24,1 Prozent, 6193 Personen, weist die Statistik aus.

Mit Asylbewerbern und Flüchtlingen ist die Quote nicht zu erklären, sondern vor allem mit dem Zuzug von EU-Arbeitnehmern aus Ost- und Südosteuropa. Immer mehr bringen ihre Familien mit. Die Stadt stellt sich auf diese Entwicklung und die damit verbundenen Herausforderungen ein, zuletzt etwa durch die Schaffung einer neuen Stelle für Integration mit dem Caritas-Kreisverband.

Besonders hoher Ausländeranteil in den Altersgruppen zwischen 25 und 44 Jahren

Während der Anteil der Waldkraiburger ohne deutschen Pass in der Altersgruppe über 75 Jahre mit grade fünf Prozent am niedrigsten ist, ist er bei den Jahrgängen im Erwerbsalter besonders hoch. Fast 41 Prozent zwischen 25 und 34 Jahren kommen aus dem Ausland, 38 Prozent sind es in der Gruppe zwischen 35 und 44 Jahren. Und auch bei den ganz Jungen ist der Anteil hoch: 26 Prozent bei Kindern, 25 Prozent bei den der Gruppe zwischen 15 und 24 Jahren. hg

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