Global denken, lokal handeln

Waldkraiburg wird Fairtrade-Stadt

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Peter Uldahl (links) freut sich wie sein Pareifreund Uwe Kekeritz über die Tatsache, dass auch Waldkraiburg bald "Fairtrade Town" wird.

Waldkraiburg – Der Grüne Direktkandidat Peter Uldahl und der Bundestagsabgeordnete Uwe Kekeritz setzen sich für die „Fairen Kommune“ ein.

Sie argumentieren: „Eine Kommune wie Waldkraiburg hat die gleiche globale Verantwortung wie ein einzelner Konsument und kann mit ihrem Einkauf das Wohlergehen in Entwicklungsländern mitgestalten“. Das ist die Kernaussage des Konzepts "Faire Kommune", für das sich Uwe Kekeritz, grüner Bundestagsabgeordneter und Sprecher für grüne Entwicklungspolitik, seit sechs Jahren einsetzt

Bei seinem Besuch in Waldkraiburg sprachen er und Peter Uldahl, der grüne Direktkandidat im Wahlkreis 212, über Hintergründe von Fairtrade und erklärten Bedeutung und Kriterien der Fairen Kommune

Reich wird davon keiner 

Uwe Kekeritz setzt sich seit sechs Jahren für fairen Handel ein.

Fairtrade (zu Deutsch: Fairer Handel) zielt darauf ab, die Einkommensbedingungen von vorwiegend kleinen Bauern in Entwicklungsländern durch bessere Preise und Löhne zu verbessern. Reich werden die Bauern dadurch nicht, aber haben sie etwas mehr Sicherheit und Mittel, um ihre Kinder in die Schule zu schicken oder bei Krankheit einen Arzt aufzusuchen. Fairtrade setzt auch Standards für Umweltschutz und Nachhaltigkeit und prüft deren Einhaltung. Nach Ansicht der beiden Grünen ist , der Faire Handel ein kleiner, aber wichtiger Beitrag zur grundsätzlichen Verbesserung der sozialen Verhältnisse in den ärmsten Ländern. Deshalb sei es gut, dass immer mehr Kommunen sich um die Anerkennung als Faire Kommune bemühen. 

Die Öffentliche Hand - dazu gehören Bund, Länder, Kommunen, Bundeswehr und Polizei - gibt in Deutschland jährlich etwa 350 Milliarden Euro für Beschaffungen aus. Über ein Siebtel davon könnte unter dem Fairtrade-Siegel eingekauft werden. Damit würden über 50 Milliarden Euro jährlich in einen Bereich fließen, der heute noch durch Ausbeutung, miserable Arbeitsbedingungen, Kinderarbeit und oftmals auch Sklavenarbeit geprägt ist. Eine steigende Nachfrage nach fairen Produkten würde auch das Angebot erhöhen. 

Keine Steuergelder für Sklaven- und Kinderarbeit 

Peter Uldahl sieht es als selbstverständlich an, dass die öffentliche Hand, und damit auch die Kommunen, so weit wie möglich fair einkaufen. Es könne nicht sein, dass mit Steuergelder für Produkte aus Sklaven- und Kinderarbeit gekauft oder ökologische Schäden verursachen werden

Deshalb begrüßen er und Uwe Kekeritz die Initiative der Stadt Waldkraiburg, ebenfalls eine Fairtrade-Stadt zu werden. Bürgermeister und Stadtrat stehen voll und ganz hinter dieser Idee und sind damit in guter Gesellschaft. Denn in Deutschland gibt es bereits über 500 solcher Kommunen, die sich wie Waldkraiburg der globalen Verantwortung stellen.

Anfang November ist es soweit 

Am 4. November findet in Waldkraiburg eine feierliche Überreichung der Urkunde statt, mit der Waldkraiburg als Fairtrade-Town ausgezeichnet wird. Damit wird Waldkraiburg zum Vorbild für andere Kommunen in der Region. Für Schulen und kirchliche Einrichtungen wird dies eine Motivation sein, sich intensiv mit den internationalen Handelsbeziehungen, insbesondere mit den ärmsten Ländern der Welt auseinanderzusetzen. So kann eine Stadt Verantwortung übernehmen und Schulen können anhand eines konkreten Projekts wichtige internationale Themen authentisch aufgreifen. Wenn Sie wissen wollen, wie man Fairtrade-Town wird, schauen sie mal auf diese Website.

Pressemitteilung Bündnis 90/Die Grünen, Kreisverband Mühldorf

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