Wegen mehr Geburten und Zuzügen

Stadt muss mehr Krippen- und KiTa-Plätze schaffen

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Waldkraiburg - Da es mehr Geburten aber auch einiges an Zuzügen gegeben hat, ist der Bedarf in der Kinderbetreuung gestiegen. Die Stadt wird darauf reagieren.

Der Haupt- und Finanzausschuss beschloss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig, dem Stadtrat zu empfehlen, die Ergebnisse des aktuellen Bedarfsplans zur Kinderbetreuung und dessen Handlungsempfehlungen zur Kenntnis zu nehmen. Die Stadt will nun Maßnahmen ergreifen, um den Bedarf zu decken. Bei Krippen und Kindergärten besteht derzeit eine Unterversorgung. Aber auch in anderen Bereichen besteht langfristig Handlungsbedarf.

Gestiegener Bedarf

"Es schaut übel aus", fasste Martina Kainz, Leiterin des Sachgebiets Kinder, Jugend, Schule, Sport in der Stadtverwaltung zusammen. Sie stellte den aktuellen Bedarfsplan dem Ausschuss vor. Kainz hatte die Stelle Anfang des Jahres angetreten. Sie war bisher beim Markt Altdorf tätig, wie die Waldkraiburger Nachrichten schreiben. Der Bedarfsplan war ihre erste große Aufgabe in der neuen Stelle. 

Der Plan wurde an Hand der Belegungszahlen der letzten drei Jahre sowie der vorraussichtlichen Belegungssituation im Jahr 2018/2019, die durch Elternbefragungen ermittelt wurde, erstellt. Grundsätzlich sei der Bedarf auf Grund der erhöhten Geburtenzahlen aber auch wegen vieler Fälle von Familiennachzügen gestiegen, so Kainz.

Unterversorgung bei Krippen und KiTas

Aktuell besteht bei den Krippen eine Unterversorgung von 38 Plätzen. In Zusammenhang mit dem geplanten Neubau eines Kindergartens sollen daher mindestens drei Krippen-Gruppen mit je 12 Plätzen in der Planung berücksichtigt werden.

Damit kann der Bedarf aber nur mittelfristig gedeckt werden.

Bei Angeboten für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren ergibt sich eine Unterversorgung von 86 Plätzen. Daher empfiehlt Kainz, dass bei der Planung eines Neubaus mindestens vier Kindergarten-Gruppen berücksichtigt werden. "Längerfristig gesehen wären allerdings fünf Gruppen empfehlenswert."

Teilweise langfristiger Handlungsbedarf

Es bestehe außerdem derzeit zwar kein Bedarf an einer Erweiterung der Hortangebote, allerdings laufe die Betriebserlaubnis des Horts an der Dieselschule nur noch bis zum September des kommenden Jahres. Hier sei daher dringend eine Alternativlösung zu realisieren. Ob der absehbare Ausbau der Ganztagsschulklassen zu einer rückläufigen Nachfrage im Hortbereich führen, bleibe abzuwarten. "Trotz der Forcierung der Ganztagsklassen durch die Bayerische Staatsregierung ist die Zusammenarbeit zwischen Trägern von Betreuungseinrichtungen, Schulen, Sachaufwandsträgern und Schulamt zu fördern", so Kainz, "denn nur die Horte können auch die Ferienzeit abdecken." 

Daneben müssten sich auch Gedanken über eine Erweiterung des Angebots an integrativen und inklusiven Betreuungsplätzen sowie Betreuungsangeboten für auffällige Kinder gemacht werden. Ebenso über eine Erweiterung der Ferienbetreuung.

Insgesamt sei es auf Dauer unvermeidbar, dass die Stadt Kindertageseinrichtungen in eigener Trägerschaft betreiben wird. Zwar laufe die Zusammenarbeit mit den derzeitigen Trägern gut. Es sei aber noch unklar, ob diese auch noch zusätzliche KiTas betreiben werden. Zudem sei schon bekannt, dass andere potenzielle Träger nicht daran interessiert sind.

CSU: Schon im letzten Jahr darauf hingewiesen

"Wir hatten bereits im vergangenen Jahr darauf hingewiesen, dass der Bedarf aus den genannten Gründen steigen wird", erklärte CSU-Fraktionsvorsitzender Anton Sterr, "Nun müssen wir dringend Abhilfe schaffen!" Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) betonte, es würden derzeit diverse Optionen geprüft. Diese seien alle sehr gut. Näheres könne allerdings noch nicht dazu gesagt werden.

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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