42 Studienplätze geplant

High-Tech-Agenda in Waldkraiburg: Das sagt die Lokalpolitik

Waldkraiburg - 42 Studienplätze sollen im Rahmen von der High-Tech-Agenda, die Ministerpräsident Markus Söder angekündigt hat, in die Stadt kommen. Was sagt die Lokalpolitik dazu?

Waldkraiburg wird von Markus Söders angekündigter High-Tech-Agenda profitieren: 42 Studienplätze sollen in der Stadt geschaffen werden. Details zu diesem Vorhaben sind im Moment nicht bekannt. innsalzach24.de hat aber lokale Politiker um ein Statement zu dem geplanten Vorhaben gebeten:


Robert Pötzsch - Bürgermeister Waldkraiburg (UWG)

„Unser aktueller Stand ist nach wie vor, dass wir in Waldkraiburg ein Forschungszentrum erhalten. Für dieses sind insgesamt 42 Mitarbeiter bestehend aus Professoren, Forschenden und Studierenden, die die Forschung unterstützen, vorgesehen. 

Von einem eigenen Studiengang in Waldkraiburg war bis jetzt nicht die Rede. Es war immer die Rede von: Forschen in Waldkraiburg, Studieren in Mühldorf.“


Martin Wieser - Bezirksrat (AfD)

Hand in Hand, gemeinsam mit der TH Rosenheim, die High-Tech-Agenda mit 42 Studienplätzen ist ein Gewinn und eine Bereicherung, nicht nur für Waldkraiburg. Je mehr Studienplätze im Landkreis, desto reicher und wirtschaftlicher die Region. 

Als Bezirksrat begrüße ich dies und stelle mich ganz klar dahinter. Wir hoffen in Zukunft auf noch mehr Studienplätze im Landkreis Mühldorf. Studienplätze bedeuten Bildung und sollen gut ausgebildete Fachkräfte für den Arbeitsmarkt bereitstellen und unsere Wirtschaft in der Region und darüber hinaus wettbewerbsfähig halten. 

Bildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und findet daher überwiegend in öffentlichen Einrichtungen statt. Der Staat lenkt, politische Akteure mischen auf allen Ebenen mit, und zudem gibt es viele gesellschaftliche Gruppen, die ihre eigenen Vorstellungen und Interessen einbringen. Was dabei letztlich ausgehandelt wird, gilt für alle – meistens auf längere Zeit. 

Aber seit der PISA-Studie ist viel in Bewegung gekommen. Unsere Gesellschaft verändert sich: Sie wird vielfältiger, die Lebenswege werden individueller, die Einbindung in die globalisierte Welt stellt neue Herausforderungen. Bildung soll Frieden und Demokratie erhalten und unser kulturelles Wissen über die Generationen und Grenzen weitergeben.

Was ist Ihre Meinung dazu? Stimmen Sie ab!

Ulli Maier - Stadtrat Waldkraiburg (UWG)

Die PM von Maximilian Heimerl ist ein schönes Beispiel, wie der Kommunalwahlkampf von oben nach unten funktionieren soll. Da kann ich meinem geschätzten Kreistagskollegen Reinhard Retzer nur zustimmen. 

Nachdem die von Herrn Heimerl angekündigten 42 Studienplätze von CSU-Bürgermeisterkandidat Nadvornik mittlerweile schon auf 300 Studienplätze gesteigert wurden, frage ich mich beim Schreiben dieser Presseinfo, ob nicht morgen einer mit 1000 Studienplätzen kommt. 

Wie dem auch sei, weder unser Bürgermeister, noch irgendwelche zuständigen städtischen Gremien wurden im Vorfeld informiert oder gefragt.

Auch den Zweckverband, der ja extra gegründet wurde, um die Hochschulentwicklung im Landkreis zu koordinieren (was ja auch sinnvoll ist), können wir sofort auflösen, wenn Ministerpräsident Söder uns immer sagt, was wir wann wo hinbauen müssen.

Hat die CSU im Wahlkampfmodus Demokratie, Kommunikation und Höflichkeit verlernt?

Und alle in der CSU, angefangen beim Ministerpräsidenten, über Landtagsabgeordnete und diverse Kandidaten wollen das den Waldkraiburger Bürgern nun als "den grossen Wurf" präsentieren.

Bereits die Informationen zum geplanten Forschungszentrum für biobasierte Materialien liefen nach dem selben Motto: "Seid dankbar, dass ihr was bekommt. Und wenn ihr nicht wollt, stehen andere Kommunen sofort bereit". Auch jetzt ist die Finanzierung nicht geklärt und die Stadt Waldkraiburg muss hier möglicherweise Kosten tragen, die überhaupt nichts mit ihren Pflichtaufgaben zu tun hat.

Eigentlich ist alles ganz sinnvoll aufgeteilt: Die Kommunen sind Sachaufwandsträger (Aufzählung nicht vollständig) für Kinderbetreuung bis zu Mittelschulen, der Landkreis für Förderschule, Realschule und Gymnasium und die Hochschulen werden von Land und Bund finanziert. Wenn da was falsch ist, sollten die Gesetze geändert werden!

Reinhard Retzer, Kreisrat (ÖDP)

42 Studienplätze als „Mega-Nachricht“ für Waldkraiburg zu bezeichnen wirkt reichlich überzogen, so ÖDP-Kreisrat und Listenführer Reinhard Retzer. Stellt man die 42 Studienplätze den 1000 Studenten, Professoren und Wissenschaftlern samt den 700 Millionen Euro gegenüber, die Markus Söder für das Raumfahrtprogramm „Bavaria One“ versprochen hat, dann relativiert sich diese Zahl schnell als kurzlebiges „Zapferl“ für die geplagten CSU-Seelen in Waldkraiburg. 

„Wucht für ein ehrliches Umsteuern hin zu Ressourcenschonung und Klimaschutz wird sich daraus kaum entwickeln.“

„Seilschaften machen Landräte“, so könnte der Titel des CSU-Handbuchs lauten, aus dem die Pressemitteilung von Landratskandidat Max Heimerl entnommen sein könnte. „Söder sagt was, Dr. Marcel Huber übermittelt's dem Landratskandidaten Max Heimerl und der verfasst eine Pressemitteilung.“

Wolfgang Nadvornik, Bürgermeisterkandidat Waldkraiburg (CSU)

Waldkraiburg profitiert von Söders Hightech-Offensive: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gab bei der CSU-Klausurtagung in Seeon bekannt, dass es 13244 neue Studienplätze in Bayern geben werde.

„Ich freue mich sehr, dass Waldkraiburg mit 42 Studienplätzen zum Hochschulstandort wird“, so CSU-Bürgermeisterkandidat Wolfgang Nadvornik.

Nadvornik weiter: „In den nächsten Jahren werden rund 300 Studenten in unserer Stadt Heimat finden. Davon wird ganz Waldkraiburg profitieren. Junge Menschen kommen zu uns nach Waldkraiburg, um hier zu studieren.“

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