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Stadträte haben Fragen zu Innkanal-Ausbau

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Am Innkanal laufen derzeit Bauarbeiten, wie hier bei Waldkraiburg.
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Waldkraiburg - Auch im Waldkraiburger Stadtrat wurden nun die Bauarbeiten für die Erweiterung des Innkanals vorgestellt.

Schon seit einiger Zeit laufen die Vorarbeiten für das neue Wasserkraftwerk in Töging im Inn. Kleiner als ursprünglich geplant soll es werden, bei gleichzeitig höherer Effizienz. So sollen nach Fertigstellung drei Turbinen mehr Strom liefern als die 14 von 15, die derzeit im bestehenden Kraftwerk in Betrieb sind.

In den Stadträten von Mühldorf und Waldkraiburg hatten die Bauarbeiten allerdings zu Irritationen bei einigen Stadträten geführt. Diese beklagten, sie würden sich zu wenig darüber informiert fühlen, was das Endergebnis der Baumaßnahmen sei und ob das ursprüngliche Aussehen des Kanals und seiner Umgebung wieder hergestellt würde.

Gerauer: Renaturierung so bald, wie möglich

Vor dem Stadtrat erläuterte Bernhard Gerauer von der Betreibergesellschaft Verbund noch einmal ausführlich die Hintergründe der Baumaßnahmen, welche sein Kollege Wolfgang Syrowatka bereits kürzlich gegenüber innsalzach24.de ausführlich dargestellt hatte. 

"Die Renaturierung wird so schnell wie möglich erfolgen", versprach Gerauer, "Bald wird es also mit dem Frühlingsbeginn auch überall wieder grünen." Er betonte auch, dass ein umfassendes Sicherheitskonzept derzeit in Arbeit sei, um den Schutz von Mensch und Tier sicherzustellen. "Wir befinden uns dazu im Gespräch mit Anwohnern, Jägern und Naturschützern", berichtete er. "So etwas ist immer ein Abwägungskonzept, leider gibt es da keinen goldenen Weg. Wir wollen natürlich die naturschutzrechtlichen Belange berücksichtigen, aber auch die Sicherheit darf nicht zu kurz kommen. Außerdem muss natürlich die Rolle der Anlage als Naherholungsgebiet berücksichtigt werden." 

Stadträte haben Fragen

SPD-Fraktionsvorsitzende Susanne Engelmann zeigte sich erleichtert, dass das Unternehmen nun so umfangreich informierte. "Es gibt da viele kritische Stimmen aus der Bevölkerung", betonte sie. "Ich verstehe aber nicht ganz, warum das nicht von selbst geschah, sondern erst auf unsere Anregung." Sie hakte aber noch einmal nach, ob die Renaturierung auch die Betonwände des Kanals umfassen würden. 

"Da würde der Boden leider nicht halten", räumte Gerauer ein, "Allerdings sind hierfür Ausgleichsflächen geschaffen worden." Er verwies darauf, dass für Mensch und Tier für den Fall eines Sturzes in den Innkanal noch umfangreich Ausstiegshilfen geschaffen werden sollen.

UWG-Fraktionsvorsitzender Frieder Vielsack meldete Bedenken an, ob bei hohem Wasserstand Boote bei Wasserrettungseinsätzen auch unter der Erasmusser Brücke noch durchkommen werden. Diese soll, anders als zwei andere Brücken, nicht erneuert werden. "Wir haben das Thema bereits mit den Wasserwachten besprochen, diese sind sicher: Es sollte weiterhin möglich sein." 

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