Auch Gesamtkonzept für Areal wird erstellt

Es steht fest: Heilpädagogische Tagesstätte kommt in Bahnhof

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Der aktuelle Vorentwurf der Stadtbau für den Alten Bahnhof in Waldkraiburg. (Hinweis: Es handelt sich nur um Vorentwürfe, keine endgültige Planung. D.h. diverse Anpassungen werden noch vorgenommen werden.)
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Waldkraiburg - Endlich geht es voran mit dem Bahnhofsgelände. Ein erster Schritt für dessen zukünftige Nutzung wurde nun im Stadtrat beschlossen. 

Der Stadtrat beschloss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig, die Stadtbau zu beauftragen, das Empfangsgebäude des alten Bahnhofs gemäß der bisherigen Vorplanung zu sanieren und erweitern. Dort soll eine heilpädagogische Tagesstätte der Franziskanerinnen aus Au am Inn für Kinder und Jugendliche entstehen. Die Finanzierung soll durch einen langfristigen Mietvertrag erfolgen. Dieser soll vorerst für zehn Jahre abgeschlossen werden. Ein Gesamtkonzept für die restliche Fläche des Bahnhofsgeländes soll bis Ende 2018 erarbeitet werden.

Stadtbau erwarb Gebäude 2009

Das Empfangsgebäude des ehemaligen Bahnhofs Kraiburg/Waldkraiburg befindet sich seit Dezember 2009 im Eigentum der Stadtbau GmbH. Es wurde in Abstimmung mit der Stadt damals für 187216 Euro erworben, um es wegen seiner historischen Bedeutung zu erhalten. 

Die damaligen Eigentümer, die DB AG und die Aurelis Asset GmbH hatten schon lange keine Verwendung mehr für das alte Bahngelände, wie die Waldkraiburger Nachrichten damals berichteten. Entsprechend war ihnen auch das heruntergekommene Aussehen des Gebäudes egal. "Das ist für mich wie ein riesen Geburtstagsgeschenk", freute sich der damalige Bürgermeister Siegfried Kilka (CSU) gegenüber der Zeitung, "Endlich können wir die hässlichen Nebengebäude an der Kraiburger Straße beseitigen und einen bisherigen Schandfleck zum einladenden Stadteingang mit dem alten Bahnhof machen"

Franziskanerinnen meldeten sich nach Reihe von anderen Anläufen

Nach dem Erwerb gab es eine Reihe von Anläufen zur Restaurierung und sinnvollen Nutzung des Gebäudes, angefangen von Hotel und Restaurant über Stadtarchiv und Bildergalerie bis hin zu Büros und Praxen. In der Regel waren die gegenüber vergleichbaren Neubauten hören Sanierungskosten dafür verantwortlich, dass es zu keiner Verwirklichung kam. Die Kongregation der Franziskanerinnen in Au am Inn befasst sich vorwiegend mit der Bildung und Lebensbegleitung behinderter Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener. Sie betreibt im Landkreis Mühldorf Frühförderstellen, heilpädagogische Tagesstätten, Kindergärten und Kinderheime, sowie integrative Kindergärten und Kurzzeitbetreuungseinrichtungen. 

Nachdem die Franziskanerinnen an ihrem derzeitigen Standort Gars keine Zukunft sehen, weil das Gebäude sanierungsbedürftig ist und nur noch mit Mühe die Anforderungen der Heimaufsicht erfüllt, kam bei der Suche nach einem Alternativstandort ein Kontakt mit der Stadtbau zustande. Innerhalb Waldkraiburgs wird von den Franziskanerinnen die Lage am alten Bahnhof favorisiert, weil dieser anforderungsgemäß ausgebaut werden kann sowie verkehrsgünstig liegt. Auf der Grundlage eines Raumprogrammes der Franziskanerinnen hat die Stadtbau intern eine Vorplanung zur Sanierung und Erweiterung des Empfangsgebäudes erstellt und mit der Heimaufsicht abgestimmt. Finanziert werden soll das Projekt durch Mieteinnahmen von den Franziskanerinnen. 

Bei einer Umfrage auf unserem Portal hielt die Mehrheit der Befragten die Nutzung durch die Franziskanerinnen für eine gute Lösung:

 

Auch Verkehrskonzept wird erstellt

Das grundlegende Konzept für die Nutzung war bereits im Dezember 2016 beschlossen worden. Danach war es dann eine Weile lang ruhig um das Thema geworden. UWG-Stadtrat Michael Steindl hatte dann Anfang des Monats, am Rande der Sondersitzung des Stadtrats zum Bürger- und Ratsentscheid zum Waldbad, noch einmal darauf aufmerksam gemacht. 

In der jüngsten Stadtratssitzung wurden dann der aktuelle Stand der Vorplanung für die Sanierung und Erweiterung vorgestellt. Die Bausubstanz des Empfangsgebäudes kann überwiegend erhalten werden. Allerdings muss dazu der Zugang zu den oberen Stockwerken in den aktuellen Planungen über einen Treppenturm erfolgen. Um insgesamt den notwendigen Platzbedarf für die etwa 60 bis 80 Kinder, Jugendliche und jungen Erwachsenen zu erfüllen, ist ein Anbau vorgesehen. Rund um das Gebäude soll außerdem ein Zaun sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche nicht versehentlich auf die stark befahrene Straße laufen. 

Bilder: Vorentwurf für den alten Bahnhof in Waldkraiburg

Seitens der CSU wurde massiv hinterfragt, ob die aktuelle Vorplanung sich in die Verkehrslage vor Ort einfügen würde. Carsten Schwunk, Leiter der Bauabteilung, erklärte dazu, dass derzeit parallel zu den Planungen für den Bahnhof auch ein Verkehrskonzept für die Umgebung erarbeitet werde. Unter anderem wird es wahrscheinlich auch eine Querungshilfe von der anderen Straßenseite zum Gebäude geben. Außerdem gäbe es auch für die angrenzenden Grundstücke bereits Pläne durch Investoren. Auf dem direkt an den Bahnhof angrenzenden Grundstück wolle sich beispielsweise ein Händler für hochwertige Oldtimer ansiedeln. "Das soll dann bewusst ein Zusammenspiel von historischem Bahnhof und Händler für historische Fahrzeuge sein", erklärte Schwunk. 

Gesamtkonzept soll bis Ende des Jahres entstehen

Unter anderem CSU-Fraktionssprecher Anton Sterr und Zweiter Bürgermeister Richard Fischer (SPD) forderten außerdem ein Gesamtkonzept für die Nutzung des Areals. Denn dort könnten auch noch weitere Gebäude mit Räumlichkeiten für die Nutzung durch karitative Einrichtungen oder Vereine entstehen. Beispielswiese besteht die Hoffnung, dass dort die bisher im "freiraum 36" beheimateten Vereine nach ihrem Auszug aus dem bisherigen Gebäude eine neue Heimat finden könnten. 

Seitens der CSU-Fraktion wurde sogar zunächst erwogen, die Zustimmung für das Projekt zu verweigern, bevor nicht auch ein Gesamtkonzept besteht. Auch nach mehreren eindringlichen Appellen seitens der UWG-Fraktion, das Projekt der Franziskanerinnen nicht zu gefährden, wich die CSU jedoch davon ab. Es wurde sich auf den Kompromiss geeinigt, dass ein Gesamtkonzept noch bis Ende des Jahres erstellt werden soll. "Ich bin Ihnen allen sehr dankbar dafür, dass wir zu dieser Lösung gekommen sind", freute sich angesichts dessen Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG). 

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