Neuer Standort an Kopernikusstraße soll kommen

Neue Kitaplätze: "Nicht nur reagieren, sondern agieren"?

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Das neue Kita-Plätze kommen müssen, darüber herrschte im Stadtrat Einigkeit. SPD-Fraktionsvorsitzender Richard Fischer jedoch fragte, ob die Stadt hier nur reagierte, statt zu agieren.

Waldkraiburg - Eine neue KiTa an der Kopernikusstraße soll kommen, da waren sich im Stadtrat alle einig. Doch es kam eine kurze Diskussion auf, ob die Stadt bei der Schaffung von KiTa-Plätzen insgesamt nur reagiert, statt zu agieren.

In seiner Sitzung am Dienstagabend sprach sich der Stadtrat mehrheitlich für einen weiteren KiTa-Standort an der Kopernikusstraße aus. Auch der Bauausschuss hatte sich schon dafür ausgesprochen. Allerdings gab es Kritik aus der SPD-Fraktion.


Reagiert die Stadt nur, statt zu agieren?

"Wir sind natürlich dafür. Aber wie schaut es grundsätzlich aus?", fragte SPD-Fraktionsvorsitzender Richard Fischer. "Wir sollten nicht immer nur reagieren, sondern agieren. Durch den zu erwartenden Zuzug der nächsten Jahre wird da immer wieder Bedarf entstehen. Würde es nicht Sinn machen, einmal an einem zentralen Standort eine größere Einrichtung zu schaffen, mit der dann der Bedarf an KiTa-Plätzen für die nächsten Jahre gedeckt ist?" Ähnliche Kritik hatte Fischer bereits in der Vergangenheit geäußert, etwa als es um die neuen KiTa im ehemaligen SGF-Sozial-Gebäude an der Haidaer Straße ging.

"Wir haben die Entwicklung im Blick", entgegnete Erster Bürgermeister Robert Pötzsch. "Wir denken, mit der Einrichtung in der Kopernikusstraße ist der Bedarf der nächsten Jahre gedeckt. Wir sollten alle bedenken, dass wir es am Ende bisher immer noch geschafft haben, den Bedarf zeitnah zu decken." Andernorts gäbe es Wartelisten. "Ich finde auch, dass wir immer sehr gut reagiert haben", merkte Familien- und Jugendreferentin Charlotte Konrad an. "Eine Rieseneinrichtung sehe ich eher kritisch." 


Neue KiTa an der Kopernikusstraße soll kommen

An der Kopernikusstraße soll eine neue Kindertageseinrichtung entstehen. Der Neubau soll neben der bestehenden KiTa "St. Christopherus" errichtet werden. Er soll mindestens jeweils vier Kinderkrippen- und Kindergartengruppen und die notwendigen Nebenräumen sowie erforderlichen Freiflächen besitzen. Der bestehende Kindergartenbetrieb könnte in der aktuellen Größe weitergeführt werden. "Nach Rücksprache mit der Kirchenverwaltung sind diese mit der Errichtung einer Kindertageseinrichtung in der vorgegebenen Größenordnung einverstanden, die entsprechenden Regelungen und Vorgaben müssen noch ausgearbeitet und besprochen werden", so die Stadtverwaltung.

Für die Lage des neuen Gebäudes sind zwei Varianten denkbar:

  • Ein freistehendes Gebäude mit Anbindung an den bestehenden Bau durch einen überdachten Verbindungsgang 
  • Der direkte Anschluss an das bestehende Gebäude. Hierzu müsste jedoch das Caritas-Gebäude zurück gebaut werden. Hierzu gibt es bereits Gespräche mit der Kirchenverwaltung.

Bedarf nach KiTa-Plätzen in Waldkraiburg

Anfang 2018 hatte sich überraschend herausgestellt, dass der Bedarf an Kindergarten- und Krippenplätzen sehr viel höher war, als zunächst angenommen. Sie überschritten damit die Kapazitäten der Einrichtungen von kirchlichen Betreibern. Abhilfe sollen nun städtische Einrichtungen bringen. Nach einer längeren Standortsuche konnte schließlich Anfang Oktober 2018 eine übergangsweise Container-Einrichtung am Kalander eröffnet werden. Daneben entstanden im ehemaligen SGF-Sozial-Gebäude an der Haidaer Straße dauerhafte Räumlichkeiten.

Das Grundstück an der Kopernikusstraße (E) setzte sich gegen die Grundschule an der Graslitzer-Straße (A) und die Prießnitz-Straße (D) durch. B (Holzkirche an der Enzianstraße) und C (Schweidnitzer Weg) wurden nicht näher betrachtet.

AAllerdings zeichnete sich damit schon ab, dass das alleine auf die Dauer nicht reichen würde. Daher musste auch der Standort am Kalander weiter betrieben werden. Die geplante Eröffnung der A94 Ende des Jahres und der damit einhergehend zu erwartende Zuzug würde noch einmal einen enormen Bedarf schaffen. "Jetzt schon rufen Leute aus dem Münchner Umland an und fragen: 'Wie kommen wir an Plätze?'", berichtete damals Martina Kainz, Leiterin des Sachgebiets Kinder, Jugend, Schule, Sport in der Stadtverwaltung.

hs

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