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Herausforderung für Waldkraiburg

Wie will die Stadt wohnen? Bürgermeister Pötzsch über das Spannungsfeld von Wohnen und Verkehr

Wie geht die Stadt Waldkraiburg mit ihren Flächen um? Das betrifft zum einen Flächen für Wohnbebauung und zum anderen wie hier am Stadtplatz für Autos. Denn solange es eher mehr als weniger Platz für Stellplätze gibt, wird die Bereitschaft nicht größer, öfter aufs Fahrrad umzusteigen.
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Wie geht die Stadt Waldkraiburg mit ihren Flächen um? Das betrifft zum einen Flächen für Wohnbebauung und zum anderen, wie hier am Stadtplatz, für Autos. Denn solange es eher mehr als weniger Platz für Stellplätze gibt, wird die Bereitschaft nicht größer, öfter aufs Fahrrad umzusteigen.

Wo neue Wohnungen entstehen, wächst auch das Verkehrsaufkommen. Wie die Stadt Waldkraiburg mit den Herausforderungen umgeht und ob es tatsächlich ein Verkehrsproblem in der Stadt gibt, darüber spricht Bürgermeister Robert Pötzsch.

Waldkraiburg – Die einen freuen sich über neuen Wohnraum, den anderen geht die Nachverdichtung in der Stadt zu schnell und zu weit. Mehr Einwohner bedeutet zugleich auch mehr Verkehr – eine Herausforderung, der sich die Stadt in diesem Zusammenhang stellen muss. Doch in welche Richtung sich die Stadt in puncto Wohnen und Mobilität entwickeln soll, darüber gehen in Diskussionen die Meinungen auseinander. Bürgermeister Robert Pötzsch sieht die Stadt dennoch auf einem guten Weg.

An vielen Waldkraiburger Ecken sind Brachen verschwunden, für andere Bereiche werden aktuell die Weichen zur Bebauung gestellt. Es passiert viel, und es ist in der Vergangenheit viel neuer Wohnraum entstanden. Das schlägt sich auch in der Einwohnerzahl nieder, auch wenn manche Bürger skeptisch sind, ob mehr als 26 000 Einwohner Waldkraiburg gut tun.

Flächen für die nächste Generation

Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) will in diesem Fall keine Einwohner-Grenze ziehen: „Was passiert, wenn wir diese Grenze erreichen? Lassen wir dann niemanden mehr rein, bevor nicht einer die Stadt verlassen hat?“ Waldkraiburg hat ohnehin eine viel markantere Grenze: die Stadtgrenzen. Und die sind an vielen Stellen schon erreicht. „Natürlich gibt es noch Flächen, wie den Herzogshart oder das Inntal. Aber solche Flächen sollen für die nächste Generation freigehalten werden.“ Doch jede Fläche für eine weitere Entwicklung ausnutzen, kommt für Pötzsch ohnehin nicht nicht in Frage. Die Stadt brauche auch Flächen für Wald, Erholung und Landwirtschaft. „Damit muss man sorgsam umgehen. Es ist nicht Ziel, alles zu bebauen. Die Grünanlagen in der Stadt werden grün bleiben.“ Eine Entwicklung soll nur dort passieren, wo sie auch Sinn macht. Im Westen der Stadt steht mit dem geplanten Baugebiet eine große Entwicklung an, die Platz fürs Eigenheim zulässt.

„Wir haben dafür rund 300 Bewerber, aber nur 100 Parzellen.“ Vor allem Jüngere ziehen aktuell in die Stadt, der Nachfrage nach Wohnraum müsse man Rechnung tragen. In unterschiedlicher Form: Während sich im Westen der Stadt Einfamilienhäuser realisieren lassen, macht an anderer Stelle Geschosswohnungsbau mehr Sinn. „Das ist eine gute Möglichkeit, alle Bedürfnisse zu befriedigen. Wir müssen den Blick auf einen vernünftigen Mix haben“, sagt Pötzsch.

Wo neue Wohnungen entstehen, kommen neue Fahrzeuge hinzu

Ein größeres Projekt steht an der Liebig Straße an. Dort, wo das Unternehmen Netzsch sein Werk absiedeln will und damit Platz für neuen Wohnraum schaffen wird. Wie hoch darf es dort werden? Vier- oder doch fünfstöckig mit einem zurückversetzten obersten Geschoss? Erste Kritik an der Höhe der geplanten Gebäude war zumindest schon zu hören. Pötzsch sieht das anders: „Der Bau ist strukturiert, da fällt das oberste Stockwerk in der Mitte des Ensembles nicht so auf.“ Viel wichtiger für ihn ist, dass viel Grün das Areal auflockert, eine Tiefgarage soll Parkprobleme erst gar nicht entstehen lässt.

Denn wo neuer Wohnraum geplant wird, tauchen schnell Fragen nach dem zu erwartenden Verkehr und den dazu nötigen Stellplätzen auf. So auch zuletzt bei der Diskussion zur künftigen Bebauung auf dem Netzsch-Gelände. Denn wo neue Wohnungen entstehen, kommen neue Fahrzeuge hinzu. Pötzsch ist aber überzeugt: „Der Verkehr am heutigen Netzsch-Gelände ist ein Vielfaches mehr. Das wird weniger, sobald dort Wohnungen entstehen.“ Ein allgemeines Verkehrsproblem sieht er jedenfalls nicht. Viel entscheidender ist für Pötzsch, wie künftig der Raum bespielt wird.

Stadt hat kein Verkehrsproblem

„Die Frage ist doch: Braucht man das Auto für jeden Weg?“ Weniger genutzter Raum als Stellplätze bietet die Chance, den Raum anderweitig zu nutzen. Für Pötzsch braucht es ein Umdenken, damit mehr aufs Fahrrad umsteigen. Denn Radwege werden nicht mehr genutzt, solange gleichzeitig mehr Parkraum geschaffen wird. „Damit wird die Bereitschaft nicht größer.“ Antworten erhofft er sich von der Überarbeitung der Stellplatzsatzung und einem Verkehrsgutachten, das die Stadt in Auftrag gegeben hab. „Es braucht vereinzelt Lösungen, sonst wird es kein Umdenken geben.“

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