Doppeltes Standortproblem

Aus für Schultausch: Jetzt hat die Förderschule ein Problem

Waldkraiburg/Mühldorf am Inn: Nach Aus für Schultausch - So geht es mit der Förderschule weiter
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Die beiden Mittelschulstandorte in Waldkraiburg. Eigentlich sollten sie am Standort der Dieselschule zusammengelegt werden, wobei beide jeweils eigenständig geblieben wären. Die Förderschule wäre dabei dann in die Räume der Franz-Liszt-Schule untergekommen. Doch das ist jetzt vom Tisch.

Waldkraiburg/Mühldorf am Inn - Dass es nun doch zu keinem "Schultausch" kommt, sorgte bei vielen für Erleichterung. Doch für die Förderschule ist es ein erhebliches Problem.

Der Kreistag sprach sich in seiner jüngsten Sitzung einstimmig dafür aus, dass schnellstmöglich nach einer Alternativlösung für die Zukunft der Förderschule in Waldkraiburg gesucht werden soll. Dies wurde nötig, nachdem das Projekt des "Schultauschs" sich dort vor kurzem zerschlagen hatte. "Beschränkt sich das dann nur auf das Stadtgebiet von Waldkraiburg?", fragte ÖDP-Kreisrat Reinhard Retzer. "Wir würden uns da keine zu engen Grenzen setzen", erwiderte Landrat Maximilian Heimerl (CSU).


Pläne für Förderschule Waldkraiburg durch Aus für Schultausch zerschlagen

Das Förderzentrum Waldkraiburg braucht mehr Platz für die Einführung einer Ganztagesbetreuung, sowie die mögliche zusätzliche Beschulung von Schülern mit sehr hohem sozial-emotionalem Förderbedarf. Mit seinen vier Außenstellen verfügt es über 3264 Quadratmeter geförderte Fläche. Im Raumprogramm der Regierung von Oberbayern wären insgesamt 5517 Quadratmeter förderfähig, es gäbe also durchaus noch ein Potenzial von 2253 Quadratmetern, für staatliche geförderte Bauten.


In unmittelbarer Nähe zum Förderzentrum befinden sich die Mittelschule, sowie die Grundschule an der Dieselstraße, für welche die Stadt zuständig sind. Zunächst gab es daher Anfang 2018 den Plan eines gemeinsamen Schulzentrums. Dann war ab Anfang 2019 geplant, dass im Rahmen des Schultauschs, während Diesel- und Franz-Liszt-Mittelschule gemeinsam am Standort Dieselstraße untergebracht worden wären, die Förderschule in die Räume der Franz-Liszt-Schule kommen sollte. Dies zerschlug sich jedoch jüngst, da auf Grund neuer Daten zur Entwicklung der Schülerzahlen in Waldkraiburg Franz-Liszt- und Dieselschule ihre Standorte behalten sollen. 

Auch Außenstelle Starkheim braucht neues Gebäude

Während es nun also eine Entscheidung für die Zukunft der beiden Mittelschulen gibt, ist die Förderschule wieder zurück beim Stand von vor zwei Jahren. Hinzu kommt, dass es dabei nicht nur um die Zukunft der bestehenden Einrichtung in Waldkraiburg geht. Auch eine dauerhafte Lösung für die Außenstelle in Starkheim muss gefunden werden. Eigentlich war dazu im Februar 2019 beschlossen worden, dass auf deren Gelände ein Ersatzneubau für das bestehende Nebengebäude der Fachakademie für Sozialpädagogik enstehen sollte. Das Gebäude der Außenstelle der Förderschule wäre dabei bis zu Umzug der Förderschule in die Franz-Liszt-Mittelschule weiter genutzt und im Anschluss abgebrochen worden.

Insgesamt muss daher nicht nur für die 13 Klassen der Förderschule, sondern für die Außenstelle 22 Klassen eine dauerhafte Lösung gefunden werden. "Wir müssen das Thema unbedingt weiter vorantreiben", mahnte SPD-Kreisrat Günther Knoblauch. "Die Förderschüler sind von der aktuellen Arbeitsmarktsituation besonders hart getroffen, da müssen wir ihnen zumindest eine gute Ausbildung ermöglichen."

hs

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