Zweiter Anlauf für Erhalt der "Schilcher-Linie" 

Pöschl-Moser: "Beim ersten Mal vielleicht zu viel gewollt"

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Die Schlicherlinie (links im Kreis) soll möglichst umfangreich erhalten werden. Das fordert die Bürgerinitiative  "Waldkraiburg – Stadt im Grünen", die Irmgard Pöschl-Moser (rechts) vertritt.

Waldkraiburg - Noch kurz vor der Kommunalwahl findet am Dienstag, 10. März, ab 18 Uhr eine Sondersitzung des Stadtrats statt. Darin soll über den Bürgerantrag "zum Erhalt eines Schutzstreifens in größtmöglicher Form, Gewerbegebiet Waldkraiburg Nord" beraten werden.

Für die Bürgeriniative "Waldkraiburg – Stadt im Grünen" ist es bereits der zweite Anlauf, ihr Anliegen durchzusetzen. Bereits im Dezember 2019 verhandelte der Stadtrat über einen Antrag gegen die geplante Erweiterung des Gewerbegebiets. Dieser wurde jedoch abgelehnt. "Wir haben uns in der Folge dann noch einmal beraten", berichtet Irmgard Pöschl-Moser von der Bürgeriniative gegenüber innsalzach24.de.


"Wir haben in dem ersten Antrag vielleicht zu viel gewollt." Dieser forderte den vollständigen Erhalt der sogenannten Schilcher-Linie beziehungsweise den Verzicht auf die Erweiterung des Gewerbegebiets. "Daher beschlossen wir, noch einmal einen zweiten zu stellen. Diesmal eben nur noch mit der Forderung nach dem Erhalt eines Schutzstreifens in größtmöglicher Form." So sollten die restlichen Wald- und Grünbestände geschützt werden. Bereits Anfang Februar war der Antrag übergeben worden.

Im Gespräch: v.l.n.r Bürgermeister Robert Pötzsch, Harald Barthel und Marianne Gößl, Bürgerinitiative bei der Übergabe des neuen Antrags.

"Denn es ist ja auch im Interesse der Anwohner, dass da ein Puffer bestehen bleibt. Darin hat auch Herr Bürgermeister Pötzsch in einem Gespräch grundsätzlich mit uns übereingestimmt." Doch der von der Stadt angedachte Grünstreifen sei zu wenig. "Die Stürme der letzten Zeit haben doch auch gezeigt, dass es dort einen stärkeren Baumbestand braucht. Denn im bereits gelichteten Bestand dort haben sie ordentlich gewütet." 


Wichtig sei der Initiative allerdings, dass eine für alle Beteiligten verträgliche Lösung gefunden wird. "Wir wollen ja weiß Gott nicht die wirtschaftliche Entwicklung in der Stadt behindern." Gleichzeitig sei aber klar, dass eine bessere Lösung nötig und auch gewünscht sei. "Der letzte Antrag hatte noch 344, dieser nun 428 Unterzeichner. Und das sind nicht nur Anwohner, sondern Menschen aus ganz Waldkraiburg!"

Umstrittene Gewerbegebiets-Erweiterung

Hintergrund ist eine geplante Erweiterung des Gewerbegebiets Nord. 1,9 Hektar Wald zwischen Gewerbe und der Wohnbebauung nördlich der Daimlerstraße sind davon betroffen. Zwei Betriebe wollen sich erweitern, unter anderem ist ein Schalthaus der Stadtwerke geplant, um die Stromversorgung für Industrie und Wohngebiet im Waldkraiburger Norden sicherzustellen. Der Stadtrat hatte dafür im Mai des vergangenen Jahres mit einigem Widerstand, gestimmt. In der Folge kam einiges an Widerstand gegen die Entscheidung auf und auch die Bürgerinitiative wurde gegründet.

"Einerseits sind wir froh, dass nun so rasch noch darüber diskutiert wird", erklärt Pöschl-Moser abschließend,"Allerdings hätten wir auch nichts dagegen gehabt, wenn das erst vom neu gewählten Stadtrat nach der Kommunalwahl Mitte des Monats besprochen worden wäre. Denn der muss ja dann mit dieser Entscheidung auch weiter arbeiten."

hs

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