"Die Kosten sind ein Schock"

Klares Nein in Waldkraiburg zum "Erlebnisweg Urelefant"

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Waldkraiburg - Vom "Schock" und einer "Kostenexplosion" war die Rede: Im Stadtrat setzte es jetzt ein eindeutiges Nein zur Finanzierung des "Erlebnisweg Urelefant".

"Wir sind davon ausgegangen, dass wir mit 250.000 Euro hinkommen. Aber angesichts der Prognose von 750.000 Euro: Ist es sinnvoll, so viel Geld auszugeben?", fragte Bürgermeister Robert Pötzsch am Dienstag den Stadtrat - und die Antwort war ein einstimmiges Nein. Die Stadt Waldkraiburg wird sich nicht weiter an der Realisierung des "Erlebniswegs Ebinger Urelefant" beteiligen

Stadtrat einstimmig gegen Finanzierung des Erlebniswegs Urelefant

Mit durchschnittlich 7000 Besuchern jährlich rechnete die Firma "Pronatur", die das Konzept für den Erlebnisweg erstellte. 14 Erlebnisstationen rund um den Sensationsfund 1971, als am Ufer des Inns in Ebing ein vollständig erhaltenes Skelett eines Urelefanten gefunden wurde - mindestens zehn Millionen Jahre alt. Hauptzielgruppe sollten Schüler, Radtouristen oder Einheimische sein.

Infoveranstaltung über geplanten Erlebnisweg Ebing

"Der geplante Weg führt ja nicht mal zur Fundstelle und dann kostet das auch noch 500.000 Euro mehr als geplant. Auch die Ebinger selbst befürworten das Projekt ja großteils nicht", so Franz Belkot. Andere fanden noch viel deutlichere Worte: Von einer "exorbitanten Kostenexplosion", die nicht tragbar sei, sprach Susanne Engelmann und für Gustl Schenk war die Vorstellung der Kosten bei der Konzeptpräsentation schlicht ein "Schock".

Preistreiber sind Parkplatz und Straße

Den größten Teil der veranschlagten Kosten nimmt aber nicht der Erlebnisweg samt Spielplatz ein, sondern das passende Verkehrskonzept: Fast 400.000 Euro sind es, die unter anderem für 33 Auto- und vier Busparkplätze sowie für die Veränderung der Zufahrtsstraße eingeplant wären. Auch wenn die beiden Städte Waldkraiburg und Mühldorf jeweils "nur" knapp 168.000 Euro zum Erlebnisweg beisteuern müssten, bliebe nach Abzug von Spenden und Fördergeldern aktuell noch immer eine offene Summe in Höhe von 335.000 Euro.

Das Konzept sieht einen 1,2 Kilometer langen Erlebnispfad vor. An 14 kindgerechten und interaktiven Informationstafeln aus Holz sollte man nicht nur über den Urelefanten, sondern auch über Flora und Fauna im Allgemeinen lernen können. Das Projekt hängt nun davon ab, wie sich die anderen Geldgeber positionieren. "Mir würde es schon leid tun, wenn das Projekt jetzt ganz verschwinden würde", so Stadträtin Eva Köhr.

xe

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