Bürgermeister Pötzsch bezieht Stellung 

Geplanter Moschee-Bau erhitzt die Gemüter - Mahnbrief an die Stadt 

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Dieses leerstehende Bürogebäude in der Traunreuter Straße soll zur Moschee umgebaut werden. Das sorgt für Unmut bei den Waldkraiburgern. 
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Waldkraiburg - Aufruhr wegen eines Moschee-Baus in der Traunreuter Straße. Die türkisch-islamische Gemeinde Waldkraiburg hat von der Stadt grünes Licht für die Baupläne bekommen - das sorgt für Unmut, ein Mahnbrief liegt Bürgermeister Robert Pötzsch vor. Der hält die Bedenken der Bürger jedoch für unbegründet: 

Die türkisch-islamische Gemeinde Waldkraiburg, die der Dachorganisation Ditib angehört, plant einen Umbau eines leerstehenden Bürogebäudes in der Traunreuter Straße 12 zu einer Moschee. Im Erdgeschoss des Hauses sollen Gebetsräume entstehen, im ersten Obergeschoss Schulungsräume für Deutsch- und Integrationskurse sowie Korankurse. Das zweite Obergeschoss ist für zwei Wohnungen für den Imam und seine Familie sowie eine Religionsbeauftragte vorgesehen. 

Der Waldkraiburger Bauausschuss hat den baldigen Bau der Moschee nach den Vorstellungen der Bauherren genehmigt. Die Moschee wird somit von den bisherigen Räumlichkeiten in der Reichenberger Straße in das Gewerbegebiet Süd umziehen. 

Bedenken und Ängste der Bürger

Der Mahnbrief im Wortlaut 

Der Waldkraiburger Paul Werfinger vom Bürgerforum Südostbayern i.G. kritisierte in einem Mahnbrief an die Stadt den geplanten Bau einer Moschee im Gewergebiet Süd stark: "Wir wollen keine islamisch politische Schule Erdogans und eine Ausbreitung antidemokratischer Werte in unserer Stadt. Wir brauchen auch kein türkisches Trojanisches Pferd der Regierung Erdogans in Waldkraiburg." Folgende Fragen stellte das Bürgerforum dem Bürgermeister:

  • Sind bei den Umbaumaßnahmen/Neubau Minarette geplant?
  • Ist bei den Umbaumaßnahmen/Neubau eine Kuppel geplant?
  • Wird laut per Lautsprecher zum Gebet gerufen?
  • Wieviel Steuergelder werden für dieses Projekt finanziert und wie wird die Moschee finanziert?

Weiter heißt es in dem Mahnbrief: "Wir sagen hier ein klares 'Nein' zu Minarett und Kuppel, die Macht und Herrschaft des Islam symbolisieren und zur Ausübung des Glaubens nicht notwendig sind. Auch passt es unserer Meinung nach nicht in das Stadtbild. Ein entsprechend großer Gebetsraum ist völlig ausreichend. Wir sagen auch ein klares 'Nein' zu lautstarken Gebetsaufrufen und zu Schulungsräume für Korankurse."

Die Türkische Organisation Ditib sei "der verlängerte Arm der Türkischen Partei AKP und damit der Regierung Erdogans". Zudem werde Ditib vom Verfassungsschutz beobachtet. Ditib fungiert des außerdem als "Wahlhelfer für Erdogans Regierung". Die große Sorge der Bürger sei laut dem Schreiben die weitere und größere Radikalisierung der Moslems durch die Organisation Dititb mit den "angeblichen Korankursen".  

Abschließend heißt es in dem Schreiben wortwörtlich: "Wir fordern: Keine neue Moschee in Waldkraiburg bzw. kein Umzug in das leer stehende Gebäude in der Traunreuter Straße 12 in Waldkraiburg."

Die Stellungnahme von Bürgermeister Robert Pötzsch: 

"Waldkraiburg ist eine bunte Stadt mit vielen Kulturen und Religionen. Auch viele islamische Bürger sind in der Stadt zu Hause. Mit dem Umzug der Moschee soll kein islamisches Zentrum errichtet werden. Die Moschee gibt es bereits seit vielen Jahren in Waldkraiburg – sie wird lediglich an einen anderen Ort verlagert."

Darüber hinaus werden laut Pötzsch keine städtischen Gelder für den Umbau der Moschee verwendet. Nach Aussage der Ditib-Gemeinde würden hierfür Spendengelder und Mitgliedsbeiträge der islamischen Gemeinde aufgewendet. Die Stadt selbst beteilige sich an der Finanzierung der Moschee nicht. 

Pötzsch weiter: "Baurechtlich spricht nichts gegen den Umbau. Es sind keine Kuppeln und auch keine Minarette geplant. Es gibt lediglich zwei kleine Türmchen, die das Dach des Gebäudes jedoch nicht überragen. Das Gebäude ist natürlich als Moschee erkennbar, aber nicht übertrieben erkennbar. Gebetsausrufe wird es nicht geben. Eventuell finden bei besonderen Veranstaltung in der Moschee Ausrufe statt."

Das Gebäude in der Reichenberger Straße werde nach dem Umzug der Moschee in die Traunreuter Straße nicht mehr als Moschee genutzt. Insbesondere die Zusammenarbeit in Bezug auf städtebauliche Planungen lief im Vorfeld, wie Pötzsch betont, "reibungslos" ab. Die Ditib-Gemeinde sei der Stadt gestalterisch entgegenkommen. In Vorgesprächen bestätigte die Ditib-Gemeinde in eignen Schulungsräumen integrativ tätig zu werden und Sprachkurse abzuhalten. "Auch ansonsten ist der Austausch mit der islamischen Gemeinde sehr gut", betonte Bürgermeister Robert Pötzsch.

mb

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