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Kriminalstatistik 2021

Abschied von „Krawallburg“: Leben in Waldkraiburg so sicher wie seit 25 Jahren nicht mehr

Sie freuen sich über die Erfolge ihrer Arbeit: Erster Polizeihauptkommissar Georg Deibl (links) und Polizeihauptkommissar Dietmar Meißner.
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Sie freuen sich über die Erfolge ihrer Arbeit: Erster Polizeihauptkommissar Georg Deibl (links) und Polizeihauptkommissar Dietmar Meißner.

Die Straftaten erreichten ein historisches Tief und lagen unter dem bayernweiten Durchschnitt. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote auf 74,7 Prozent. Die Polizei nennt die Gründe.

Waldkraiburg – Waldkraiburg war im vergangenen Jahr so sicher wie seit 25 Jahren nicht mehr. Auf 1000 Einwohner kamen in der Stadt nur 38 Straftaten, vor einem Jahr waren es noch 50). „Das ist historisch“, freute sich Waldkraiburgs Polizeichef Georg Deibl bei der Vorstellung der Kriminalstatistik der Waldkraiburger Polizeiinspektion.

So niedrig waren die Zahlen zuletzt 1997. Die Stadt ist für die Bürger ein sicheres und die für Täter ein brandgefährliches Pflaster. Deibl: „Bei uns lebt man sicher.“ Auch dank der, so Deibl, guten personellen und technischen Ausstattung der Polizei sowie deren Präsenz vor Ort.

Seit drei Jahren sind die Verbrechenszahlen im Bereich der Waldkraiburger Polizei – sie ist auch für Kraiburg, Aschau, Jettenbach, Taufkirchen und Unterreit zuständig – im Sinkflug. Im vergangenen Jahr verzeichneten die Gesetzeshüter insgesamt 1224 Straftaten; ein Jahr zuvor waren es noch 1580. Das ist ein Rückgang um 22,5 Prozent oder anders ausgedrückt: gut ein Viertel weniger.

Waldkraiburg wird immer sicherer: Auf 1000 Einwohner kamen 2021 in Waldkraiburg weniger Straftaten als in Bayern; Tendenz fallend.

Gründe für die Entwicklung

Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote noch einmal leicht von 74,4 Prozent (2020) auf jetzt 74,7 Prozent an. Das heißt: Bei drei von vier Straftaten wurde der Täter erwischt. Das freut den Waldkraiburger Polizei-Chef: „Natürlich hat sich die Corona-Pandemie ausgewirkt und die Kriminalität auf historisch niedrige Werte sinken lassen. Gleichzeitig konnte die hervorragende Aufklärungsarbeit bestätigt werden.“ Denn bayernweit wurden 2021 nur 66,9 Prozent aller Fälle aufgeklärt.

Im für das persönliche Sicherheitsgefühl wichtigsten Bereich, der Kriminalität auf der Straße, gingen die Fälle von 233 (2020) um ein Viertel auf 174 zurück. Kurz: Waldkraiburgs Straßen und öffentliche Plätze werden immer sicherer.

Einzig die Sexualdelikte nehmen zu

Der einzige Bereich, der 2021 wuchs, waren die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, also Nötigung und Kindesmissbrach. Hier wurden 38 Fälle erfasst (2020: 30). Besonders erschreckend: Durch die mobile Internetnutzung teilen besonders auch Kinder und Jugendliche pornografische Inhalte. Hier stieg die Zahl der Fälle von fünf auf jetzt 17. Zumindest konnten 94,1 Prozent aller Fälle aufgeklärt werden.

Diebstähle sind der größte Bereich

Die häufigsten Straftaten sind mit 337 Fällen nach wie vor die Diebstähle. Sie machen 27,5 Prozent aller Fälle aus, gingen aber im Vergleich zum Vorjahr um 11,3 Prozent zurück. 2021 gab es nur vier Wohnungseinbrüche (2021: 10); davon ereignete sich nur einer in der Stadt Waldkraiburg. Auch die Fahrraddiebstähle waren rückläufig und sanken um ein gutes Viertel von 87 Fällen (2020) auf 66. Die schweren Diebstähle – alles, was mit Aufbrechen verbunden ist – ging um ein Drittel auf 101 Fälle (2020: 154) zurück.

Ebenso erfreulich war die Tendenz bei den sogenannten Straftaten gegen das Leben. Hier gab es 2021 nur noch einen Fall (2020: sieben), der zudem aufgeklärt wurde. Die Rohheitsdelikte blieben mit 236 Fällen auf dem Vorjahresniveau, konnten aber in fast allen Fällen (96,2 Prozent) aufgeklärt werden.

Sehr erfreulich war der Rückgang der Vermögens- und Fälschungsdelikte. Sie sanken um 62,4 Prozent von 295 Fällen auf nurmehr 111.

Auch die Internet-Kriminalität ist ein Thema

Natürlich gibt es auch in Waldkraiburg Internet-Kriminalität wie Datenveränderung, Sabotage, Betrugsdelikte sowie Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, Beleidigungen und Drogenkriminalität. Hier sind die Ermittlungen sehr schwierig und zeitaufwendig. Polizeihauptkommissar Dietmar Meißner: „Bei den Cybercrime- und Internet-Delikten agieren die Täter sehr häufig aus dem Ausland und werden somit nicht in unserer Statistik erfasst. Außerdem werden nur wenige Versuchstaten angezeigt.“ Daher gibt es hier wohl eine große Dunkelziffer. Auch die Drogendelikte zeigen nach unten. Wurden 2020 noch 215 Fälle registriert; so waren es 2021 nur noch 148. Und in mehr als neun von zehn Fällen (92,6 Prozent) wurden die Täter geschnappt.

Dreiviertel aller Täter sind Männer

Drei Viertel der 685 Verdächtigen waren männlich. 2020 gab es noch 854 Verdächtigte. Gut ein Drittel von ihnen (35,6 Prozent) waren keine Deutschen; in Bayern lag der Anteil dagegen bei 37,9 Prozent.

„Wenn man den Migrationshintergrund in Waldkraiburg bedenkt, ist das sehr interessant“, sagte Polizeichef Deibl. Jeder zehnte Verdächtige hatte entweder harte Drogen (10,8 Prozent) oder Alkohol (10,4 Prozent) intus.

Die Straftaten von Zuwanderern sanken weiter — um 43,5 Prozent von 122 Fälle auf 69. Im Bereich der Körperverletzungen und Raubdelikte sank ihre Beteiligung um 58,9 Prozent auf 14 Fälle.

Polizeichef ist optimistisch

Auch wenn Waldkraiburgs Polizeichef Deibl damit rechnet, dass die Fälle nach dem Wegfall der Corona-Beschränkungen wieder steigen werden; er ist er optimistisch, dass die jahrelange positive Entwicklung anhalten wird: „Ich habe keine Angst, dass bei uns etwas explodiert.“

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