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3D-Seismik: Wackelt rund um Waldkraiburg bald alles?

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Projektleiter Ernst Burgschwaiger bei einer Vorstellung des Bohrprojekts in Ampfing im Jahr 2015.
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Waldkraiburg - Bereits seit einer Weile wurden Probebohrungen in Ampfing durchgeführt. Da diese zufriedenstellend abliefen, soll nun ein 3D-Seismik-Verfahren Lagerstätten zeigen. Dazu gab es im Stadtrat nicht wenige Fragen.

"Unser Modell hat sich bestätigt", konnte Ernst Burgschwaiger vom österreichischen Energieunternehmen RAG am Dienstag im Waldkraiburger Stadtrat verküdnen. Bei der Testförderung sollte herausgefunden werden, ob sich eine erneute dauerhafte Ölförderung in Ampfing lohnt. Bereits zwischen 1954 und 1997 wurde in der Gemeinde Öl gefördert. 

Neue Techniken und ein besserer Marktpreis scheinen die weitere Ausbeutung wieder rentabel gemacht zu haben.

Man hofft noch auf bis zu 560.000 Tonnen Öl im Boden von Ampfing.

Die Ergebnisse waren zufriedenstellend. Nun soll mit einem 3D-Seismik-Verfahren weiter nach Lagerstätten geforscht werden.

Gemeinden und Eigentümer informiert

Wie eine offizielle Pressemitteilung der deutschen Erdöl- und Erdgasindustrie erklärt, besteht das Prinzip der Seismik darin, Schallwellen zu erzeugen und deren Echo von den verschiedenen Gesteinsschichten des Untergrundes aufzufangen. Das mit Abstand wichtigste geophysikalische Verfahren ist heute die 3D-Seismik, die es ermöglicht, den Aufbau des Untergrundes bis in Tiefen von 5.000 bis 6.000 m dreidimensional zu erkunden.

In einem Rechenzentrum erfolgt eine aufwendige Datenverarbeitung der aufgezeichneten Messwerte und deren Auswertung. Aus den Ergebnissen werden mögliche Ansatzpunkte für Tiefbohrungen abgeleitet.

Derzeit würden alle betroffenen Gemeinden und Grundstückseigentümer informiert, so Burgschwaiger. Wie er betonte würden strikte Auflagen zum Umweltschutz beachtet. Es würde innerhalb von drei Monaten streifenweise gemessen. In jeder Gemeinde würden die Seismik-Trupps etwa drei Wochen lang unterwegs sein.

Viele Fragen aus dem Stadtrat

Das Projekt ist nicht unumstritten. Die Mühldorfer ÖDP hatte Anfang März in einer Pressemitteilung erklärt, man solle „statt auf einen 'Ölrausch in Oberbayern'" zu setzen, solle man lieber in alternative Energien investieren. Auch an diesem Abend gab es nicht wenige kritische Fragen. 

So fragte Umweltreferent Gerd Ruchlinski (SPD) nach, worin der Sinn einer solchen Unternehmung in Zeiten niedriger Ölpreise liege. "Warum wollen Sie denn noch die letzten Reste aus dem Boden kratzen?" Burgschwaiger konterte, eine solche Unternehmung sei immer langfristig angelegt. Innerhalb der anivisierten 15 bis 20 Jahre könnte sich am Ölpreis noch einiges verändern. Bürgermeister Robert Pötzsch mahnte außerdem, der Sinn dieses Verfahrens stünde nicht zur Debatte.

Charlotte Konrad (CSU) hakte nach, ob durch die Vibrationen Schäden an Gebäuden entstehen könnten. Burgschwaiger verneinte dies. Die Vibrationen seien extrem schwach, außerdem würden jeder der etwa 150 Messungen am Tag nur etwa 6 Sekunden dauern. Nicht ohne guten Grund habe man derartige Untersuchungen auch schon mitten in München durchgeführt. "Wenn eines der Messfahrzeuge in 50 Metern Entfernung von ihrem Haus arbeitet, dann ist das so, als würde ein Lkw vorbeifahren, nicht mehr." Eva Köhr (CSU) konterte, dass auch dies schon eine Belastung sein könnte.

Zuletzt kam auch zur Sprache, ob im Fall einer Förderung, die auch in eine Geothermie-Anlage umgewandelt werden könnte, Konkurrenz für die Waldkraiburger Geothermie entstehen könnte. Auch dies verneinte Burgschwaiger, da durch die jeweils erteilten Förderungslizenzen solche Konflikte von vornerein verhindert würden.

Weitere Themen aus dem Stadtrat:

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