Dringend notwendig

Neubau des Pürtener Tierheims: Verein bittet um Spenden

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Hier soll das Tierheim neu enstehen.
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Waldkraiburg - Zwar ist eine gute Versorgung der Tiere dort laut der Leitung weiter gewährleistet, ein Neubau des Pürtener Tierheims ist aber dringend notwendig. Dafür sind auch Spenden erforderlich.

Auf einem Grundstück der Stadt Waldkraiburg betreibt der Tierschutzverein Waldkraiburg für die Stadt Waldkraiburg und einige umliegende Gemeinden nun seit vielen Jahrzehnten ein Tierheim. Doch derzeit wird dieses im Notbetrieb, der von der Stadt geduldet wird geführt. Denn ein Neubau istin den vergangenen Jahren zunehmend dringlicher geworden. "Trotzdem geht es den Tieren hier nicht schlecht", betonte Manuela Gyimes, Erste Vorsitzende des Tierschutzvereins Waldkraiburg und Umland e.V., der das Heim betreibt. "Trotz der zahlreichen Probleme können wir ihnen selbstverständlich eine gute Versorgung sicherstellen." Auch aus Sicht des Veterinäramtes ist die Situation noch verträglich. Die Liste der Mängel und Probleme ist laut dem Verein lang:

  • Die Tierheimleiterhütte sei aufgrund massiver Baumängel nicht mehr bewohnbar und stehe seit Juni 2015 nicht mehr zur Verfügung. Zum Schutz und für eine ausreichende Versorgung der Tiere im Krankheitsfalle müsse aber auf dem Tierheimgelände unbedingt jemand wohnen. Auch die 24-Stundenpräsenz, die der Tierschutzverein durch ein Notfalltelefon anbietet, erfordere es, dass jemand dauerhaft auf dem Tierheimgelände wohnt.
  • Das nicht isolierte Tierheim selbst sei ebenfalls in baulich äußerst schlechtem Zustand, sodass gerade im Winter ein Beheizen der Räume sehr teuer sei.
  • Aufgrund des schlechten baulichen Zustandes gäbe es regelmäßig Ungezieferplagen.
  • Im Winter würden die Wasserleitungen im Tierheim einfrieren. Dies mache ein Bewirtschaften des Tierheims phasenweise fast unmöglich.
  • Die Hundeboxen und Katzenbereiche seien viel zu klein und würden längst nicht mehr den amtstierärztlichen Vorgaben für eine artgerechte Haltung entsprechen. Sowohl für die Katzen als auch vor allem für die Hunde seien kaum Ausläufe vorhanden, die unverzichtbare Voraussetzung einer artgerechten Unterbringung sind.
  • Es würden keine Lagermöglichkeiten bestehen: Futtervorräte oder beispielsweise Decken und Körbe dürften nach Vorgaben des Veterinäramtes nicht zusammen gelagert werden.
  • Es bestünden keine Parkmöglichkeiten für Besucher. Selbst die Mitarbeiter des Tierheims, die zu einem überwiegenden Teil ehrenamtlich tätig sind, hätten kaum Parkmöglichkeiten.
  • Die Zufahrt zum Tierheim gestalte sich schwierig, insbesondere wenn größere Lieferungen, wie etwa Futterlieferungen, mit Lkws angeliefert würden, sei das fast unmöglich.
  • Die Mitarbeiter des Tierheims hätten keinen Besprechungs- oder Aufenthaltsraum. Es stünde lediglich ein nicht isoliertes Gartenhaus zur Verfügung.
  • Für Hunde gäbe es keine Quarantänemöglichkeiten. Diese sei aber gerade für Fundtiere und beschlagnahmte Tiere unverzichtbar. Für Katzen bestehe nur sehr bedingt eine Quarantänemöglichkeit.
  • Es gäbe kaum Möglichkeiten, im Tierheim Veranstaltungen durchzuführen. Gerade das wäre aber wichtig um die Tierschutzarbeit sinnvoll zu gestalten und vor allem um Spenden und Förderer zu akquirieren.

Grundstück wurde bereits gekauft

"Mit Unterstützung der Stadt Waldkraiburg wurde zusammen mit dem Veterinäramt des Landkreises Mühldorf am Inn bereits in den vergangenen Jahren ein Bedarfsplan und ein grundsätzlicher Bauplan entwickelt", so Manuela Gyimes, "Der Bedarf orientiert sich am derzeitigen Fundtier- und Abgabetieraufkommen." Nach jahrelanger Suche nach einem geeigneten Objekt oder Grundstück für einen Tierheimneubau hat der Tierschutzverein kürzlich ein etwa 25.000 Quadratmeter großes Grundstück im Waldkraiburger Süden, an der Verbindungsstraße zwischen Pürten und Altmühldorf, käuflich erworben.

