Zwei Anträge abgewiesen

Stadtentwicklung: Quo vadis, Waldkraiburg?

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Wo soll für Waldkraiburg die Reise bei der Stadtentwicklung hingehen?
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Waldkraiburg - Wo sollen die Walkraiburger einkaufen? Wie entwickelt sich das Schulzentrum? Die Waldkraiburger Stadträte sind aktuell vor allem eines: unentschlossen.

"Quo vadis?" (Wohin gehst du?) Diese Frage stellt im Johannesevangelium der Apostel Petrus Jesus, als er diesem auf seiner Flucht aus Rom begegnet. So weit, dass man auf eine göttliche Erscheinung hofft, ist man in Waldkraiburg freilich noch nicht. Eine Antwort auf die Frage "Quo vadis, Waldkraiburg?" können die Stadträte gegenwärtig aber noch nicht geben.

Im Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Ortsteile am Mittwochabend waren gleich zwei Einkaufsmärkte Thema: ein Einkaufszentrum im Ritter-von-Gluck-Weg, nach Auskunft der Stadt vornehmlich für Bekleidung und Schuhe, und ein Rewe-Markt an der Kraiburger Straße. Vor allem in Sachen Einkaufszentrum wurde aber schnell deutlich, dass die Stadträte eigentlich noch nicht so recht wissen, wie das infrage kommende Grundstück genutzt werden soll.

"Einen Grundsatzbeschluss kann man so nicht fällen"

Aktuell ist die Fläche, die einer Privatperson gehört, Teil des "Sondergebiets Bildungszentrum". Damit dort ein Einkaufszentrum entstehen könnte, müssten der Bebauungs- und der Flächennutzungsplan geändert werden. Am Mittwochabend hätte der Ausschuss mit einem Grundsatzbeschluss den Weg dafür ebnen können. Doch will man dort überhaupt ein Einkaufszentrum haben? Ulli Maier (UWG) verwies darauf, dass sich aktuell mehrere Ausschüsse mit der Stadtentwicklung beschäftigen. Diesen Beratungen würde man mit einem Grundsatzbeschluss quasi vorgreifen. Auch Anton Sterr (CSU) mahnte zur Vorsicht. Man habe das Sondergebiet Bildung aus bestimmten Gründen errichtet. "Einen Grundsatzbeschluss kann man so heute nicht fällen", so Sterr.

Sowohl Harald Jungbauer (CSU) als auch Andreas Knoll (SPD) plädierten dafür, dass man über das mögliche Einkaufszentrum erst weitere Informationen einholen sollte. "Ohne Informationen können wir nichts machen heute", sagte Jungbauer.

Welche Entwicklungen kommen im Schulbereich?

Dr. Frieder Vielsack (UWG) könnte sich offenbar grundsätzlich damit anfreunden, dass es in der Gegend eine neue Einkaufsmöglichkeit gibt. Wenn man aktuell mal schnell Butter kaufen möchte, müsse man sich ins Auto setzen, so Vielsack, der von einer "schlechten Einkaufssituation" im Waldkraiburger Süden sprach.

Annemarie Deschler (CSU) warnte davor, dass Grundstück "für irgendeine Einkaufsgeschichte" aus dem Sondergebiet Bildungszentrum herauszunehmen. Man sollte das Grundstück für die Bildung freihalten, weil es im Schulbereich in Zukunft vielleicht eine Entwicklung gebe, die man jetzt noch nicht gar nicht absehen könne, so Deschler.

"Innenstadt nicht weiter austrocknen"

Letztendlich beschloss der Ausschuss einstimmig, dass in Waldkraiburg derzeit kein zusätzliches Einkaufszentrum denkbar sei. Anschließend lehnte die Stadt auch den Antrag für den Rewe-Markt ab. An der Kraiburger Straße liebäugelt der Stadtrat eher mit einem Elektro- oder Baumarkt. Man wollte dort eigentlich ein Gegenstück zur Mühldorfer Nordtangente schaffen, erklärte Sterr und fragte: "Bringt uns ein neuer Rewe in der Stadtentwicklung weiter?" Die Antwort im Ausschuss kam einstimmig: Nein. "Wir können nicht einen Wettbewerber reinsetzen, der die Innenstadt weiter austrocknet", sagte Gerd Ruchlinski (SPD).

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