Franz-Liszt- und Dieselschule sollten an gemeinsamen Standort

Umstrittener "Schultausch" nun doch vom Tisch: Das sind die Gründe

Waldkraiburg: Schultausch durch Entwicklungsstudie nun doch vom Tisch
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Die beiden Mittelschulstandorte in Waldkraiburg. Eigentlich sollten sie zusammengelegt werden, wobei Franz-Liszt- und Dieselschule jeweils eigenständig geblieben wären. Doch das ist jetzt vom Tisch.

Waldkraiburg - Lange und viel war darüber debattiert worden. Doch der umstrittene Schultausch ist nun auf einmal wegen einer neue Studie wieder komplett vom Tisch.

Der Walkraiburger Stadtrat sprach sich in seiner jüngsten Sitzung einstimmig dafür aus, den eigentlich geplanten "Schultausch" von Franz-Liszt-, Diesel- und Förderschule doch nicht durchzuführen. Grundlage sind neue Erkenntnisse zur Schülerzahlentwicklung. Demnach sollten beide Schulen an ihren Standorten bleiben, damit jeweils genug Platz für in der Zukunft nötige Erweiterungen auf Grund wachsender Schülerzahlen ist.


Umstrittene Entscheidung 2018 

Mitte Oktober 2018 hatte der Stadtrat den Beschluss gefasst, die Franz-Liszt-Mittelschule und die als "Dieselschule" bekannte Mittelschule an der Dieselstraße als jeweils eigenständige Einrichtungen an den Standort der Dieselschule zu verlegen. Das ganze wurde als "Schultausch" bekannt, da die Förderschule an den Standort der Franz-Liszt-Schule sollte. Die Entscheidung war hoch umstritten. Unter anderem sprachen sich die Schulleitungen beider Schulen dagegen aus. Auch auf der Bürgerversammlung in jenem Jahr hagelte es Kritik aus der Bevölkerung.


Grundlage der Entscheidung war die Studie eines Architekturbüros. "Diese hatte als Grundlage die Fünfjahresstatistiken der beiden Waldkraiburger Mittelschulen mit Stand Schuljahr 2017/2018", so die Stadtverwaltung. "Berücksichtigt man ausschließlich das Schuljahr 2022/2023, ergibt sich eine Steigerung um 10 Klassen und damit ein Drittel mehr gegenüber der ursprünglichen Prognose." Aufgrund der vorherigen Statistiken sowie der Geburtenzahlen seien diese Angaben durchaus realistisch erschienen.

Neues Zahlenmaterial erhalten

Im Dezember 2019 habe das beauftragte Architekturbüro jedoch neues Zahlenmaterial von den Rektoren der beiden Mittelschulen erhalten. "Diesen zufolge würden sich die Klassen für das Schuljahr 2022/2023 auf 20 an der Franz-Liszt- und auf 21 an der Dieselschule erhöhen, wobei für das Schuljahr 2024/25 sogar 22 Klassen an der MS Diesel prognostiziert werden", so die Stadtverwaltung weiter. Berücksichtige man ausschließlich das Schuljahr 2022/2023 ergäbe sich eine Steigerung um 10 Klassen und damit ein Drittel gegenüber der ursprünglichen Diagnose.

Die erwartete Entwicklung der Schülerzahlen an der Dieselschule.

Daraufhin sei die Studie umgehend überarbeitet worden. "Abgesehen von den Flächen, die für die zusätzlichen Klassen- und Nebenräume benötigt werden, wäre außerdem die Errichtung einer weiteren Turnhalle, eventuell auch der Bau einer Mensa beziehungsweise ein Anbau an das Haus Sudetenland nötig." Damit stünden für eine möglicherweise später benötigte Erweiterung keine Flächen mehr zur Verfügung. "Die Kosten für die Stadt Waldkraiburg würden bei weitem die frühere Prognose übersteigen, lägen im zweistelligen Millionenbereich und wären von der Stadt in diesem Ausmaß schwerlich zu tragen."

Schultausch nicht mehr vertretbar

"Aus den Fünfjahresstatistiken, die alleine von den Schulen erstellt werden, haben sich einige Ungereimtheiten ergeben." Beispielsweise stark schwankende Schülerzahlen, die auch das staatliche Schulamt nicht erklären könne. "Daher hat die Stadt beschlossen, einen externen Dienstleister mit der Erstellung einer Schulbedarfsprognose für alle Grund- und Mittelschulen in Verantwortung der Stadt zu erstellen." Ein Statistik-Institut aus Augsburger Institut wurde damit beauftragt. Auf Grundlage von dessen Erkenntnissen erstellte dann das Architekturbüro eine aktualisierte Entwicklungsstudie zum Schultausch. 

Die erwartete Entwicklung der Schülerzahlen an der Franz-Liszt-Schule.

"Anfang Juli fand dann ein Gespräch zwischen Vertretern der Stadt Waldkraiburg, des Landkreises, des staatlichen Schulamts, des Architekturbüros, sowie des Statistik-Instituts statt, bei dem die neuen Erkenntnisse noch einmal diskutiert wurden." Im Ergebnis erscheine der Schultausch nicht mehr vertretbar. "Die neue Schulbedarfsprognose zeigt, dass beide Mittelschulgebäude erhalten bleiben sowie längerfristig erweitert werden müssen, um den steigenden Schülerzahlen Rechnung zu tragen." Dem habe auch das staatliche Schulamt zugestimmt.

Dass es nun doch zu keinem "Schultausch" kommt, sorgte bei vielen für Erleichterung. Doch für die Förderschule ist es ein erhebliches Problem.

Denn sie benötigt weiterhin einerseits zusätzliche Räume, andererseits sollte die Außenstelle in Starkheim eigentlich bis 2023 umziehen.

hs

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