Spatenstich für den Kreisverkehr

Stockhamer Berg ab November eine "runde Sache"

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(Symbolisches) Graben für den Kreisverkehr (von links): Christian Rehm vom Staatlichen Bauamt, der stellvertretende Landrat Alfred Lantenhammer, Bürgermeister Robert Pötzsch, Christian Wimmer vom Projektplaner und Ludger Herrmann von der Bauleitung.
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Waldkraiburg - Für die Autofahrer wird die Baustelle zur Geduldsprobe, danach soll der Knotenpunkt aber deutlich sicherer sein: Am Stockhamer Berg entsteht ein Kreisverkehr.

Die gute Nachricht: Die Zahl der Unfälle am Knotenpunkt von Aussiger Straße, Kreisstraße und Staatsstraße am berüchtigten Stockhamer Berg dürfte in den nächsten Monaten ziemlich sicher bei null liegen. Grund dafür ist allerdings, dass die Stelle seit Kurzem für den Verkehr gesperrt ist. Doch auch wenn - planmäßig im November - der Verkehr wieder fließt, soll die Kreuzung, anders als bislang, kein Unfallschwerpunkt mehr sein. Ein Kreisverkehr soll den Knotenpunkt deutlich sicherer machen.

Von sieben Lösungen die beste

Die starke Steigung am Stockhamer Berg stellt die Autofahrer bislang vor eine zusätzliche Herausforderung (zum Vergrößern Bild anklicken)

Beim symbolischen Spatenstich am Montagmittag machten alle Redner deutlich, wie sehr die Baumaßnahme benötigt wird. Bürgermeister Robert Pötzsch etwa kennt den Knotenpunkt noch aus seiner Zeit im Rettungsdienst in den Neunziger Jahren. Damals habe es "haarsträubende Sachen" gegeben, erzählte der Bürgermeister. Seit 2002 laufen die Planungen zur Verbesserung der Situation an der Kreuzung, sieben verschiedene Varianten wären theoretisch eine Option gewesen. Jetzt, davon ist Pötzsch überzeugt, habe man mit dem Kreisverkehr "die beste Lösung" gefunden.

Die Bauarbeiten hätten eigentlich schon letztes Jahr beginnen sollen. Weil aber erst eine Gasleitung verlegt werden musste und dies länger dauerte als geplant, wäre man Pötzsch zufolge mit den Arbeiten in den Winter gekommen. Jetzt starten die Bauarbeiten also endlich, gut vier Monate Bauzeit sind jetzt noch geplant. "Wir werden Anfang, Mitte November fertig werden", sagte Pötzsch.

Freistaat unterstützt das Projekt finanziell

Christian Rehm, Bereichsleiter Straßenbau beim Staatlichen Bauamt Rosenheim, erläuterte, weshalb sich die Planer von einem Kreisverkehr mehr Sicherheit versprechen. In einem Kreisverkehr sei die Geschwindigkeit vergleichsweise niedrig, ein Kreisel sei übersichtlich, es gebe sehr wenige "Konfliktpunkte" und der Verkehr "verflüssige" sich.

Christian Rehm vom Staatlichen Bauaumt erläuterte die Vorteile eines Kreisverkehrs - und die Nachteile

Der Nachteil des Kreisverkehrs sind allerdings die Kosten. Rehm zufolge ist ein Kreisel etwa dreimal teurer als eine Ampelanlage. Auch am Stockhamer Berg war zunächst eine Ampel diskutiert worden. Eine gesetzliche Neuregelung 2009 allerdings hat ermöglicht, dass der Kreisverkehr am Stockhamer Berg im Rahmen des Finanzausgleichsgesetzes zu einem großen Teil vom Freistaat gefördert wird. Aus dem Staatsstraßenhaushalt wäre Rehm zufolge die Maßnahme kaum zu finanzieren gewesen, weil diese Mittel vor allem für die Sanierung der bestehenden Straßen verwendet würden.

Die Kosten des Kreisverkehrs am Stockhamer Berg liegen bei etwa 900.000 Euro. Weil am Knotenpunkt eine Staatsstraße, eine Kreisstraße und eine städtische Straße (die Aussiger Straße) zusammentreffen, teilen sich der Freistaat (600.000 Euro), der Landkreis (knapp 100.000 Euro) und die Stadt Waldkraiburg (200.000 Euro) die Kosten.

Die Absperrung sorgt (noch) für Ärger

Für die Bauarbeiten musste einige Bäume gefällt werden

Die ersten Arbeiten sind bereits erledigt. Rund um die Kreuzung wurden in den letzten Tagen einige Bäume gefällt. Für Verwirrung und teilweise Ärger sorgte die noch recht neue Sperrung des Knotenpunkts. Wie die Waldkraiburger Nachrichten berichteten, hatten es vor knapp einer Woche tatsächlich Autofahrer fertiggebracht, nachts die Absperrungen wegzutragen, um durchfahren zu können. Die Arbeiter mussten am nächsten Morgen - vor Beginn ihrer eigentlichen Arbeit - alles wieder aufstellen.

 Auch während des symbolischen Spatenstichs sind mehrfach Autos bis zur Absperrung gefahren und mussten dort wieder kehrtmachen. Bis Mitte November wird die Kreuzung gesperrt bleiben. Genug Zeit also für die Verkehrsteilnehmer, sich daran zu gewöhnen.

Auch die Frau des Pfarrers freut sich

Pfarrer Lars Schmidt (rechts, bei der Segnung mit Pfarrer Martin Garmaier) freut sich auch persönlich auf den Kreisverkehr

Dass das Bauprojekt trotz aller Unannehmlichkeiten unverzichtbar ist - daran ließen die Redner keinen Zweifel. Der stellvertretenden Landrat Alfred Lantenhammer lobte den Kreisverkehr am Stockhamer Berg als "gutes Beispiel interkommunaler Zusammenarbeit" und pries, schon fast poetisch, die Vorzüge eines Kreisels: "Jeder, der am Rand des Kreises steht, ist gleichberechtigt."

Der katholische Pfarrer Martin Garmaier und sein evangelischer Kollege Lars Schmidt spendeten dem Bauprojekt den kirchlichen Segen, baten dabei darum, dass die Kreuzung "eine runde Sache" werde. Wenn es soweit ist, werde sich auch seine Frau freuen, erzählte Schmidt. Diese würge am Berg gerne mal den Motor ab. Die Steigung am Stockhamer Berg, die ein zusätzliches Problem an der Kreuzung darstellt, wird im Zuge der Bauarbeiten flacher.

Bilder vom Spatenstich und von der Kreuzung

Spatenstich für den neuen Kreisverkehr

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