Der Tierschutzverein ist derzeit für insgesamt 12 Gemeinden im Landkreis Mühldorf zuständig. Neben Waldkraiburg auch Aschau, Kraiburg, Jettenbach, Taufkirchen, Reichertsheim, Gars, Unterreit, Lohkirchen, Oberbergkirchen, Schönberg und Zangberg. Mit diesen Gemeinden bestehen Fundtierverträge. "Langfristiges Ziel des Tierschutzvereins wäre es eine Landkreiszuständigkeit zu erreichen", so Gyimes, "Denn der Bevölkerung ist regelmäßig schwer vermittelbar, dass der Tierschutzverein Waldkraiburg und damit das Tierheim in Pürten nicht für alle Fundtiere aus dem Landkreis Mühldorf zuständig sind." Die weite Fahrtstrecke nach Winhöring oder Rosenheim würden viele Menschen aus dem Landkreis nicht auf sich nehmen. Eine Abholung der Fundtiere über Landkreisgrenzen hinaus sei für die einzelnen Tierheime in den Nachbarlandkreisen ebenfalls wenig praktikabel.

So soll der Neubau aussehen.

"Vorerst soll der Neubau nur für die aktuelle Kapazität geplant werden. Der Baukörper soll jedoch so konzipiert werden, dass bei einer Bedarfserweiterung und zur Verfügung stehender finanzieller Mittel kurzfristig eine Erweiterung des Tierheimgebäudes möglich ist", so Gyimes, "Das Grundstück mit seinen etwa 25.000 Quadratmetern Fläche ist dafür wie geschaffen." Der Bauantrag wurde bereits gestellt und wird durch den Stadtrat der Stadt Waldkraiburg unterstützt. "Sobald ein noch ausstehendes Gutachten zum Natur- und Artenschutz erstellt ist, kann die Baugenehmigung erteilt werden."

Der Tierschutzverein habe es in den vergangenen Jahren geschafft, sich hinsichtlich der laufenden Kosten der einzelnen Wirtschaftsbereiche des Vereins relativ konstant zu halten. Die laufenden Kosten könnten durch die Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen, den Fundtierpauschalen, Vermittlungserlösen sowie insbesondere auch Sach- oder Geldspenden und Erbschaften gedeckt werden. Zuschüsse des Landes oder des Bundes gibt es nicht. Veranstaltungserlöse gab es nur wenige. "Sobald mit dem Tierheimneubau der derzeit so dringend fehlende Veranstaltungsbereich vorhanden ist, können das Spendenaufkommen sowie Erlöse aus Veranstaltungen erheblich erhöht werden", so Gyimes.

Gutachten steht noch aus

Neben Informationsveranstaltungen seien etwa regelmäßige Flohmärkte sowie Kooperationsveranstaltungen mit anderen Tierschutzvereinen geplant. Verstärkt werden solle insbesondere auch die Jugendarbeit in der Tierschutzjugend des Vereins, für die bisher Räumlichkeiten fehlten. Darüber hinaus würden die Kapazitäten im Neubau so geplant, dass Pensionstiere aufgenommen werden könnten, um auch hieraus positive Einkünfte zu erzielen. Dies sei derzeit nicht möglich, obwohl eine große Nachfrage bestehe. Durch den Umzug der Tierheimleitung in das auf dem neuen Grundstück neu zu errichtende Tierheimleiterhaus werde das im Eigentum des Tierschutzvereins stehende Haus in der Birkenstraße in Waldkraiburg frei, sodass hieraus zusätzlich Nettomieteinnahmen in der Größenordnung um die  650 bis 750 Euro im Monat möglich seien.

Der Tierschutzverein habe von einem Bauunternehmer aus dem Landkreis Mühldorf bereits ein Angebot für die schlüsselfertige Erstellung eingeholt. Der Selbstkostenpreis liegt danach bei etwa 997.000 Euro, zuzüglich der Erschließung und Außenanlagen, für die die Kostenschätzung bei etwa 250.000 Euro liegt und des Tierheimleiter- und Pflegerhauses, das etwa 250.000 Euro kosten wird. Insgesamt werden die Baukosten somit bei etwa 1.500.000 Euro liegen. Für die Erschließung ist ein autarkes und nachhaltiges System geplant. 

Spenden werden benötigt - Bereits erste Förder gefunden

Von einem bereits akquirierten Förderer wird der Tierschutzverein nach aktuellem Stand die Bodenplatten kostenlos erhalten, die bei der obigen Preiskalkulation in Abzug zu bringen wären, so die Tierheimleitung. Auch andere Gewerke des Baus wurden von Firmen im Landkreis bereits ganz oder teilweise in Aussicht gestellt, sodass die Baukosten reduziert werden sollen. Aus eigener Akquise und Rücklagen hat der Tierschutzverein das Grundstück käuflich erworben, sodass für die Nutzung des Grundstücks keine laufenden Pachtkosten entstehen werden. "Der Tierschutzverein Waldkraiburg bittet aus den oben aufgeführten Gründen höflichst und ebenso dringlich um Unterstützung des Neubauprojekts", so Gyimes. Der Baubeginn des Neubaus ist soll starten, sobald die notwendigen Gutachten vorliegen. Das erfordert jedoch, dass die geschätzten Kosten bis dahin und vorab auf dem gesonderten Konto "Tierheimneubau" des Tierschutzvereins zur Verfügung stehen.

Spenden bitte an:

Spendenkonto "Tierheimneubau" Sparkasse Waldkraiburg IBAN DE13711510200031346950

Spendenbescheinigungen können ausgestellt werden!

hs/Pressemitteilung Tierheim Pürten

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