Sperrung des Niederndorfer Kreisverkehrs

"Beschilderung seit letzter Woche wäre vielleicht sinnvoll gewesen"

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Der Kreisverkehr bei Niederndorf.
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Waldkraiburg - Nicht wenige Anwohner fragen sich, warum sie erst in der vergangenen Woche offiziell von der Sperrung des Kreisverkehrs in Niederndorf erfuhren. Wir haben mit dem Bauamt gesprochen.

Wie schon bei der ersten Ankündigung im November, ruft die Meldung über die geplante Sperrung nicht wenig Unmut in der Bevölkerung hervor. Vor allem, dass sie offiziell erst Mitte der vergangenen Woche angekündigt wurde, sorgt für Unverständnis. "Sowas muss in meinen Augen sechs Wochen vorher beschildert sein" schrieb unserer Redaktion ein Leser aus Ensdorf, "Damit man auch eventuell seinen Urlaub dafür planen kann und nicht Umwege fahren muss!" 

Der Unmut der Bevölkerung entlud sich auch unter einem Facebook-Post der Stadt Waldkraiburg zur Sperrung. "Was ich zum K****n finde ist die Informationspolitik. Wenn man sich nicht selbst mit aller Gewalt informiert hätte, dann wüsste man es immer noch nicht", klagt dort ein User. Eine andere klagt, am Kreisverkehr selber habe noch lange kein Hinweis auf die Sperrung gestanden. Viele kritisieren auch, dass eine Vollsperrung für nötig erachtet wurde. Die Stadt Waldkraiburg weist darauf hin, dass die Planung und Information zu dieser Maßnahme allein Sache des Staatlichen Bauamtes sei. 

"Im Vorfeld einer Straßenbaumaßnahme sind eine Vielzahl von Details zu prüfen und abzustimmen", erklärt Matthias Kreuz vom Staatlichen Bauamt Rosenheim auf Nachfrage unserer Redaktion. "Dazu gehört unter anderem die Umleitungsstrecke, die in diesem Fall im Februar 2018 unter anderem mit der Unteren Verkehrsbehörde, der Polizei und den Gemeinden abgestimmt worden ist." Zusätzlich zur Umleitungsstrecke müssten im Nachgang zur Verkehrsbesprechung noch weitere Details, wie der Rettungsweg, der gewünschte Bauzeitraum und so weiter abgestimmt werden.

"Pressemitteilung sehr schnell versendet"

"Am 28. Mai wurde diese Maßnahme veröffentlich und am 19. Juni war die Angebotsabgabe im Rahmen der Ausschreibung des Auftrag", erläutert Kreuz weiter, "Danach erfolgte die Wertung der Bieter, was ein bis zwei Wochen braucht und anschließend wird mit dem wirtschaftlichsten Bieter ein Gespräch zum Bauzeitraum geführt." Erst wenn der Auftragnehmer bestätigt, dass er die Maßnahme im gewünschten Zeitraum umsetzten könne, würde eine Pressemitteilung versendet. "Was in diesem Fall sehr schnell am 18. Juli erfolgte."

"Nachdem die Sanierung des Kreisverkehrs Niederndorf frühzeitig, ab der Verkehrsbesprechung im Februar 2018, kommuniziert wurde und wir seit einigen Monaten Rückfragen mit großem Detailwissen bekommen haben, sind wir davon ausgegangen, dass die Bevölkerung von unserer Maßnahme sehr gut informiert ist", erklärt Kreuz. "Allerdings müssen wir nun feststellen, dass eine Ankündigungsbeschilderung seit der Veröffentlichung der Pressemitteilung letzte Woche womöglich doch sinnvoll gewesen wäre." Abschließend wies Kreuz darauf hin, dass der Bauzeitraum bewusst auf die verkehrsärmste Zeit des Jahres, der ersten und zweiten Sommerferienwoche, gelegt wurde.

Kreisverkehr wird ab Montag saniert 

Das Staatliche Bauamt Rosenheim saniert den Kreisverkehr Niederndorf an der St2091 und der Kreisstraße MÜ18 zwischen Waldkraiburg und Kraiburg am Inn. Dabei wird in der Kreisfahrbahn und in den Anschlussästen der schadhafte beziehungsweise stark verformte Fahrbahnbelag herausgefräst und durch neue Asphaltschichten ersetzt. Die erforderlichen Straßenbauarbeiten beginnen am Montag, den 30. Juli und müssen aufgrund von neuen Arbeitssicherheitsvorschriften unter Vollsperrung des Kreisverkehrs durchgeführt werden, so das Bauamt. Die Arbeiten werden von der Firma Strabag ausgeführt und dauern voraussichtlich bis 10. August.

Der Verkehr wird ab Kraiburg am Inn über die St2092 Richtung Mühldorf am Inn beziehungsweise ab St. Erasmus über die MÜ18 und die St2352 Richtung Waldkraiburg und weiter nach Mühldorf am Inn umgeleitet. Viele Kraiburger werden voraussichtlich statt der Umleitung von Kraiburg Richtung Unterreit über die Wasserburger Straße und dann über Jettenbach und Aschau fahren. Rettungsfahrzeuge dürfen auch den Radweg in Niederndorf benutzen. Die Polizei versprach im Vorfeld, genau im Auge zu behalten, dass die Umleitung richtig funktioniert.

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