Teilbetrieb in Waldkraiburg

Aus- und Weiterbildung im BfZ Peters muss eingestellt werden

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Waldkraiburg - Das BFZ Peters Berufsförderungszentrum GmbH muss, laut dem Unternehmen, aufgrund wirtschaftlicher Gründe noch in diesem Jahr den Teilbetrieb der Aus- und Weiterbildung einstellen.

Dies gab das Unternehmen in einer Pressemitteilung bekannt. Fortgeführt werden im BFZ Peters Berufsförderungszentrum GmbH die Bereiche Küche und Kantine, Reinigungsumfeld, Wohnbereich und das Facility-Management.Von der Teilbetriebsschließung sind weder die Bildungsunternehmen Peters Bildungs GmbH, die BDP Peters GmbH und die PQG Johann Peters gemeinnützige Stiftung vielerorts in Bayern noch die weiteren GmbHs der Peters Gruppe betroffen.

Nötig wurde dieser, laut dem Unternehmen alternativlose Schritt, aufgrund der seit über Jahren rückläufigen Bildungskundenzugänge. Bereits bei der Januaraufnahme 2018 seien die schlechten Anmeldezahlen aus den Vorjahren nochmals unterschritten worden und bezogen den Voranmeldungen für die Sommeraufnahme 2018 seien die Anmeldezahlen nochmals drastisch abgesunken, so dass im Vergleich zu Vorjahren ein Teilnehmerrückgang von bis zu 60 Prozent zu verzeichnen gewesen sei.

Peters: Asylunterkunft nicht Grund

"Dies hat damit zu tun, dass Leistungsträger Maßnahme-Angebote in Wohnortnähe von Personen der beruflichen Rehabilitation zu präferieren haben und demzufolge nur noch im absoluten Einzelfall Beauftragungen außerhalb des südostbayerischen Einzugsbereiches eingingen, geschweige denn, aus anderen Bundesländern", so das Unternehmen. Zudem würden Berufsförderungswerke oftmals erst bei multiplen gesundheitlichen Hemmnissen der Rehabilitanden beauftragt. "Die Antragstellung von Personen im Übergang der medizinischen zur beruflichen Rehabilitation nahm zudem in den letzten Jahren immer stärker ab, da die Betriebe in Zeiten des Fachkräftemangels natürlich bestrebt sind, die Mitarbeiter zu halten und vermehrt alternative Tätigkeitsbereiche zur Verfügung stellen." Der Einzugsbereich im südostbayerischen Raum sei außerdem nicht mit dem Umfeld von Regensburg, Nürnberg oder gar München vergleichbar, aus welchem die in der Region ansässigen Berufsförderungswerken belegt werden.

Die Schließung habe aber "eben nicht mit Nachbarschaft zur Dependance der Erstaufnahmeeinrichtung München in Waldkraiburg zu tun, was gerne so in uninformierten Kreisen befördert wird", so das Unternehmen. "Die von unseren Mitarbeiter geleistete Arbeit war und ist tadellos, dies wurde und wird uns durch die Bildungskunden und Leistungsträger bestätigt", so Geschäftsführer Wolfgang Herdegen, "Um so schlimmer ist es für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche sich über Jahre und Jahrzehnte mit Leib und Seele der beruflichen Bildungen verschreiben haben und unseren Teilnehmern über Jahrzehnte hinweg neue berufliche und gesellschaftliche Perspektiven eröffneten, dass nun eine Ära mit der Teilbetriebsschließung der Aus- und Weiterbildung des BFZ Berufsförderungszentrems Peters GmbH zu ende geht." Wie viele Stellen genau nun abgebaut werden, konnte das Unternehmen noch nicht mitteilen, es stehen Verhandlungen mit dem Betriebsrat an. 

Schon zweimal Besitzer gewechselt

Das Berufsförderungszentrum (BfZ) der Peters-Gruppe in Waldkraiburg besteht seit 1954. Es wurde seitdem immer wieder erweitert, bis es zu seiner heutigen Größe von über 50.000 Quadratmetern kam. Die Bildungsgruppe musste im August 2010 Insolvenzantrag stellen. Neben den negativen Auswirkungen der Wirtschaftskrise litt sie auch unter Fehlinvestitionen der Gesellschafter. Sie ging in den Besitz der Endurance Capital AG über, die das Unternehmen neu finanzierte und umstrukturierte. Im Juli 2013 wechselte sie dann den Besitzer zur quin.akademie aus Deggendorf, die es bis heute geblieben ist. Seit Juli 2015 befindet sich auf dem Gelände des BfZ auch eine Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung München. 

hs/Pressemitteilung BFZ Berufsförderungszentrum Peters GmbH

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