Förderprogramm zum Breitbandausbau 

Lahmes Netz in Waldkraiburg bald passé? 

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Waldkraiburg - Noch ist das schnelle Internet nicht zu 100 Prozent in Waldkraiburg angekommen. Das musste sich auch Ingenieur Sebastian Prechtl eingestehen, der den Stadträten am 17. Oktober den Sachstand in punkto Breitbandausbau darstellte. 

Die Stadt Waldkraiburg hat sich bereits am Hochgeschwindigkeits-Förderprogramm des Freistaats Bayern beteiligt und strebt eine flächendeckende Breitbandversorgung an. Mit Unterstützung des Planungsbüros IK-T aus Regensburg soll jetzt nochmals eine Markterkundung erfolgen um herauszufinden, wo noch Handlungsbedarf vorhanden ist. Denn noch klagen wohl viele Waldkraiburger über ein zu lahmes Netz

Ziel der denkbaren zweiten Markterkundung ist die größtmögliche Versorgung der Stadt und den Ortsteilen mit einem schnellen Netz. Eine Geschwindigkeit von mindestens 30 Mbit/s soll realisiert werden. Dabei dürfe die Stadt aber laut Bürgermeister Robert Pötzsch auf keinen Fall den nicht unerheblichen finanziellen Aufwand in Hinblick auf die angespannte Haushaltslage aus den Augen verlieren.  

Die orangefarbenen Kupferkabel sind in erster Linie für das Telefonnetz vorgesehen. Nach Möglichkeit sollten Glasfaserkabel (blau) das schnelle Internet in die Haushalte bringen. 

Die Fördersumme für Waldkraiburg belaufe sich laut Sebastian Prechtl auf einen Höchstbetrag von 570.000 Euro, was einem Fördersatz von 90 Prozent entspricht. Für die interkommunale Zusammenarbeit mit der Gemeinde Heldenstein gibt es 50.000 Euro Zuschlag.

"Die Rückmeldungen der vergangenen Monate haben ergeben, dass in Waldkraiburg rund 95 Prozent der Flächen förderfähig versorgt sind", erklärte Prechtl. Diese Aussage sah Georg Ledig, CSU-Stadtratsmitglied, skeptisch: "Ich spüre keinen Fortschritt. Wenn ich mir den Süden Waldkraiburgs anschaue, sind viele Haushalte noch unter 16 Mbit/s. Auch in der Reichenberger Straße stockt es. Da frage ich mich, wo die Verbesserung sein soll?" 

Prechtl erwiderte, es dauere je nach Anbieter meist eine gewisse Zeit, bis die schnelle Leitung in allen Haushalten ankäme. "Für Ansammlungen einzelner Gebäude beispielsweise rentiert sich das Sonderprogramm 'Höfebonus'. Hier erhalten betroffene Orte eine besondere Unterstützung, da einzelne Höfe oder Weiler meist ein Problem bei der Flächendeckung haben." 

Auf der Übersichtskarte Waldkraiburg wird in grün deutlich, wie viele Gebiete bereits versorgt sind. Die förderfähigen Adressen, die noch ausstehen, sind rot markiert.  

Unter anderem den "Höfebonus" könne man laut Prechtl in einer zweiten Analyse berücksichtigen. Mit der Kombination Regelförderung und "Höfebonus" seien noch etwa 935.000 Euro an Fördermitteln verfügbar. 

Die Stadt Waldkraiburg beschloss einstimmig, im Rahmen der Richtlinie zur Förderung des Aufbaus von Hochgeschwindigkeitsnetzen im Freistaat Bayern (BbR) eine weitere Markterkundung durchzuführen. Diese zweite Bestandsaufnahme und Ist-Analyse könnte noch im November 2017 starten. 

mb

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