Beschluss gefasst

Umbau von Ex-SGF-Gebäude zu Kindertagesstätte kann kommen

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Das ehemalige SGF-Sozialgebäude. 
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Waldkraiburg - Es braucht dringend zusätzliche Kindergarten- und Krippenplätze. Die sollen nun im ehemaligen Sozialgebäude der Süddeutschen Gelenkscheibenfabrik (SGF) entstehen. 

Der Stadtrat beschloss in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich, mit nur einer Gegenstimme, die Stadtbau mit der weiteren Planung und Durchführung der Umnutzung des SGF-Gebäudes an der Haidaer Straße in eine Kindertagesstätte zu beauftragen. Die Gesamtkosten dafür belaufen sich auf etwa 1.826.000 Euro, es soll zum 1. September 2019 beziehbar sein.

Bereits Übergangslösung

Anfang des Jahres hatte sich überraschend herausgestellt, dass der Bedarf an Kindergarten- und Krippenplätzen sehr viel höher ist, als zunächst angenommen. Schnell kam die Idee auf, den Bedarf durch eine städtische Einrichtung zu decken. "Ein Neubau oder die Sanierung eines vorhandenen Gebäudes war in der Kürze der Zeit nicht möglich", so Erster Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG). Viele Standorte wurden besichtigt, schieden jedoch am Ende aus verschiedenen Gründen aus. Im Juni brachte die Stadtbau GmbH das freie Grundstück am Kalander schließlich ins Spiel. Dort konnte schließlich Anfang Oktober eine übergangsweise Container-Einrichtung eröffnet werden. 

Anfang Oktober konnte bereits ein übergangsweiser Containerbau am Kalander eingeweiht werden. inks: Die Kinder lassen Luftballons steigen. rechts: Erster Bürgermeister Robert Pötzsch, Einrichtungsleiterin Beate Axtner und Landrat Georg Huber durchschneiden das Band.

Die Einrichtung im ehemaligen SGF-Gebäude soll nun die dauerhaften Räumlichkeiten darstellen. "Ich bin weiter der Meinung, dass diese Räume zu klein sind", kritisierte einzig Zweiter Bürgermeister Richard Fischer (SPD),"Das wird nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken." Das Grundstück könne anderweitig sinnvoller, etwa für den sozialen Wohnungsbau genutzt werden. Bürgermeister Pötzsch wies diesen Einwand jedoch zurück.

Die Stadt hatte, nach einem Beschluss von Ende August, das Grundstück mitsamt dem Gebäude zum Zwecke der Umnutzung in eine Kindertagesstätte erworben. Es soll zum 1. September 2019 beziehbar sein. "Wegen der kurzen Zeitspanne müssen die Planungs- und Umbaumaßnahmen so schnell wie möglich beginnen", so die Stadtverwaltung. Auch die Förderung müsse baldmöglichst beantragt werden, um die Genehmigung rechtzeitig zum vorzeitigen Baubeginn zu erhalten. 

Viel Platz für Kinder soll entstehen

Die Pläne für das Erdgeschoss.

"Erste Treffen der an der Maßnahme beteiligten Personen haben bereits stattgefunden, nun gilt es, umgehend die Entwurfs-Grundlage entsprechend der Förderrichtlinien und des praxisnahen Bedarfs zu überarbeiten und die nötigen Maßnahmen für den Umbau zu treffen." Der Gebäudebestand sei gut für die geplante Nutzung geeignet, heißt es in einem extra beauftragten Gutachten eines Architekturbüros, "Es ist augenscheinlich kein besonderer Instandhaltungs- oder Reparaturaufwand zu erkennen." 

Die Pläne für das Untergeschoss.

Es sollen insgesamt fünf Gruppen für 99 Kinder entstehen. Davon drei Kindergartengruppen für je 25 und zwei Krippengruppen für je 12 Kinder. Die Mindesflächenanforderungen des Landratsamtes würden erfüllt, so die Stadtverwaltung. Einzige Ausnahme seien die Sanitärräume, die nur 24 statt 30 Quadratmeter Fläche hätten. Dies sei aber vom Landratsamt akzeptiert worden. 

Große Außenfläche geplant

Beim Einbau von Trennwänden im sechseckigen ehemaligen Speisesaal würden Mehrkosten von 300 bis 400 Euro pro laufendem Meter anfallen. Denn die neuen Trennwände müssten aus Brandschutzgründen selbsttragend sein und daher statisch getrennt von der Dachkonstruktion ausgeführt werden. Andernfalls müsse die Dachkonstruktion kostenintensiv nachgerüstet werden. Das Dachtragewerk stelle sich im Innenraum mit seinen Trägern und Spannseilen sehr komplex dar. Der Einbau von raumabschließenden Wänden sei möglich, aber mit einem deutlich erhöhten Aufwand verbunden.

Im Außenbereich soll eine Außenspielfläche mit maximal 1000 Quadratmetern Spielfläche, ausreichend für bis zu 100 Kinder entstehen. 

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