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Zigarettenstummel, Flaschen oder Verpackungen

Weg mit dem Müll: Waldkraiburger Plogging-Gruppe zieht ein erstes Fazit

Victoria Jurela - Leiterin der Plogging-Gruppe Waldkraiburg
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Victoria Jurela - Leiterin der Plogging-Gruppe Waldkraiburg

Zigarettenstummel, Flaschen oder Verpackungen: Viel zu oft wird Müll achtlos in der Natur entsorgt. In Waldkraiburg hat sich voriges Jahr eine Plogging-Gruppe zusammengetan und sagt dem Müll den Kampf an. Zeit für eine Bilanz.

Waldkraiburg – Zigarettenstummel am Boden, Flaschen im Gebüsch oder ein weggeworfener Kanister: Viel zu oft landet noch immer Müll nicht dort, wo er hingehört, sondern wird einfach in der Natur entsorgt. Damit der Müll dort nicht liegen bleibt, braucht es Privatleute, die sich für ein sauberes Waldkraiburg star kmachen. Aus diesem Grund hat Victoria Jurela (36) vergangenes Jahr die Plogging-Gruppe gegründet.

Seit Sommer engagiert sich die Waldkraiburger Plogging-Gruppe und sammelt auf ihren Spaziergängen Müll ein: (von links) Hartmuth Lang, Andrea Lang, Sabine Lukeit, Monika Meinl und Eva Grabbe-Tkocz sowie (vorne von links) Lucia und Juliana Jurela und Veronika Jurela.

Die sportliche und naturverbundene Fitnesstrainerin gründete vergangenes Jahr die Gruppe „Plogging in Waldkraiburg und Umgebung“. Sie macht es aus Überzeugung und hat Freude bei dem, was sie tut. Plogging vereint schließlich eine Menge positiver Effekte. Man ist an der frischen Luft, hat viel Bewegung, sieht und erlebt die Natur und macht sich für eine saubere Umwelt stark. „Ich bin Fitnesstrainerin und kann die Leute auch in Sachen Gesundheit betreuen, ihnen Tipps geben, wie sie sich richtig bewegen, und helfen, wieder fit zu werden. Vor allem ist es eine großartige Möglichkeit, der Einsamkeit zu entfliehen. Bei uns ist man in einer tollen Gemeinschaft, und man ist mit netten Menschen zusammen. Es gibt also sehr viele gute Gründe für das Ploggen“, verspricht die engagierte Waldkraiburgerin. Plogger, das sind Leute, die beim Spazierengehen Müll einsammeln.

Irina Markgraf (53),gelernte FinanzbuchhalterinWaldkraiburg„Waldkraiburg will sein Image verbessern. Ich denke, dazu gehört auch, dass die Stadt sauberer wird. Ich sammle daher schon seit vergangenem Jahr auf meinen ausgedehnten Spaziergängen mit Plastiktüte und Handschuhen ausgestattet, Straßenmüll auf und bin jetzt Mitglied bei Viktoria in der Plogging-Gruppe in Waldkraiburg. Vielleicht wäre es auch eine gute Marketing-Idee, wenn der Bürgermeister uns einmal für ein oder zwei Stunden in unserer Gruppe unterstützen würde. Das würde sicher den Bekanntheitsgrad unserer Gruppe steigern, das Stadtbild verschönern und auch das Image der Stadt verbessern.“

Acht Erwachsene sammeln regelmäßig

Mitmachen kann jeder, egal ob Jung oder Alt, Männer oder Frauen. Selbst Jurelas Töchter Lucia (10) und Juliana (6), sowie ihre Mutter Veronika (61) sind aktive Plogger. Aktuell sind es acht Erwachsene, die regelmäßig in Waldkraiburg für Ordnung sorgen. Die Stadt stellt den Ploggern seit Oktober einen Raum zur Verfügung, wo die Plogger ihren gesammelten Müll abstellen können. Der wird dann vom Bauhof entsorgt. „Wir bräuchten eigentlich einen Container, so wie es in Mühldorf der Fall ist“, sagt die 36-Jährige. Das wäre praktisch, um den gesammelten Müll wiegen zu können. Die Gruppe hätte dadurch einen besseren Überblick. Sie mache zwar immer Bilder von den Sammelaktionen, aber Gewicht- und Mengenangaben hätten sie leider nicht.

