Zahlreiche Anwesende diskutierten

Großes Interesse an der Bürgerversammlung

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Waldkraiburg - Viele wichtige Themen wurden auf der Bürgerversammlung im Haus der Kultur am Montag angesprochen. Neben dem Jahresrückblick von Stadtverwaltung, Stadtwerken und Stadtbau kamen auch die Bürger zu Wort.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bürgermeister Robert Pötzsch erläuterte in seinem Rückblick die Probleme und Aufgaben der Gemeinde im vergangenen Jahr und in der Zukunft.
  • Besonders betonte er das Potenzial und die Möglichkeiten zur Bürgerbeteiligung des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK), das derzeit erarbeitet wird.
  • Auch die Stadtwerke und die Stadtbau blickten auf das vergangene Jahr zurück.
  • Heftige Kritik gab es von Anwohnern des Bauprojekts der Stadtbau in der Porschestraße.
  • In der Fragerunde am Schluss der Veranstaltung wurde eine Vielzahl an Themen diskutiert.

Bilder von der Bürgerversammlung in Waldkraiburg 

So lief die Bürgerversammlung ab:

"Ich bin sehr glücklich, wie viele heute hier sind", freute sich Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) gleich zu Beginn. Über 100 Bürgerinnen und Bürger waren an diesem Abend erschienen.

In seinem Vortag betonte er zunächst, das Platzproblem sei in der nächsten Zeit eine der Hauptsorgen der Gemeinde. "Wir sind überall an unseren Grenzen angekommen." Sehr erfreut zeigte er sich über die Fortschritte beim Breitbandausbau im vergangen Jahr, ein Abschluss sei Mitte 2017 geplant. "Dann wird zwar noch nicht das letzte Haus und der letzte Hof angeschlossen sein", räumte er ein, "Aber der Großteil auf jeden Fall!" 

ISEK "eine tolle Sache"

Die Zusammensetzung eines Steuerkreises

Besonders begeistert sei er aber vom ISEK für Waldkraiburg, das bereits dem Stadtrat vorgestellt wurde. "Das ist keine neue Erfindung“, betonte Pötzsch. Bereits in den 1990er Jahren gab es ein Entwicklungskonzept. "Wir fangen nicht bei Null an. Sachen, die schon damals entwickelt wurden, fließen jetzt wieder mit ein." Er betonte das große Potenzial zur Bürgerbeteiligung im Steuerkreis des Entwicklungskonzepts. Die Waldkraiburger hatten an einem Infostand in der Stadt am vergangenen Samstag die Chance, sich über das Projekt schlau zu machen. "Ich war überrascht, wie viele kamen", betonte Pötzsch, „da ist viel Bereitschaft, mitzumachen“, zeigte er sich optimistisch. Das ISEK sei "eine Riesenchance, neben allen bestehenden Problemen, sich wieder mehr positiv mit der Stadt zu identifizieren." Interessierte können sich weiterhin unter ZukunftWaldkraiburg@dragomir.de melden.  „Machen Sie mit, es ist eine tolle Sache“, lud der Bürgermeister ein, sich zu engagieren.

Der Ablauf des Projektes

Viele weitere Themen

Auch viele weitere Themen kamen im Jahresrückblick zur Sprache. Vor allem das leidige Thema der Finanzen, das Pötzsch nach seiner Aussage „schlaflose Nächte“ bereitet. Der Mitte März verabschiedete Haushalt brachte eine Reihe von Einsparungen mit sich. "Wir müssen uns auf die Kernaufgaben einer Stadt besinnen", betonte Pötzsch. Unter anderem wird die Stadt sich nicht mehr bei "Jugend musiziert" engagieren, bei dem die Gemeinde bisher den "Löwenanteil" der Finanzierung übernahm. In den letzten Jahren seien aber fast nur noch die Familien der teilnehmenden Musikschüler erschienen. Damit sei den Kosten kein Nutzen in Form einer Belebung des Geschäftslebens gegenüber gestanden. Immerhin  gab es mit der möglichen Rückkehr des Stadtbusses eine kleine Sensation zu vermelden. 

Feuerwehr gelobt, aber sparen muss sein

Außerdem lobte Pötzsch die Leistung der Waldkraiburger Floriansjünger: „Gott sei Dank haben wir unsere Freiwillige Feuerwehr und keine Berufswehr.“ Allein in der letzten Woche sei diese zehn Mal unterwegs gewesen, "da waren keine Bimperleinsätze dabei!“ Man könne Arbeit und Einsatz der Ehrenamtlichen nicht genug schätzen und anerkennen. 

