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38-Jähriger vor Gericht

Beleidigt, bedroht und geschlagen: Waldkraiburger Rosenkrieg eskaliert auf Parkplatz

Vor dem Mühldorfer Amtsgericht fand ein Waldkraiburger Rosenkrieg ein erstes Ende.
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Vor dem Mühldorfer Amtsgericht fand ein Waldkraiburger Rosenkrieg ein erstes Ende.

Ein 38-jähriger Mann soll im Trennungsstreit seine Frau öffentlich beleidigt, bedroht und geschlagen haben. Jetzt stand er deswegen vor dem Richter.

Waldkraiburg / Mühldorf – Weil er seine Noch-Ehefrau beleidigt, bedroht und geschlagen hat, stand ein bislang unbescholtener, 38-jähriger Mann aus Waldkraiburg jetzt vor dem Mühldorfer Amtsrichter Florian Greifenstein.

Als der Angeklagte vor einem Jahr mit seiner Mutter auf dem Weg zum Einkaufen war, bemerkte er an einer roten Ampel im Wagen hinter sich seine Noch-Ehefrau mit deren Mutter, wie sie ihn mit ihrem Mobiltelefon filmte..

Beleidigungen aufgezeichnet

Der Angeklagte stieg wutentbrannt aus, lief zum Auto seiner Frau, von der er damals schon getrennt lebte, und bedrohte sie: „Ich schneide dir den Kopf ab und schicke ihn deinem Vater!“ Ebenso drohte er seiner Schwiegermutter Gewalt an.

Danach fuhren er und seine Mutter zum Einkaufen. Unglücklicherweise war auch seine Gattin in diesem Supermarkt. Der Streit setzte sich fort und eskalierte schließlich auf dem Parkplatz . Hier schlug der Mann seiner Frau mit der linken Faust in den Bauch. Sie sackte zusammen und ging mit einem stumpfen Bauchtrauma zu Boden. Der Angeklagte beleidigte sein Opfer und nannte sie eine „Schlampe“

Ein Mitschnitt bringt den Angeklagten zur Einsicht

Vor Gericht bezeugte ein älterer Mann, der ebenfalls beim Einkaufen war, den Schlag, den er vom Parkplatz gegenüber gesehen hatte. Ein jüngerer Mann, konnte dagegen nur die Bedrohung bezeugen. Eine vor Gericht eingespielte Audiodatei gab den auf albanisch geführten Streit wieder. Ein Dolmetscher bestätigte die Drohung, die der Angeklagte daraufhin eingestand.

Eine Polizeimeisterin der Inspektion Waldkraiburg, erklärte, sie habe die Frau, die völlig fertig war, beruhigt und zum Tathergang befragt. Die sichtlich mitgenommene Geschädigte habe ausgesagt, ihr Ehemann habe sie in den Bauch geschlagen.

Die Mutter des Beschuldigten ließ durch einen Übersetzer mitteilen, dass ihre Schwiegertochter sie und ihren Sohn von ihrem Auto aus mit dem Handy gefilmt und sie ebenfalls als „Schlampe“ tituliert hätte.

Plädoyers werten die Zeugen unterschiedlich

Für Staatsanwältin Sophia Wagner waren nach der Verhandlung alle drei angeklagten Tatbestände im Wesentlichen bestätigt. Die Bedrohung sei durch die Audiodatei bewiesen, der ältere Zeuge habe den Faustschlag genau gesehen, der zweite Augenzeuge habe die Beleidigung gehört. Die Vertreterin der Anklage forderte daher eine Geldstrafe in Höhe von 90 Tagessätzen zu 85 Euro.

Verteidigerin Dr. Carolin Arnemann sah den Sachverhalt anders. Für die Münchner Rechtsanwältin blieb am Ende nur der Tatbestand der Bedrohung übrig. Der Zeuge habe nicht den Faustschlag gesehen, sondern nur eine Bewegung der linken Hand. Auch die Beleidigung sei nicht bewiesen. Sie plädierte daher für 20 Tagessätze zu 50 Euro.

Eine unschöne Trennungsgeschichte

Für Amtsrichter Florian Greifenstein war dies eine seit 2019 dauernde „Trennungsgeschichte, die unschöner ist als manche andere“. An dem Rosenkrieg sei die Ehefrau aber auch nicht gänzlich unbeteiligt gewesen, wie die Handyaufnahmen und die Chatverläufe bewiesen hätten.

Für den Beschuldigten sprachen, dass er keine Vorstrafen hatte und die Noch-Ehefrau keine bleibenden Schäden davontrug. Sehr negativ bewertete Richter Greifenstein, dass alle drei Delikte in der Öffentlichkeit verübt wurden. Er verurteilte den Angeklagten daher zu 70 Tagessätzen á 50 Euro.

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