Soll einheimischen jungen Familien zu Gute kommen

Waldkraiburg schafft Bauland: Das müssen Sie wissen

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Das Baugebiet in Waldkraiburg West.
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Waldkraiburg - Die Stadt will in einem Bereich westlich der Von-der-Thann-Straße und nördlich der St2352 Bauland schaffen. Dabei gibt es aber einiges zu beachten und zu wissen:

In seiner jüngsten Sitzung beschloss der Stadtentwicklungs- und Bauausschuss einstimmig das städtebauliche Konzept, auf dessen Grundlage nun das Baugebiet "Waldkraiburg West" nun weiter geplant werden soll. 

Die wichtigsten Eckdaten:

  • Das Gebiet liegt westlich der Von-der-Thann-Straße und nördlich der St2352
  • Auf einer Fläche von etwa acht Hektar sollen 104 Bauparzellen entstehen
  • Der überwiegende Teil der Grundstücke ist in privater Hand, der Stadt gehören etwa elf Prozent der Fläche
  • Gebaut werden sollen nur Ein-, Zweifamilien- und Reihenhäuser
  • Waldflächen die für das Projekt weichen müssen, werden durch entsprechende Ersatzflächen ausgeglichen
  • Es sind umfangreiche Grünflächen geplant. Unter anderem ein Grünstreifen mit einer Breite von etwa 30 Metern entlang der St2352 und nach Westen hin zu den landwirtschaftlichen Feldern.

Anwohner hatten Fragen zu Baugebiet

Das betroffene Areal in Waldkraiburg.

Kürzlich fand außerdem eine Bürgerversammlung dazu statt. "Von Seiten der unmittelbaren Anwohner gab es vor allem zwei Fragen", berichtet Carsten Schwunck, Leiter der Stadtentwicklungs- und Bauabteilung der Stadt Waldkraiburg im Gespräch mit innsalzach24.de. "Zum ersten ging es viel um die Frage, wie es um den Lärmschutz bestellt sein wird, wenn der Wald dann weg sein wird. Da werden dann selbstverständlich alle Richtwerte eingehalten werden."

Zum zweiten sei die Frage aufgekommen, ob garantiert werden könnte, dass das Bauland dann ausschließlich an Einheimische gehen wird. "Das ist inzwischen leider nicht mehr so einfach zu gewährleisten", räumt Schwunck ein. 

Auswärtige dürfen nicht mehr komplett ausgeschlossen werden

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Denn die Handhabung bei "Einheimischenbauland" darf nicht mehr dazu führen, dass Auswärtige von einer Kaufmöglichkeit völlig ausgeschlossen werden. Die Europäische Kommission sieht darin einen Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot und hatte daher im Jahr 2006/2007 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet. Im Februar 2017 entstand daher ein Modell, erarbeitet von Bundes- und Bayerischer Staatsregierung: Für das Modell kommen künftig Bewerber in Betracht, deren Vermögen und Einkommen bestimmte Obergrenzen nicht überschreitet. Bei der anschließenden Punkteverteilung kann dem Kriterium der "Ortsgebundenheit" bis zu 50 Prozent Gewichtung beigemessen werden.

In der Praxis haben sich bereits "Kriterienkataloge" entwickelt, die die Aspekte „Ansässigkeit“ sowie "soziale Bedürftigkeit" in etwa gleichwertig gewichten, häufig ergänzt um ehrenamtliches Engagement und weitere gesellschaftlich erwünschte Kriterien. "Auch wir werden darauf hinarbeiten, dass möglichst einheimische junge Familien bevorzugt werden", erklärt Schwunck. Diese könnten aber natürlich nur für die städtischen Grundstücke gelten. 

Erste Bauten schon Ende 2022?

Er hoffe, so Schwunck abschließend, dass die ersten Bauten vielleicht schon ab Ende 2022 entstehen könnten. "Mit den Eigentümern stehen wir in engem und gutem Kontakt. Auch die Fachbehörden werden ständig einbezogen und insgesamt sind auch von diesen keine Widerstände zu erwarten."

hs

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