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Zwei Waldkraiburger Firmen haben bislang die Ehrenamtlichen unterstützt, die restlichen Kosten bezahlt die engagierte Mutter jedoch nach wie vor aus eigener Tasche. Greifer, Warnweste, Eimer, Handschuhe, Müllbeutel und Co. haben schließlich ihren Preis. Der Bund Naturschutz Waldkraiburg macht auf ihre Aktionen aufmerksam. Zwei Mitglieder vom Bund sind sogar bei den Sammelaktionen aktiv dabei.

So viele weggeworfene Zigarettenstummel hat die Plogging-Gruppe am Stadtplatz eingesammelt.

Müll einsammeln, der unachtsam in Büsche und Straßengräben geworfen worden ist – das Thema ist nicht neu in der Stadt. Einmal im Jahr veranstaltet die Stadt Waldkraiburg ein Ramadama. Das ist jedoch keine dauerhafte Lösung, dem vielen Müll Herr zu werden. Auch während des Jahres sind die Müllmengen nicht gering, die die Plogging-Gruppe sammelt.

Sabine Lukeit (61),KrankenschwesterWaldkraiburg„Seit es die Plogging-Gruppe gibt, bin ich hier dabei. Es macht mir Spaß, mit den Leuten gemeinsam etwas zu bewegen. Ich habe sehr großen Respekt vor der Natur. Es nervt mich unheimlich, dass da so viel Müll herumliegt. Ich finde es dann immer schön, wenn wir am Ende unserer Plogging-Aktion sehen, dass wir gemeinsam wieder so viel geschafft haben. Ich würde mir wünschen, dass die Leute lernen, Verantwortung zu übernehmen und ihren eigenen Müll selbst richtig entsorgen. Es wäre schön, wenn mehr Leute uns unterstützen würden. Ich selbst plogge schon viele Jahren, aber in der Gruppe macht es einfach mehr Spaß.“

Pläne für Schulprojekt

Jurela möchte nichts fordern, doch Fakt ist, dass die Plogging-Gruppe einiges bräuchte. Ein Gruppenraum wäre schön, sowie ein extra Raum für die Unterbringung des Arbeitsmaterials wäre wichtig. Die 36-Jährige lagert das Arbeitsmaterial bei sich zuhause. Sie wünscht sich, dass ihre Gruppe wächst, auch mehr materielle Hilfe kommt und den Menschen die positive Seite des Ploggens bewusst wird.

Jurela hat einige Pläne. Dazu zählen unter anderem ein Plogging-Stammtisch, Infoveranstaltungen und Schulprojekte.

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Am Stadtpark

„Vor allem Kinder und Jugendliche zeigen Interesse an dem, was wir tun. Wir wollen mit Vorurteilen aufräumen und den Menschen deutlich machen, wie enorm wichtig es ist, verantwortungsvoll mit unserer Umwelt umzugehen“, sagt die Plogging-Gruppen-Leiterin. Sie haben großen Spaß bei dem, was sie tun, und freuen sich über das Ergebnis ihrer Aktionen. Saubere Plätze und wieder mehr Sicherheit für Mensch und Tier verleiht schließlich jedem ein gutes Gefühl.

Veronika Jurela (61),RentnerinWaldkraiburg„Ich bin dabei, weil Waldkraiburg so dreckig ist, dass man hier nicht mehr schön spazieren gehen kann. An jeder Ecke, hinter jedem Busch, mitten in der Stadt, egal wo man hinschaut, liegen Müll, Kippen und Dreck. Man kann sich das einfach nicht mehr anschauen. Da muss dringend etwas gemacht werden. Ich wünsche mir, dass Kinder in einer sauberen Umwelt großwerden. Beim Plogging trifft man nette Leute, ist an der frischen Luft und hat Bewegung. Meine Enkel gehen auch mit. Die übernehmen das auch alles und ich hoffe, dass sie das später einmal fortführen. Ich hoffe, dass unsere Plogging-Gruppe mehr Hilfe erhält.“

Wer die Plogging-Gruppe unterstützen will, kann Kontakt aufnehmen unter plogging.waldkraiburg@gmail.com. Die nächsten Plogging-Termine sind am Sonntag, 20. Februar, von 13 bis 15 Uhr und Sonntag, 13. März, von 10 bis 12 Uhr.

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