Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Bereits mit 16 wählen? Das sagt Waldkraiburgs Jugend

„Bei den erwachsenen Wählern ist bestimmt auch nicht jeder interessiert“

Anja Weber vom Jugendparlament (links) sowie Niklas Renner, Vorsitzender des Waldkraiburger Jugendparlaments, sprechen sich dafür aus, dass Jugendliche bereits mit 16 wählen dürfen.
+
Anja Weber vom Jugendparlament (links) sowie Niklas Renner, Vorsitzender des Waldkraiburger Jugendparlaments, sprechen sich dafür aus, dass Jugendliche bereits mit 16 wählen dürfen.

Bisher gehen Volljährigkeit und Wahlalter Hand in Hand. Die aktuelle Bundesregierung will jedoch die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahren vorantreiben. Niklas Renner, Vorsitzender des Jugendparlaments, und Anja Weber, Mitglied im Waldkraiburger Jugendparlament, befürworten das ebenfalls.

Waldkraiburg – Bisher gehen Volljährigkeit und Wahlalter Hand in Hand. Die aktuelle Bundesregierung will jedoch die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahren vorantreiben. Allerdings müssen dabei Klippen umschifft werden. Es bedarf nämlich einer Grundgesetzänderung. Dafür sieht die Verfassung vor, dass zwei Drittel der Bundestagsabgeordneten der Änderung zustimmen müssten.

„Immerhin zahlen Jugendliche in ihrer Ausbildung auch Steuern“

Bei der U 18-Wahl, organisiert vom Kreisjugendring, nahmen im Landkreis Mühldorf lediglich 13,7 Prozent der Jugendlichen daran teil. Besteht bei den jungen Leuten also kein oder nur wenig Interesse an der Politik? Stadtrat Christoph Arz und Jugendreferent von den Grünen nennt die U 18-Wahl eine Scheinpartizipation. „Da geht es um Nichts und das wissen und spüren die jungen Menschen“. Außerdem sei der Zeitpunkt der Wahl zu Beginn des neuen Schuljahres unpassend gelegt gewesen.

Niklas Renner, Vorsitzender des Jugendparlaments, spricht sich grundsätzlich für das Wählen ab 16 aus. Der 21-Jährige argumentiert: „Immerhin zahlen Jugendliche in ihrer Ausbildung auch Steuern. Sie sollten daher mitbestimmen können, was mit ihrem Geld passiert“. Außerdem werde die Gesellschaft im Durchschnitt immer älter. „Das heißt, die älteren Wähler entscheiden hauptsächlich über die Zukunft unseres Landes“, so der Informationselektroniker.

+++ Weitere Artikel und Nachrichten aus der Region Mühldorf finden Sie hier +++

„Es soll zwar kein Vorwurf sein“, ergänzt Niklas Renner, doch aus seiner Sicht würde die Schule die Jugendlichen unzulänglich auf eine eventuelle Absenkung des Wahlalters vorbereiten. „Die Lehrpläne sind darauf nicht abgestimmt, aber das müsste sich doch leicht ändern lassen“.

Anja Weber, Mitglied im Waldkraiburger Jugendparlament befürwortet ebenfalls die Absenkung des Wahlalters. Im Gegensatz zu Niklas Renner fühlte sich die 22-Jährige während ihrer Gymnasialzeit ab der zehnten Klasse hinsichtlich politischer Bildung aber gut informiert. Der Einwand, Jugendliche würden sich zu wenig für Politik interessieren, zieht bei der Studentin nicht. Sie vermutet: „Bei den erwachsenen Wählern ist bestimmt auch nicht jeder interessiert beziehungsweise bestens informiert“.

Im Wahlkampf sind die Jugendlichen nicht relevant

In der Absenkung des Wahlalters sieht Christoph Arz einen Zugewinn für die Demokratie. Er betont: „Viele Probleme junger Menschen stehen nur teilweise auf der Agenda. Diese Altersgruppe ist schlichtweg im Wahlkampf bezüglich der Wahlergebnisse nicht relevant. Kommt eine Alterssenkung dann werden diese Gruppen auch besser angesprochen“. Generell müsse man die Jugendlichen mehr ins politische Geschehen einbinden.

Was dem Jugendreferent ferner hervorhebt: Die Schulbildung wird sich darauf ausrichten, früher mit politischer Bildung zu beginnen. Der grüne Stadtrat spricht in diesem Zusammenhang aber von trägen Strukturen des Schulwesens, die den Prozess verlangsamen würden.

Kommentare