Aufstockung von Feldgeschworenen in Waldkraiburg

Bayerns ältestes und geheimnisvolles Ehrenamt 

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Feldgeschworene ergänzen Vermessungsämter und GPS
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Waldkraiburg - Sie wachen über die Grenzen und unterstützen die Ämter für Digitalisierung, Breitband und Vermessung: Feldgeschworene. Ganz nebenbei üben sie das älteste kommunale Ehrenamt in Bayern aus - und hüten sogar ein Geheimnis: 

Der Waldkraiburger Stadtrat hat am 28. März nach dem Wunsch des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Mühldorf am Inn die Zahl ihrer Feldgeschworenen auf sieben erhöht. Ausschlaggebend für die Aufstockung des Ehrenamts war die Größe der Stadt. 

Was verbirgt sich hinter dem Begriff Feldgeschworene?

Das Amt des Feldgeschworenen, umgangsprachlich auch "Siebener" genannt, ist eines der ältesten noch erhaltenen Ämter der kommunalen Selbstverwaltung und existiert seit rund 500 Jahren. In Bayern gibt es etwa 20.000 Feldgeschworene, wovon circa 50 Frauen sind. Außerhalb von Bayern, Rheinland-Pfalz und Thüringen gibt es diese eigenständige Aufgabe nicht. 

Welche Aufgaben haben Feldgeschworene?

Feldgeschworene wirken bei der Kennzeichnung von Grundstücksgrenzen und Flurstücken im Gemeinde- oder Stadtgebiet. Als Hüter der Grenzen und Abmarkungen arbeiten sie mit der Bayerischen Vermessungsverwaltung als Partner eng zusammen. 

  • Grenzbegehungen auf Anordnung des Bürgermeisters
  • Mitteilung von Mängeln an Grenzzeichen an den Grundstückseigentümer
  • Mitteilung von Mängeln an Gemeindegrenzzeichen an den Bürgermeister
  • Grenzsteine höher oder tiefer setzen und somit die Grenzen sichern 
  • Wechseln oder Entfernen beschädigter Grenzzeichen
  • Abmarkungshandlungen in eigener Zuständigkeit und Verantwortlichkeit
  • Protokolle für das zuständige Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung schreiben

Was hat es mit dem "Siebenergeheimnis" auf sich?

Die Feldgeschworenen kennzeichnen die Lage der Grenzpunkte mit geheimen Zeichen, die auch Unterlagen, Beleg, Zeugen oder Geheimnis genannt werden. Die "Siebenerzeichen" sind meist besonders geformte und beschriftete Zeichen aus dauerhaftem Material, wie gebranntem Ton, Glas, Porzellan oder Metall. Sie werden im Bereich des Grenzsteins in einer bestimmten, nur den Feldgeschworenen bekannten Anordnung ausgelegt. Die Art dieser Anordnung wird als "Siebenergeheimnis" bezeichnet. An Form und Lage der Zeichen erkennen die Feldgeschworenen, ob der Stein verändert wurde.

Die Feldgeschworenen sind zur gewissenhaften und unparteiischen Tätigkeit sowie zur Verschwiegenheit und Bewahrung des Siebenergeheimnisses durch Eidesform auf Lebenszeit verpflichtet.

mb

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