Verwirklichung mit St2091-Ausbau von UWG gefordert

Das sagt das Verkehrsministerium zur Pürtener Ortsumfahrung

+
Der aktuelle Zustand (links) und die Pläne für den Ausbau der Staatsstraße 2091 (rechts) im Vergleich.
  • schließen

Waldkraiburg - Die UWG setzt sich derzeit dafür ein, dass im Rahmen des Ausbaus der Staatsstraße (St)2091 auch eine Ortsumfahrung für Pürten gebaut wird. Derzeit sehen die Chancen dafür aber schlecht aus.

"Im aktuellen siebten Ausbauplan für die Staatsstraßen in Bayern ist die Ortsumfahrung Pürten im Zuge der Staatsstraße 2091 nur nachrangig in der sogenannten zweiten Dringlichkeit enthalten", erklärte Corinna Korn, Pressesprecherin des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr gegenüber innsalzach24.de. "Wir, beziehungsweise unsere nachgeordneten Staatlichen Bauämter, planen die Projekte des siebten Ausbauplans grundsätzlich in der Reihenfolge ihrer Dringlichkeit. Deshalb können wir derzeit bei der Ortsumfahrung von Pürten nicht tätig werden." 

Sofern unvorhergesehenerweise ein höherer Verkehrsbedarf auftreten sollte, sei es zwar möglich, ein Staatsstraßenprojekt nachträglich in die erste Dringlichkeit höherzustufen. Dies jedoch nur dann, wenn im Gegenzug zum vorgezogenen Projekt dann Projekte der ersten Dringlichkeit mit vergleichbarer Kostenhöhe zurückgestellt würden, beispielsweise weil ihre vorrangige Verwirklichung durch den Freistaat Bayern nicht mehr gegeben sei oder sie aufgrund außergewöhnlicher Schwierigkeiten bei der Erlangung von Baurecht nicht innerhalb der festgelegten Laufzeit realisiert werden können. "Ein entsprechendes Tauschprojekt aus der Planungsregion Südostoberbayern wird derzeit aber nicht gesehen", schloss Korn. 

Der vollständige Plan des Bauamts. (Zum Vergrößern klicken)

"Grundsätzlich müssen wir die Antwort so akzeptieren", erklärte dazu der Vorsitzende der UWG Waldkraiburg, Johann Vetter, "Allerdings stellt sich aktuell der Sachverhalt mit jetzt bis zu 14.000 Fahrzeugen deutlich anders da, als diese von offizieller Stelle, aus dem Jahr 1990, mit 10.000 Fahrzeugen pro Tag bestätigt wurde." Die Vorgehensweise zur Erreichung der Dringlichkeit sei der UWG bekannt. "Etwas verwundert mich allerdings, dass man heute schon weiß, dass  'ein entsprechendes Tauschprojekt aus der Planungsregion Südostoberbayern derzeit aber nicht gesehen' wird."

Die UWG würde nun das Thema mit den Anwohnern entsprechend diskutieren und ausloten wie mit dieser Stellungnahme nun umgegangen werden soll. "Am Samstag hat unser Ministerpräsident Dr. Söder, während des Vor-Ort Termins anlässlich der Tumulte in der Erstaufnahme Waldkraiburg, von unserem Bürgermeister Robert Pötzsch das Schreiben von Dr. Frieder Vielsack ausgehändigt bekommen", ergänzte Vetter.

Die Partei hatte sich zuletzt mit verschiedenen Mitteln für die Hochpriorisierung im Ausbauplan beziehungsweise die Verwirklichung der Ortsumfahrung Pürten eingesetzt. Sie ist der Ansicht, dass ohne die Ortsumfahrung auf die Anwohner in Pürten eine erhebliche Verkehrsbelastung zukommen wird, da die St 2091 zu einem Zubringer der A94 wird, die Ende 2019 fertiggestellt werden soll. In der Stadtratssitzung Mitte Mai hatte UWG-Fraktionsvorsitzender Frieder Vielsack eine "offene Rede" an Ministerpräsident Söder gehalten. Daneben wurde Mitte Mai ein offenen Brief an ihn geschickt, auf den es noch keine Antwort gab und es fand eine Informationsveranstaltung zum Planfeststellungsverfahren für den Ausbau der St 2091 durch die Partei statt. Außerdem wurde ein "Motivation Storm" gestartet.

Aufwändiges Ausbauprojekt

Alle Planungsunterlagen finden Sie hier auf der Seite der Regierung von Oberbayern

Neben der Ortsumfahrung gab es Stadtrat noch weitere Kritik an den Planungen für den Ausbau der St2091. Etwa an den Planungen für Geh- und Radwege. Die Ausbau-Planungen sehen vor, die St2091 von Ampfing nach Kraiburg auf einer Länge von etwa 1,2 Kilometern auszubauen und nach Osten zu verlegen. Beginnen soll die Maßnahme im Norden mit dem Umbau der Einmündung der verlängerten Teplitzer Straße in die St2091 zum Kreisverkehr. Die Bahnstrecke soll von der Straße mit einem Geh- und Radweg unterführt und mit zwei Kreisverkehren, die durch eine Verbindungsrampe verbunden sind, mit der St2352 verknüpft werden. Die Pürtener Kreuzung soll höhenfrei gemacht werden. Außerdem soll die St2091 die St2352 unterführen und in einer flacheren Kurve als bisher zur Innkanalbrücke bei Pürten geführt werden. Die St2352, die auf einer Länge von 700 Metern ausgebaut werden soll, wird künftig auf einem Brückenbauwerk an der Hangkante über der St2091 verlaufen. Die Bahnhofsstraße soll in Richtung Süden um etwa 260 Meter verlängert und über einen vierten Ast an den Kreisverkehr der St2091 angeschlossen werden.

Die Kosten des Umbaus in Höhe von insgesamt 8,15 Millionen Euro übernehmen Freistaat, Bund und Südostbayernbahn.Auf die Stadt kommen keinerlei Kosten zu. Die Bauzeit ist für zwei Jahre angesetzt. Straßensperrungen sollen dafür keine notwendig sein.

Zurück zur Übersicht: Waldkraiburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser