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Frage nach den tatsächlichen Kosten

Wie teuer wird es? Waldkraiburg beauftragt Architekturbüro für Planentwurf zum Rathaus-Neubau

Ein neues Rathaus soll gebaut werden. Wie teuer es tatsächlich werden könnte, dazu gibt es aktuell noch keine verlässlichen Zahlen.
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Ein neues Rathaus soll gebaut werden. Wie teuer es tatsächlich werden könnte, dazu gibt es aktuell noch keine verlässlichen Zahlen.

Die abschließenden Verhandlungen sind geführt, jetzt soll das Siegerbüro mit den ersten Planungen zum Waldkraiburger Rathaus-Neubau beginnen. Der Auftrag ist vorerst für die ersten Leistungsphasen vergeben, in denen auch die Kostenberechnung erstellt wird. Dann lässt sich sagen, wie teuer der Neubau angesichts der aktuellen Situation wird.

Waldkraiburg – Feststeht, dass das Waldkraiburger Rathaus neu gebaut werden soll. Auch wie es künftig aussehen soll, ist bereits entschieden. Doch wie weit treiben die aktuellen Umstände die bislang einkalkulierten Kosten in die Höhe? Dies nun zu berechnen, gehört unter anderem zu den Aufgaben für den Sieger des Realisierungswettbewerbs für den Rathaus-Neubau. Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung die Beauftragung des Architekturbüros mehrheitlich genehmigt.

Verträge angenommen

Nach dem Wettbewerb hat die Stadt die Verhandlungen mit den zwei verbliebenen Preisträgern aufgenommen. Der 1. Preisträger (Riehle+Assoziierte Architekten und Generalplaner GmbH & Co. KG, Stuttgart, mit Levin Monsigny Landschaftsarchitekten, Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin) hatten noch zu den Punkten Bauzeiten, mit zu verbauende Bausubstanz in den Freianlagen, Zeitpunkt der verbindlichen Festlegung der Bauzeiten und Kostenobergrenzen weiteren Regelungsbedarf gesehen und die Verträge entsprechend ergänzt.

Die Veränderungen bedingten allerdings keinen Ausschluss aus dem Vergabeverfahren, wie Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) im Stadtrat erklärte. Zuletzt hatte nur noch das Siegerbüro die Verträge angenommen, die Zweitplatzierten nicht mehr abgegeben.

„Das Architekturbüro soll für die Leistungsphasen eins bis vier beauftragt werden“, erklärte Bürgermeister Pötzsch. Das beinhaltet die Leistungsbilder Gebäude, Freianlagen, Verkehrsanlagen, Flächennutzungsplan, Bebauungsplan und Grünordnungsplan. Für die Entwurfs- und Genehmigungsplanung sind weitere Fachplaner erforderlich, die durch den Stadtrat beziehungsweise des entsprechenden Ausschusses zu beauftragen sind.

In den Leistungsphasen eins bis vier geht es auch um die entscheidende Frage: Wie teuer wird der Neubau? Die prognostizierten Kosten für den Neubau und die Gestaltung des umliegenden Platzes lagen ursprünglich bei rund 24 Millionen Euro. Diese Kosten werden wohl angesichts der allgemeinen Preissteigerungen nicht zu halten sein. Bereits in der Diskussion zum städtischen Haushalt war bereits die Rede davon, dass stattdessen 30 Millionen Euro realistischer sind. „Dann wissen wir, wo geht‘s hin“, sagte Pötzsch.

Für Stephanie Pollmann (CSU) war es noch wichtig, ob es zu Vertragsstrafen kommen könnte, sollte sich der Neubau verzögern. „Wird dann eine Entschädigung fällig, wenn das Projekt stillgelegt wird?“ Über mögliche Vertragsstrafen müsse sich die Stadt jetzt keine Gedanken machen. „Bei der Leistungsphase eins bis vier fallen keine Strafen an. Sobald allerdings Vergaben gemacht werden, gibt es kein Zurück mehr“, sagte Pötzsch. Im ersten Schritt soll nun das Architekturbüro konkrete Zahlen liefern zum Neubau. „Dann wissen wir, was das Rathaus kosten soll.“

Die SPD steht längst nicht mehr hinter dem gemeinsam gefassten Grundsatzbeschluss zum Neubau des Rathauses. Die Fraktion hatte immer wieder die hohen Kosten angemahnt, während die Stadt gleichzeitig viele Pflichtaufgaben erfüllen müsse. Stattdessen hätte man sich gewünscht, dass eine Sanierung in den Fokus genommen wird.

„Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, alles zu überdenken“, sagte Richard Fischer (SPD). Für die vier Stadträte der SPD gehöre der Rathaus-Neubau eben auf den Prüfstand, aus diesem Grund wolle man bei diesem Beschluss zum Ergebnis des Verhandlungsverfahren dagegen stimmen. Für Pötzsch nicht nachvollziehbar, wieso die Fraktion dem Verhandlungsverfahren nicht zustimmen will. „Der Entschluss zum Neubau des Rathauses ist längst gefallen. Wenn die Zahlen auf dem Tisch sind, entscheiden wir.“

Alles auf den Prüfstand stellen

Trotzdem blieb es bei dem geschlossenen Nein der SPD-Fraktion. Daran änderte auch eine erneute Nachfrage von Pötzsch nichts. „Was ist denn falsch an dem Verfahren gelaufen?“ Denn bei dem Beschluss sei es erst einmal zweitrangig, ob das Rathaus gebaut wird. Martina Arnusch-Haselwarter erklärte ihre Entscheidung damit, dass sie das Rathaus gerne auf einen späteren Zeitpunkt verschieben würde. „Ich habe andere Prioritäten und bin generell gegen den Rathaus-Neubau.“

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