Dennoch müsse auch hier gespart werden, dies böte allerdings Chancen. So sollen die einzelnen Wehren im Gemeindebereich mehr spezialisiert werden. So sollen, je nach Lage, etwa die einen künftig eher auf Hochwasserschutz, die anderen auf Unfälle im Industriebereich spezialisiert werden. 

Keine Strompreiserhöhung dieses Jahr

Auch die Stadtwerke hatten vieles zu berichten. Zunächst kam die Sprache auf die Neubaupläne für den Kabinen- und Umkleidetrakt am Jahnstadion. Die ursprünglich angedachte Finanzierung habe aus steuerrechtlichen Gründen nicht geklappt. Nun sorgte jedoch eine private Spende zusammen mit den von den Stadtwerken ersparten Sanierungskosten und einer Eigenleistung des VfL für die Lösung. Angebote sollen nächste Woche vorliegen. Auch die Problematik des Zustands des Eisstadions kam zur Sprache. Weiterhin konnte berichtet werden, dass der Betrieb im Stadtbad gut angelaufen sei und die Strompreise in diesem Jahr nicht erhöht werden sollen. 

Bauprojekt Porschestraße umstritten

Ebenfalls berichtete die Stadtbau, hier ging es vor allem um das Vorgehen bei der Vergabe von Wohnungen. Weiterhin wurde bei dieser Gelegenheit der Plan für eine Wohnanlage in der Porschestraße vorgestellt. Das beauftragte Architekturbüro hat dafür einen Entwurf für einen Neubau mit 18 Wohneinheiten erarbeitet. Das erforderliche Bauleitplanverfahren war bereits Thema in der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses.

In der anschließenden Fragerunde kamen dann auch direkt zwei Anwohner darauf zu sprechen. Einer forderte eine Stellungnahme der Stadt zur Übernahme von Kosten durch mögliche Schäden bei den Baumaßnahmen. Ein anderer sah das Projekt enorm kritisch, es „Erschlägt die Nachbarschaft“, sei ein „Schlag ins Gesicht“. Er appellierte dringend an Bürgermeister Pötzsch, sich ein Bild der Lage zu machen,"damit keine Bausünde entsteht." Der Bürgermeister nahm dieses Angebot an und versprach einen baldigen Besuch.

Viele Fragen diskutiert

Noch viele weitere Themen wurden diskutiert. Zunächst aber betonte Pötzsch, dass ihn auch im Vorfeld viele Fragen und Bitten erreicht hätten. Gerade bei Problemen, wie dem wilden Abladen von Müll, nicht angeleinten Hunden im Stadtpark, Falschparkern oder Geisterradlern beziehungsweise Radlern auf den Gehwegen appelliere er an die Mithilfe der Bürger. Stadtverwaltung, Ordnungsamt und Polizei täten ihr Bestes, "aber nur wenn Sie uns sagen wer was, wann, wo und wie getan hat, können wir etwas tun!", betonte er. Dies bezog sich auch auf das Anliegen von Luitgard Rustler, die das Fehlverhalten vieler Radler beklagte.

Es kamen im weiteren Verlauf verschiedene Anliegen der anwesenden Bürgerinnen und Bürger zur Sprache. Den Wunsch eines Redners nach mehr Grillmöglichkeiten etwa nannte Pötzsch"ein tolles Thema für das ISEK". Darauf Bezug nahm Achim Eichler, Betreiber des Stadtpark-Kiosks:"Grillen ist ja toll, wenn es nur alle wie unsere türkischen Bürger machen würden", betonte er „Da kann man hinterher dann vom Rasen essen.“ Viele Deutsche dagegen würden den Park "hinterlassen wie ein Schlachtfeld." Weiterhin beklagte er den Zustand eines der Teiche und das Verhalten mancher Hundebesitzer.

"Kommt die Biotonne?",  fragte eine andere Rednerin nach der Umsetzung der Biomüllsammlung. Seit kurzem müssen, nach einer Verordnung der Staatsregierung, Bioabfälle zentral an den Wertstoffhöfen abgegeben werden, sonst droht die Einführung einer kostenpflichtigen Biomülltonne. Pötzsch antwortete, es sei ihm dazu noch nichts bekannt. "Ich hoffe es funktioniert ab dem ersten Tag!"

Auch viele andere Themen wurden noch angesprochen. So etwa wie es mit der Belebung des Sartrouville-Platzes weitergeht, wie das weitere Vorgehen bei der Pflege und Erhaltung der Grünflächen sein wird oder Kritik und Lob an der Hilfe durch die Stadtwerke bei Problemen. Pötzsch lobte am Ende noch einmal ausdrücklich das große Interesse der Beteiligten. 

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