Pläne für Ausbau der Staatsstraße 2091

Viel Kritik und sogar ein Appell an Ministerpräsident Söder

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Der aktuelle Zustand (links) und die Pläne für den Ausbau der Staatsstraße 2091 (rechts) im Vergleich.
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Waldkraiburg - Die Stadtverwaltung und der Stadtrat hatten nicht wenige Einwände zu den Planungen für den Ausbau der Staatsstraße 2091. Dass die Ortsumfahrung für Pürten nicht mit der Straße verbunden werden soll, sorgte für die meiste Kritik.

Alle Planungsunterlagen finden Sie hier auf der Seite der Regierung von Oberbayern

"Herr Söder, in ihrer Regierungserklärung haben sie damals, vermutlich als Reaktion auf die Ergebnisse der Bundestagswahl, die Einrichtung einer Außenstelle der TH Rosenheim in Waldkraiburg verkündet", appellierte UWG-Fraktionsvorsitzender Frieder Vielsack in einer, wie er es nannte, "offenen Rede" an den Ministerpräsidenten, "Ich möchte Sie nun dringend bitten, sich eines Problems anzunehmen, das bereits lange in unserer Gemeinde schwelt." Er bat Söder dringend, die Pürtener Ortsumfahrung im Bedarfsplan für den Straßenausbau hochzupriorisieren. Denn die Weiterführung der Trasse der Staatsstraße (St) 2091 in einer Ortsumfahrung für Pürten ist in der Planung für deren Ausbau derzeit nicht berücksichtigt.

Der Grund dafür ist, laut der Stadtverwaltung, dass die Ortsumfahrung im Staatsstraßenausbauplan, anders als der Ausbau der St2091 im Bereich der Bahnunterführung und der Pürtener Kreuzung, nicht mehr in der ersten Dringlichkeit geführt wird. "Wenn erst einmal die A94 fertiggestellt ist, wird das zu einer massiven, nicht erträglichen Verkehrsbelastung führen!", mahnte auch Done Brunnhuber (UWG), "Das wird dann eine Katastrophe!" 

Der vollständige Plan des Bauamts. (Zum Vergrößern klicken)

Die Ausbau-Planungen sehen vor, die St2091 von Ampfing nach Kraiburg auf einer Länge von etwa 1,2 Kilometern auszubauen und nach Osten zu verlegen. Beginnen soll die Maßnahme im Norden mit dem Umbau der Einmündung der verlängerten Teplitzer Straße in die St2091 zum Kreisverkehr. Die Bahnstrecke soll von der Straße mit einem Geh- und Radweg unterführt und mit zwei Kreisverkehren, die durch eine Verbindungsrampe verbunden sind, mit der St2352 verknüpft werden. Die Pürtener Kreuzung soll höhenfrei gemacht werden. Außerdem soll die St2091 die St2352 unterführen und in einer flacheren Kurve als bisher zur Innkanalbrücke bei Pürten geführt werden. Die St2352, die auf einer Länge von 700 Metern ausgebaut werden soll, wird künftig auf einem Brückenbauwerk an der Hangkante über der St2091 verlaufen. Die Bahnhofsstraße soll in Richtung Süden um etwa 260 Meter verlängert und über einen vierten Ast an den Kreisverkehr der St2091 angeschlossen werden.

Die Kosten des Umbaus in Höhe von insgesamt 8,15 Millionen Euro übernehmen Freistaat, Bund und Südostbayernbahn. Auf die Stadt kommen keinerlei Kosten zu. Die Bauzeit ist für zwei Jahre angesetzt. Straßensperrungen sollen dafür keine notwendig sein. 

Der Bahnübergang wird durch eine Brücke über die St2091 ersetzt.

Zwar begrüßt die Stadt das Vorhaben grundsätzlich, aber es gibt einige Einwände. Die Bahnhofssstraße, beziehungsweise Kreisstraße MÜ20, soll laut den Plänen mit einer Fahrbahnbreite von sechs Metern verlängert werden. Allerdings gibt es schon Pläne des Landkreises für eine Verbreiterung auf 6,50 Meter, die das Bauamt nach Ansicht der Stadt berücksichtigen und übernehmen sollte. 

Vor allem aber sieht die Stadtverwaltung die Planungen für den Fußgänger- und Radverkehr in der Bahnhofsstraße als nicht realistisch an. Bisher konnte man hier über den Geh- und Radweg der St2091 direkt zum Industriegebiet, wo sich unter anderem ein McDonalds und das Kino befinden. Durch die Verlängerung der Bahnhofsstraße Richtung Süden entstünde ein Umweg von mehr als einem halben Kilometer. Daher schlägt die Stadt vor, den bestehenden Weg zwischen Teplitzer- und Bahnhofsstraße als Verbindungsweg mit Bahnübergang beizubehalten und nicht auf eine Betriebszufahrt für die Bahnanlagen und Schrebergärten zu beschränken. Alternativ sei es auch eine Möglichkeit, einen direkten Verbindungsweg zum Geh-und Radweg der neuen St2091 herzustellen. 

Die Pürtener Kreuzung, die bisher ein Unfallschwerpunkt ist, soll höhenfrei gemacht werden. 

Schon im Ausschuss gab es, laut den Waldkraiburger Nachrichten, erhebliche Bedenken zur Verkehrssicherheit bei zwei Straßenquerungen für Radler und Fußgänger. Denn zu deren Schutz ist nur eine Querungshilfe, beziehungsweise ein Fahrbahnteiler vorgesehen. Das stellt nach Ansicht der Stadtverwaltung eine erhebliche Verschlechterung gegenüber der aktuellen Situation mit der Ampel an der Pürtener Kreuzung da.  Daher soll eine bessere Lösung, wie eine Ampel oder eine Unterführung gefunden werden. Außerdem bittet die Stadt, dass Pläne für eine Siedlungsentwicklung östlich der St2091 und dem Ortsteil Föhrenwinkel, sowie die Entwicklung der noch nicht bebauten Flächen nordwestlich der Pürtener Kreuzung berücksichtigt werden. 

Der Stadtrat sprach sich einstimmig für die Mitteilung aller vorgebrachten Einwände an die Regierung von Oberbayern aus. Als nächsten Schritt muss diese wiederum mitteilen, ob und welche davon berücksichtigt werden.

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