Am Dienstagabend

Rathaus-Sanierung oder Neubau? - Entscheidung im Stadtrat gefallen

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War bei der Infoveranstaltung Ende November der Favorit der Zuhörer: Die Variante eines Neubaus am bisherigen Standort. (Das Bild zeigt eine von beauftragten Planern vorgeschlagene Variante für die Gestaltung des neuen Rathauses, die aber nur als Anregung für die Möglichkeiten der Gestaltung dienen soll und keinen geplanten Entwurf darstellt.)
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Waldkraiburg - Am Dienstagabend musste der Stadtrat eine Entscheidung über die Zukunft des Rathauses treffen. 

Update, 19.20 Uhr: Stadtrat hat entschieden

Der Stadtrat sprach in seiner Sitzung am Dienstagabend einstimmig für die Variante eines Neubaus des Rathauses am bisherigen Standort aus. Damit ist nun allerdings nur eine Wahl für eine der drei möglichen Varianten getroffen. Details, wie beispielsweise das Aussehen des Neubaus oder die Nutzung des Grundstücks müssen nun noch ausgearbeitet werden.

Erster Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) blickte zunächst auf die Vorgeschichte des Unterfangens zurück. Anschließend gaben die Vertreter der Stadtratsfraktionen ihre Meinungen kund. Alle stimmten darin überein, dass die dritte vorgestellte Variante eines Neubaus am bisherigen Standorts die beste sei.

"Wir beschäftigten uns nun in der dritten Stadtratsperiode mit dem Rathaus", erinnerte CSU-Fraktionsvorsitzender Anton Sterr. Er merkte an, dass die kalkulierten Kosten für die Sanierung zwischen der Vorstellung einer ersten Studie im Februar und der Vorstellung der neuesten Studie von 12,4 auf 19 Millionen gestiegen war. "Allerdings konnte dieser Anstieg nachvollziehbar, etwa mit gestiegenen kalkulierten Kosten für die Sanierung der Tiefgarage, dargestellt werden.

"Bei der ersten Vorstellung der Varianten, als es nur die Auswahl zwischen Sanierung am bisherigen Standort oder einem Neubau beim Haus der Kultur ging, war für uns nur die Variante der Sanierung akzeptabel", schloss Sterr, "Nun ist aber diese dritte Variante, weil sie einen der wichtigsten Vorteile einer Sanierung, den Verbleib in der Stadtmitte beinhaltet, klar die Beste." Er mahnte außerdem, als nächster Schritt müssten nun Details geklärt werden. Vor allem müsste die Finanzierung, auch mit der Rechtsaufsicht geklärt werden. "Auch wenn uns die Senkung der Kreisumlage fast eine Million mehr im Jahr bringt."

"Gut Ding will nunmal Weile haben", ging UWG-Fraktionsvorsitzender Frieder Vielsack auf den Verweis Sterrs auf die Lange Behandlung des Themas ein. Er wies besonders darauf hin, dass mit dem Neubau auch ein neuer Standort für den Maibaum gefunden werden müsse.

"Ich bin total begeistert von der dritten Variante und schwer begeistert, denn das hatte ja wirklich niemand auf dem Schirm", lobte SPD-Fraktionsvorsitzende Susanne Engelmann, "Das ist eine sehr sinnvolle Lösung." Etwas kritischer sah es Zweiter Bürgermeister Richard Fischer (SPD): "Wir müssen im Auge behalten, dass es daneben noch zahlreiche weitere Investitionen gibt, die wir in Angriff nehmen müssen."

Der Vorbericht: 

Insgesamt gibt es drei mögliche Varianten für die Zukunft des Rathauses:

  1. Eine Vollsanierung am bisherigen Standort.
  2. Ein Neubau auf einem Grundstück gegenüber dem Haus der Kultur.
  3. Ein Neubau am bisherigen Standort.
Der Plan für den Neubau am alten Standort.

Auf einer Infoveranstaltung Ende November stellte ein beauftragtes Planungsbüro die Ergebnisse einer Untersuchung aller drei Varianten vor. Dabei favorisierten Sie die dritte Variante eines Neubaus am bisherigen Standort klar. Hier stellen sich die Eckdaten, sowie Vor- und Nachteile, laut den Planern, so da:

  • Das heutige Rathausgrundstück würde abgebrochen und neu bebaut werden. 
  • Der Neubau würde etwa 3750 Quadratmeter beanspruchen und es würde eine neue öffentliche Tiefgarage mit etwa 75 Stellplätzen entstehen.
  •  Es würde eine städtebauliche Neuordnung des Areals stattfinden. Vorstellbar sei etwa ein Wohngebäude mit etwa 45 Wohnungen, Gewerbe und Gastronomie. 
  • Das Rathaus würde im Zentrum bleiben und es gäbe eine barrierefreie Verbindung zwischen den beiden Plätzen. 
  • Der Neubau könnte architektonisch neue Maßstäbe und eine Identität setzen. 
  • Die Kosten wären etwa 10-15 Prozent mehr als bei der Sanierung und es gäbe technische Erschwernisse auf Grund der integrierten Lage.
  • Die Bauzeit würde etwa 27 Monate betragen und in zwei Schritten erfolgen. Möglicher Baubeginn sei der Sommer 2021. 
  • Es sei eine Übergangslösung notwendig und die Baustelle wäre unmittelbar neben dem Rathausbetrieb.

Diese Variante sei klar besser als die anderen beiden. Bei der Variante der Vollsanierung kritisierten die Planer, unter anderem, alle baulichen Nachteile des Bestandsbaus würden damit behalten werden, vor allem der "Höhensprung" zwischen Sartrouville- und Stadtplatz. Außerdem wäre die Fassade, aus statischen Gründen, nur mit einem außen aufzubringenden Wärmeverbundsystem sanierbar. Die momentanen Betonplatten und damit der jetzige Gebäudecharakter würden verschwinden.

Per Handzeichen bekundeten die Zuhörer ihre Zustimmung zur dritten Variante.

Bei der Variante eines Neubaus beim Haus der Kultur wiederum kritisierten sie, unter anderem, das Rathaus sei dann aber nicht mehr im Stadtzentrum und die Lage zu Verbrauchermärkten und einfachem Gewerbe "nicht optimal". Vor allem würde ein anspruchsvolles Folgeprojekt am Stadtplatz entstehen und es gäbe hohe Baukosten durch die notwendige Tiefgarage.

Bilder von der Infoveranstaltung am Mittwochabend

Viel Zustimmung für dritte Variante

Auch beim anwesenden Publikum der Infoveranstaltung fand die dritte Variante Zustimmung. Bei einer kurzen Umfrage bekundete die Mehrheit per Handzeichen ihre Zustimmung dazu. 

Bei einer Umfrage auf innsalzach24.de sprach sich die Mehrheit unserer Leser eher für einen Neubau statt einer Sanierung aus. Von den drei vorgestellten Varianten bevorzugten auch sie die eines Neubaus am bisherigen Standort.

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