Waldkraiburg tritt Landschaftspflegeverband bei

"Bisher war das überall eine Erfolgsgeschichte!" 

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Waldkraiburg - Die Stadt wird Mitglied im neu gegründeten Landschaftspflegeverband. Das bringt ihr zahlreiche Vorteile, von denen sich der Stadtrat überzeugen ließ. 

Der Stadtrat sprach sich in seiner jüngsten Sitzung einstimmig dafür aus, dem Landschaftspflegeverband im Landkreis Mühldorf am Inn beizutreten. Die Stadt verspricht sich davon eine Reihe von Vorteilen. Beispielsweise können so verstärkt staatliche Förderprogramme genutzt werden und es gibt eine besser Beratungskompetenz und mehr Möglichkeiten bei der Vergabe von Ausgleichsflächen. Allerdings kostet die Mitgliedschaft die Stadt auch etwa 12.500 Euro im Jahr. Im Mitgliedsbeitrag sind zudem die Kosten für Unterhalt und Pflege von Ausgleichsflächen nicht abgedeckt. Diese können allerdings als Dienstleistung erbracht und dem Verband in Rechnung gestellt werden. Die Stadt kann die Mitgliedschaft jährlich beenden.

Bereits zahlreiche Gemeinden in Verbänden organisiert

Die Vorteile eines Landschaftspflegeverbands brachte dem Gremium Josef Rüegg nahe. Er ist Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands Ebersberg und stellvertretender Landessprecher des Verbunds bayerischer Landschaftspflegeverbände. Er ging zunächst auf die Geschichte der Verbände in Bayern ein. Hier gibt es sie seit 1985 und sie sind inzwischen auf drei Vierteln aller Flächen im Freistaat aktiv."In den 61 Verbänden sind derzeit 1350 Kommunen und 62 Landkreise organisiert", berichtete Rüegg stolz, "Sie arbeiten mit 3.300 Landwirten und 200 Hüteschäfern zusammen."

Im Landkreis Mühldorf ist inzwischen bereits die notwendige Zahl von 16 Gemeinden für eine Gründung zusammen gekommen. Der Beitritt wurde vielfach kontrovers diskutiert. Der Haager Gemeinderat lehnte den Beitritt beispielsweise nur knapp ab. In Aschau dagegen stimmte das Gremium für den Beitritt, dies gegen die Meinung von Bürgermeister Alois Salzeder (UWG).  In den vergangen Jahren hatte es davor immer wieder vergebliche Anläufe für eine Gründung gegeben.

Ein zentraler Erfolgsgarant sei die sogenannte Drittelparität. "Das bedeutet, in der Leitung des Verbandes sitzen Vertreter aller Interessensgruppen an einem runden Tisch", so Rüegg, "Auch die Freiwilligkeit und regionale Verankerung sind entscheidende Grundsätze für unsere Arbeit." In Ebersberg gäbe es beispielsweise neun Vorstände des Verbands, von denen je drei Kreisräte und Altbürgermeister, Vertreter von Naturschutzverbänden und Vertreter der Land- und Forstwirtschaft seien. "Das beispielsweise so auch der Maschinenring dabei ist, spielt eine entscheidende Rolle bei unserer Arbeit", erklärte Rüegg, "Denn so kann einfach die Verfügbarkeit spezieller Gerätschaften organisiert werden." 

Vielfältige Aufgabenfelder

Aufgabenfelder eines solchen Verband seine unter anderem die fachliche Betreuung und Pflege der kommunalen Grundstücke oder der Erhalt von Schutzgebieten und schützenswerten Flächen. Es entstünden durch die Mitgliedschaft auch für eine Gemeinde viele Vorteile, wie der bessere Zugang zu staatlichen Fördermitteln oder die Entlastung der eigenen Verwaltung in Fragen zu Ausgleichsflächen und ähnlichem. Vor allem aber sei die Beratung von Firmen, Gemeinden und Landwirten zum Thema Ausgleichsflächen so auf eine gute und für alle Beteiligten vorteilhafte Weise möglich.

Daneben gäbe es auch Möglichkeiten für eine wirtschaftliche Betätigung. Dies dürfte aber nicht überwiegen, da sonst der gemeinnützige Charakter und damit die Zugangsmöglichkeiten zu Fördermitteln verloren ginge. Ein Beispiel dafür sei etwa die Organisation einer Saftherstellung aus den Beständen örtlicher Obstbaumbesitzer. "Der Ebersberger Landapfelsaft ist eine echte Erfolgsgeschichte geworden", schwärmte Rüegg.

Viel Fürsprache für Verband 

"Das wird ein Verband für den gesamten Landkreis, nicht nur unsere Stadt", mahnte Umweltreferent Gerd Ruchlinski (SPD), "Seine Unterstützung haben wir auch dringend nötig. Denn das Ökokonto der Stadt wird bisher nicht richtig organisiert." Es bestünde so auch die Chance, sich Konzepte für eine bessere Nutzung der Innauen für die Bürger zu ermöglichen. So könnten die ständigen Probleme mit unerlaubtem Grillen und wilden Parties beseitigt werden. "Das könnte eine tolle Chance für die Stadt und den Landkreis sein!" 

"Die Drittelparität ist nach meiner Ansicht die entscheidende und wichtigste Sache dabei", erklärte Ulrich Niederschweiberer, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, "Auch die Ausgleichsflächenverwaltung ist ein enormer Vorteil. So können wir den Flächenverbrauch erheblich einschränken." Er betonte noch einmal den enormen Nutzen des Verbands. "Bisher war das überall eine Erfolgsgeschichte! Wenn ein Verband irgendwo erstmal gegründet wurde, hatte er steht immer binnen kurzer Zeit nur mehr Mitglieder, nie weniger!" Auch Eva Köhr (CSU) betonte, dass ihr nur Erfolgsgeschichten, beispielsweise aus dem Landkreis Passau, bekannt seien.

hs

Rubriklistenbild: © dpa (Felix Kästle)

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