Vorschlag im Stadtrat für Neujahr

Kein Privat-Feuerwerk mehr? Das sagt die Stadt Waldkraiburg

Waldkraiburg - Kürzlich kam der Vorschlag auf, statt privaten an Neujahr nur noch ein städtisches Feuerwerk zuzulassen. Nun äußert sich die Stadtverwaltung.

Die Stadträte Alexander Will (SPD) und Eva Köhr (CSU) plädierten in der jüngsten Stadtratssitzung für den Ersatz privaten Feuerwerks im Waldkraiburger Stadtgebiet durch ein zentrales, öffentliches Feuerwerk. Der Wunsch danach sei aus der Bevölkerung an sie herangetragen worden, außerdem würde so weniger Verschmutzung der Straßen entstehen und die Bevölkerung aber auch die Tierwelt weniger durch Krach belästigt.


Stadtverwaltung: rechtlich nicht haltbar

"Ein allgemeines Abbrennverbot von Feuerwerkskörpern ist nach Paragraph 24, Absatz 2 1. des Sprengstoffgesetzes nur möglich, wenn besonders brandempfindliche Anlagen oder Gebäude im Stadtgebiet gefährdet wären oder wenn die Gesundheit, Leib und Leben von Bürgern bedroht wären", teilt die Waldkraiburger Stadtverwaltung nun mit, "Dies wäre zum Beispiel in besonders dichtbesiedelten Gemeindegebieten der Fall. Da in den vergangenen Jahren weder außergewöhnliche Gefährdungen von Leib und Leben zu verzeichnen waren und keine besonders brandempfindliche Anlagen und Gebäude im Stadtgebiet vorhanden sind,ist der Erlass einer Allgemeinverfügung aus heutiger Sicht rechtlich nicht haltbar."

Dieser Stand solle nun auch im Rahmen der nächsten regulären Stadtratssitzung im März mitgeteilt werden. "Ob und wie das Thema dann weiter behandelt wird, hängt davon ab, ob von Seiten der Stadträte noch ein Bedarf gesehen wird."


Verbote oder freiwilliger Verzicht auch in Gemeinden der Region

Wegen Lärm, Müll und Brandgefahr verbieten immer mehr Städte privates Böllern in der Innenstadt. Es gilt grundsätzlich gilt in allen Städten, dass nur am 31. Dezember und 1. Januar Feuerwerk von jedermann entzündet werden darf. In der Nähe von Kirchen, Kliniken, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandgefährdeten Gebäuden ist dies generell untersagt. 

Zudem können Kommunen weitere Verbotszonen einrichten. Das hat zum Beispiel die Stadt Wasserburg getan, wo das Böllern in der Innenstadt bereits seit zehn Jahren untersagt ist. Die Gemeinde Ramsau bei Berchtesgaden ruft ihre Einwohner seit 2016 als zertifiziertes Bergsteigerdorf dazu auf, auf Feuerwerke zu verzichten. Auch in Inzell und Kirchanschöring gibt es solche Aufrufe seit dem vergangenen Jahr.

Gegenüber unserer Redaktion schilderten die Verwaltungen dieser Gemeinden ihre Erfahrungen damit als insgesamt sehr positiv.

In unserer Leserschaft wurde das Thema heiß diskutiert. Die einen sahen darin eine Chance auf weniger Müll und eine Schonung von Mensch und Umwelt. Die anderen eine unnötige Bevormundung der Bürger.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Jens Kalaene

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